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Krankenhausbesuch in Asien - Keine (!) Horrorstory

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Wie oft hören vor allem Langzeitreisende von den Daheimgebliebenen den Satz „Oh Gott, im Ausland ins Krankenhaus - das muss der Horror sein. Gerade in Asien - sind die überhaupt auf dem neuesten technischen und hygienischem Stand?"

Wenn man hier beispielsweise von Asien spricht, so muss man zuerst einmal etwas differenzieren.

Sprechen wir von China? Singapur? Myanmar? Laos - oder vielleicht Thailand?
Sind in Städten wie Peking, Singapur und Bangkok mit die modernsten Kliniken der Welt, so sieht das in Vientiane oder Yangoon wohl etwas anders aus.

Wichtig ist vor allem erst einmal der Punkt, dass jeder der sich ins Ausland begibt ĂĽber eine gĂĽltige Auslandskrankenversicherung verfĂĽgt.

Der Betrag fĂĽr die Behandlung beim Arzt oder in einer Klinik muss zwar erst einmal vorgestreckt werden - jedoch bekommt man das Geld am Ende wieder zurĂĽck. Je nach Krankheitsfall kann dies einen riesen Betrag ausmachen auf dem man sonst sitzen bleiben wĂĽrde.

...und dann passiert es - auf meiner Reise wird der Arzt- bzw. Krankenhausbesuch wird unumgänglich!
Da wachst du morgens auf und hast einen stark schmerzenden, stark angeschwollenen, harten und heißen Oberschenkel. Die Idee, es könnte ein Stich sein und ich müsse ihn nur ein wenig eincremen war wohl falsch!

Februar 2016 - Chiang Mai, Thailand - das touristische Epizentrum im Norden Thailands.
Um die Ecke meines Apartments liegt das „CHIANGMAI RAM HOSPITAL".
Alleine vom Eingang des Krankenhauses bis zum Pritsche auf der ich lag um dem Arzt mein Bein zu präsentieren - ich glaube es waren sechs verschiedene Personen mit denen ich bis dahin Kontakt hatte.

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Versichertennachweis zeigen, ein paar Kontaktdetails aufschreiben, vermessen lassen und schon bist du mittendrin im thailändischen Krankenhaus-Gewusel.

Nach wenigen Minuten war dann klat - ich durfte mir einen nicht allzu kleinen Abszess aus dem Schenkel schneiden lassen und danach - knapp drei Wochen täglich zur Wundsäuberung und Versorgung im Krankenhaus erscheinen.

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Ich bin froh, dass ich damals in Begleitung von Laura war, die mir das ein oder andere Mal gut zugeredet hat wenn es mal wieder etwas schmerzhafter wurde. Doch trotz all der Schmerzen muss ich sagen, dass ein Krankenhausbesuch im Ausland, in meinem Fall in Thailand, absolut nichts Schlimmes war oder etwas, wovor man sich fĂĽrchten mĂĽsste. Ich hatte mich immer super betreut gefĂĽhlt und das Personal war auch immer fĂĽr einen Scherz zu haben!

Wenn man dann am Ende die Krankenhauskosten für den gesamten Zeitraum addiert so muss man ehrlich zugeben, dass man hierfür zu Hause nicht weit gekommen wäre. In Europa hätten wir alleine wegen der Personalkosten schon das zig-fache bezahlt - was einen auf der einen Seite, auf Reisen, zwar erleichtert, auf der anderen Seite aber sehr nachdenklich stimmt.

Doch was nehme ich aus dieser Krankenhaus Erfahrung mit?

  • REIST NIE OHNE AUSLANDKRANKENVERSICHERUNG! Es muss ja nicht mal euer Verschulden sein, aber es kann so schnell gehen. Habe im Chiang Mai einen getroffen der sich das Becken angebrochen hatte und nicht versichert war...glaub mir, er hatte keinen SpaĂź!!!
  • Habt keine Angst vor dem was auf euch zukommt - immerhin sind die Leute die euch helfen aus einem bestimmten Grund da und haben auch eine entsprechende Ausbildung! Schaut nur, dass ihr einen Arzt oder Pfleger bekommt der ein gutes Englisch oder eine andere Sprache die ihr versteht, spricht - das schafft Vertrauen und beruhigt.
  • Solltet Ihr einmal Schmerzmittel auf Opiumbasis bekommen - hört auf den Arzt und trinkt in dieser Zeit KEINEN Alkohol. Ein klarer Kopf fĂĽhlt sich anders an.

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  • Wenn ein Krankenhaus erwischt in dem noch mit Jod desinfiziert wird - die Griffe an den Behandlungsliegen sind nicht zum Gut aussehen da - festhalten und fest zugreifen bringt einen angenehmen Ausgleich!

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  • Wenn ihr immer denselben Pfleger oder Arzt habt - plaudert ein wenig - das kann Wartezeiten verkĂĽrzen oder euch gar Rabatte auf die Behandlung einbringen.

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  • Sammelt alle Belege, scannt sie ein oder kopiert sie und lasst sie mit einer ausfĂĽhrlichen Mail eurer zuständigen Versicherung zukommen. In meinem Fall hatte ich das Geld nach nicht einmal drei Wochen wieder auf meinem Konto
  • Auch wenn ihr am Ende das Krankenhaus euphorisch verlasst - passt auf wenn ihr auf euren Roller steigt, sonst seid ihr schneller wieder bei eurem Arzt als euch lieb ist - auch, wenn hier Punkt Nummer 5 wieder greift...
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