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Erfolg braucht ein Gesicht

17/03/2016 12:29 CET | Aktualisiert 18/03/2017 10:12 CET
Otmar Winterleitner via Getty Images

Die Marke Mensch

Woran denken Sie bei dem Begriff „Marke"? An Turnschuhe, Softdrinks, Smartphones, Waschmittel ... aber vermutlich nicht an Menschen. Dabei können Sie auch als Menschen zur Marke werden und den gleichen Bekanntheitsgrad wie ein Unternehmen erreichen.

Beispiele für dieses Prinzip finden wir vor allem in der Film- und Fernsehlandschaft: Dieter Bohlen, Thomas Gottschalk, Conchita Wurst, Otto ... Alles Menschen, die in erster Linie für ihre Individualität bekannt sind. Bei Otto Waalkes geht das so weit, dass sein Vorname ausreicht, um ihn zu identifizieren. Das muss man erstmal schaffen!

Sag mir, mit wem du umgehst

Jeder kennt in seinem eigenen Umfeld eine Handvoll Menschen mit Markencharakter. Das kann zum Beispiel ein Arzt sein, den man regelmäßig besucht, obwohl eine andere Praxis viel näher liegt. Oder ein Frisör, dem man auch nach Jahren die Treue hält, obwohl es Günstigere gibt. Warum können wir uns nicht von diesen Menschen trennen? Weil sie uns als Personen überzeugt haben. Wir kennen sie beim Namen - von wie vielen Dienstleistern kann man das sagen?

Was bedeutet also das Prinzip „Marke Mensch" für einen Unternehmer? Es liegt auf der Hand: Wer seinen Bekanntheitsgrad und die Kundenbindung steigern kann, indem er sich selbst als Marke positioniert, verbessert seine Stellung am Markt enorm. Und das schlägt sich auch finanziell nieder.

Wie wird man zur Marke?

Sich selbst als Brand zu etablieren, ist jedoch alles andere als einfach. Mithilfe von DSDS führt uns RTL immer wieder vor: Berühmt werden kann man auch ohne ein Übermaß an Talent. Doch wenn die Hilfe des Senders fehlt, stürzen diese schillernden, schrägen und manchmal schicksalshaften Gestalten schnell wieder ins Vergessen zurück. Warum? Weil sie nicht das nötige Etwas mitgebracht haben, sich selbst zur Marke zu machen. Hier gehen die Namen in den dreistelligen Bereich: Zlatko Trpkovski und Daniel Küblböck sind noch die Bekanntesten dieser traurigen Gruppe, und das vielleicht auch nur aufgrund ihres desaströsen Abgangs.

Essenziell: der innere Antrieb

Diese Menschen haben es versäumt, rechtzeitig darüber nachzudenken, wie sie ihren künstlichen Ruhm auf ein solides Fundament stellen. Demgegenüber stehen Menschen, die aus eigenem Können und Durchhaltevermögen zur Marke werden und diese Position selbst dann nicht verlieren, wenn Skandale oder Anschuldigungen auf sie einprasseln. Diese Menschen zeichnen sich durch einen starken inneren Antrieb aus, der anderen fehlt.

Dieser Antrieb kann verschiedene Formen annehmen: Zum Beispiel der Wunsch, Menschen zu unterstützen oder zu inspirieren, das Streben nach Ruhm oder Anerkennung, vielleicht auch das schlichte Verlangen, viel Geld zu verdienen - das ist individuell sehr unterschiedlich. Dieser Antrieb ist Ihr Motor für den Weg nach oben. Daher müssen Sie ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse genau kennen und ganz nach vorne stellen. Auch wenn manch einer Ihnen dann Egoismus unterstellt.

Verabschieden Sie sich von allgemeinen Glaubensätzen. Phrasen wie „Die eigenen Ziele sind nicht so wichtig" oder „Das Streben nach Geld ist schlecht" bringt Sie nicht weiter. Denn auch der tiefe Wunsch nach finanzieller Stabilität für sich und seine Familie kann ein Antrieb sein und muss ernst genommen werden. Den ersten Widerstand, den ein Mensch überwinden muss, wenn er zur Marke werden will, findet er also bei sich selbst - in seinem Inneren.

Der Schritt ins „Doing"

Es gibt noch nicht viele Agenturen oder Marketing-Fachleute, die sich darauf spezialisiert haben, Menschen zu vermarkten. Häufig werden einfach die gleichen Methoden wie im Produktmarketing eingesetzt. Doch Branding für Produkte und für Personen sind zwei komplett unterschiedliche Paar Schuhe: Während man beim Produkt eine beliebige Identität aus dem Hut zaubern kann, hat ein Mensch bereits eine Identität. Diese darf nicht verfälscht , sondern muss hundertprozentig gelebt werden.

Eines steht fest: Im Bereich des Personal Branding schlummert ein enormes Potenzial, das bisher praktisch ungenutzt ist. In den kommenden Kolumnen beschäftigen wir uns mit diesem Thema im Detail.

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220 Seiten, gebunden

ISBN-13: 978-3868816297

€ 19,90 (D)

Redline Verlag, München 2016

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