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Einmal Marke, immer Marke?

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COURAGEOUS
Vernon Wiley via Getty Images
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Wir haben festgestellt: Um Marke zu sein, muss man polarisieren und kann dadurch auch unter Beschuss geraten. Das macht es nicht leichter, wenn man als Marke nicht nur kurzfristig erfolgreich sein möchte. Werden jedoch ein paar grundlegende Aspekte beachtet, sind die kommenden Hürden nicht mehr ganz so hoch.

Der Weg zur Marke war sicher schon steinig genug und hat viel Kraft und Ausdauer gekostet. Sich jetzt auf seinen Lorbeeren auszuruhen, wäre allerdings fatal.

Fakt ist: Was einmal funktioniert, muss nicht zwingend in fünf oder zehn Jahren noch funktionieren. Veränderung ist die einzige Konstante und sie macht auch vor der eigenen Person nicht Halt. Es gibt keine Idee, die zum Beispiel dreißig Jahre lang unverändert funktioniert. Aus diesem Grund muss man sich als Marke immer wieder infrage stellen, sich womöglich auch neu erfinden und sich dabei trotzdem immer selbst treu bleiben.

Profil nicht aus den Augen verlieren


Wer jetzt meint, regelmäßig mit einer völlig anderen Positionierung in den Markt gehen zu können, sollte diesen Gedanken gleich wieder verwerfen. Besonders diejenigen, die sich gerne breiter aufstellen möchten, um eine möglichst große Zielgruppe anzusprechen, könnten damit gehörig auf die Nase fallen.

Bewegt man sich zu weit von seiner Identität und damit von seiner Marke weg, verliert man Glaubwürdigkeit und Akzeptanz. Das Profil verwässert und ist für potenzielle Kunden nicht mehr erkennbar. Dann ist die Gefahr groß, wieder in die Bedeutungslosigkeit zu rutschen und nicht den Erfolg zu erzielen, den man sich wünscht.

Nahbar für den Markt bleiben

In unserer Welt wird man zuallererst als Mensch akzeptiert. Als Marke entwickelt man dann die größte Akzeptanz, wenn man nahbar ist und sich öffnen kann.

Wer sich entscheidet, Marke zu sein, muss sich öffnen und wie ein offenes Buch werden. Potentielle Kunden haben jetzt die Möglichkeit, sich mit der Marke zu identifizieren. Menschen wollen heute Menschen sehen und erleben. Und das kann man nur leisten, wenn man authentisch bleibt und sich nicht künstlich verstellen muss.

Wichtig dabei ist, sich immer wieder mit sich selbst auseinanderzusetzen und zu reflektieren: Bin ich das noch? Will ich das noch? Mache ich das noch richtig? Bin ich noch auf Kurs? Bin ich noch mit vollem Herzen dabei? - Vielleicht heißt es an einem bestimmten Punkt auch: Ich muss meinen Kurs korrigieren.

Mit Kritik leben lernen

Auch wenn das eigene Standing sicher ist, wird es immer Kritiker geben. Von den einen wird man geliebt, von den anderen gehasst. Jeder wird Menschen um sich herum haben, die nicht mit dem umgehen können, was man tut.

Hier ist es wichtig, stabil genug zu sein und mit Angriffen umgehen zu können - sprich, ein dickes Fell zu haben. Tatsache ist: Jeder, der polarisiert muss sich darüber im Klaren sein, dass er nicht nur Freunde haben wird. Wer schon im Voraus weiß, dass er damit nicht umgehen kann, sollte den Schritt zur Marke nicht tun. Denn der wird es nicht überleben.

Sensibel sein für das, was passiert

Wie lange ist eine Marke eine Marke? Solange der Kunde einen Bedarf hat und es eine Nachfrage dafür gibt. Dabei schauen viele aus der eigenen Sicht auf die aktuelle Situation der eigenen Marke. Dieser Blickwinkel ist natürlich nur eine Seite der Medaille.

Jeder sollte sich auch auf die Seite des Kunden begeben und eventuelle Veränderungen aus dessen Sicht betrachten: Wo gibt es neue Entwicklungen? Hat sich der Fokus verschoben? Ist die Situation plötzlich eine ganz andere? Was bedeutet das für mich?

Der Kunde und sein Einfluss werden immer noch völlig unterschätzt. Das Interesse an Themen verändert sich mit der Zeit und neue Trends haben Auswirkungen. Und für diese Dynamik muss man sensibilisiert sein. Sonst ziehen andere ihren Profit daraus.

Die Trends im Blick

Sich permanent am Wettbewerb orientieren ist sicherlich nicht nötig. Doch mit Scheuklappen durch den Markt laufen, ohne den Blick nach links oder rechts zu wenden, ist ebenso wenig ratsam. Als Marke muss man ein Gefühl dafür bekommen, wie die Mitbewerber selbst rechts und links unterwegs sind.

Was bedeutet das für die Strategie, sich als Marke zu halten? Was muss man tun, um seine Unverwechselbarkeit sicherzustellen? Es gibt keine dauerhafte Garantie für Erfolg. Also muss jeder die Fähigkeit entwickeln, sich rechtzeitig anzupassen.

Sonst werden es andere tun und dann ist man weg vom Fenster. Doch jede Anpassung hat etwas mit Veränderung zu tun - und diese wird gerne vermieden, wo es nur geht. Eine Haltung, die etwas mit dem menschlichen Stammhirn zu tun hat.

Offen sein für Veränderung


Acht von zehn Menschen haben Angst vor Veränderung, was zu Urzeiten durchaus eine wünschenswerte Grundeinstellung war. Leider stecken heute viele immer noch, wie ihre Vorfahren, in ihrer eigenen Höhle: alles ist bekannt und vertraut und es gibt keine Überraschungen. Mit dem Schritt aus der Höhle heraus gibt es plötzlich Wettbewerber, die auch etwas Tolles haben.

Da gibt es Kunden, die andere Ideen haben. Also geht man lieber wieder zurück in die Höhle, wo alles beim Alten ist. Chancen hat der, der sich öffnet, um etwas zu verändern. Schließlich geht es im Personal Branding nicht nur um ein paar glückliche Wochen oder Monate. Die Bereitschaft für Veränderung ist eine wichtige Einstellung, die man mitbringen muss, bevor daraus eine Strategie und anschließender Erfolg wird.

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