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Vom Pfadfinder bis zum Pionier - die Markentypen

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FUNNY MAN RUNNING
Robert Daly via Getty Images
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Wir haben uns angesehen, wie man Marke wird und bleibt. Aber was ist denn nun der eine - garantiert erfolgreiche - Weg zur Marke? Gleich vorneweg: Den gibt es nicht. Warum? Weil die Wege, Marke zu werden, so individuell sind wie die Menschen selbst.

Personal Branding ist eigentlich nichts Neues: Schon immer gab es Menschen, die es verstanden haben, sich als Marke zu positionieren. Viele davon stehen heute für bestimmte Denk- oder Handlungsweisen. Wenn man beispielsweise jemanden mit Einstein vergleicht, weiß alle Welt, was damit gemeint ist. Das liegt daran, dass Albert Einstein als Mensch und Wissenschaftler eine ausdrucksstarke Marke war, sodass sein Name auch weit in die Zukunft hinein wirkt.

Individualität: der Kern des Personal Branding
Menschen sind individuell. Dennoch kann man sie in Kategorien einteilen, mit denen man sie gut beschreiben kann - klassische Markentypen. Schauen wir sie uns näher an.

Der Pfadfinder
Eigentlich sollte man die eigene Markenidentität nicht mehr ändern, wenn sie erst einmal steht, da man ansonsten unglaubwürdig wird - beim Pfadfinder gehört das aber zur Identität dazu. Er muss sich permanent neu erfinden. Beispiel-Pfadfinder sind Lady Gaga, Madonna und Michael Jackson.

Die Eintagsfliege
So mancher kommt durch Castingshows, Medienskandale oder etwas Vergleichbares nach oben, bleibt da aber nicht lange, weil jeder Hype einmal ein Ende hat. Ohne »Staying Power« ist er keine dauerhafte und damit echte Marke, sondern gibt sich nur als solche aus. Und nach einer gewissen Zeit heißt's „auf Nimmerwiedersehen!", wie es bei Mark Medlock, Daniel Küblböck und „Zlatko" der Fall war.

Der weise Gandalf
Wer eine Mission hat, tritt nicht an, um Marke zu werden - und wird trotzdem zu einer. Er widmet sein ganzes Leben einer Sache und zieht oft andere an, die sich der gleichen Mission verbunden fühlen. Wenn er überzeugen will, tut er es nicht durch geschickte Argumentation oder beabsichtigte Manipulation, sondern mit Leidenschaft und Empathie - so wie der Dalai Lama und Mahatma Gandhi.

Der Kriegsveteran
Ein Crash, und plötzlich ist das Leben nicht mehr möglich, das man bisher geführt hat. Wem das zustößt, der muss sich die Sinnfrage neu stellen - diesmal mit der Erkenntnis, dass das Leben zu kurz für Unsicherheit ist. Wer so einen neuen Lebensinhalt findet, ist ein Kriegsveteran wie beispielsweise Niki Lauda, Christopher Reeve und Samuel Koch.

Der Held
Vor zwei Jahren hatten wir diesen Markentypen quasi rund um die Uhr auf dem Schirm, und nun, zu EM-Zeiten, wiederholt sich das. Der Held wird von allen gefeiert, ist im Grunde aber noch auf dem Weg zur „richtigen" Marke: Ohne gezieltes Personal Branding stürzt so jemand schnell wieder ab. Was machen zum Beispiel unsere Weltmeisterjungs von 2014 heute so?

Der Märtyrer
Manche Menschen sterben für ihre Überzeugung - woran sie glauben, ist ihnen wichtiger als das eigene Leben. Es muss nicht unbedingt ein gewaltsamer Tod sein. Es kann auch bedeuten, dass man sich sein Leben lang für eine Sache einsetzt. So wie Mutter Teresa, Martin Luther King und Jeanne d'Arc es getan haben.

Der Rambo
Wir kennen es: Jemand erscheint und walzt sprichwörtlich alles nieder, allein durch die Kraft seiner Persönlichkeit. Er setzt genau im richtigen Moment eine gewaltige Energie ein und katapultiert sich in die Wahrnehmung, wo er dann auch bleibt. Die meisten Menschen hassen oder lieben sie, dazwischen gibt es nichts - wie man das von Dieter Bohlen, Stefan Raab und Klaus Kinski kennt.

Der Pionier
Von Zeit zu Zeit verändert eine Idee die Welt oder unsere Wahrnehmung davon. Die Namen der Menschen, die das ins Rollen gebracht haben, verbinden wir automatisch damit. Auf diese Weise werden das iPhone und Steve Jobs immer zusammengehören, Tiger Woods und Golf sowie Tony Hawk und das Skateboard.

Typenberatung für Marken
Das ist nur eine kleine Auswahl unterschiedlichster Markentypen. Der Vergleich mit bekannten Persönlichkeiten macht deutlich, wie unterschiedlich Menschen als Marken sein können. Und sicherlich erkennt sich der ein oder andere in einem der dargestellten Markentypen wieder - wenn auch nur im Ansatz.

Fragen Sie sich also: Welcher Typus passt zu meiner Persönlichkeit? Habe ich eine Idee und überzeuge als Pionier? Komme ich als Eintagsfliege hoch, halte mich dort aus eigener Kraft und werde ein echter Held? Oder glaube ich fest genug an meine Sache und bringe genügend Lebenserfahrung und Expertise mit, um ein echter weiser Gandalf zu sein? Wer rechtzeitig darüber nachdenkt, kann seinen Weg besser planen und findet eine Erklärung, warum manches in der Vergangenheit nicht geklappt hat.

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