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Wir müssen die Errungenschaften der westlichen Demokratien wieder offensiv verteidigen

02/03/2017 13:00 CET | Aktualisiert 03/03/2017 08:28 CET
dpa

Der Slogan "Macht Amerika wieder groß.", mag für Amerika erfolgreich gewesen sein. Für uns Europäer muss es heißen: Macht Europa wieder stark und selbstbewusst. Europa war nie so wichtig wie heute.

IS-Terror, autokratische Systeme, Migrationskrise, Klimawandel. In vielen Regionen der Welt zerfällt die Ordnung - auch in unserer unmittelbaren Nachbarschaft. Wir sind nicht nur von Freunden umgeben.

Europa steht unter Druck.

Deshalb gilt: Europa muss sich behaupten. Die Menschen überall auf der Welt schätzen Europa. Deshalb wollen ja auch so viele zu uns.

Was bedeutet Europa?

Noch gilt Europa als ein einzigartiger Raum der Freiheit, des Wohlstands der Sicherheit, der Demokratie, der Selbstbestimmung und des Friedens. Rechtssicherheit und christlich-abendländische Werte.

Die Achtung der Menschenwürde und damit die Gleichheit vor dem Gesetz - dafür steht Europa.

Europa war bis jetzt eine Garantie für diese Ideale.

Mehr zum Thema: Junge Menschen wollen keine langweilige EU-Politik machen, sie wollen die Welt retten

Wenn wir dieses Europa erhalten wollen, dann brauchen wir mehr Selbstbewusstsein, mehr Einigkeit und harte Machtfaktoren wie eine starke Wirtschaft, eine einige Außenpolitik, ein gemeinsames Sicherheitskonzept und eine größere militärische Handlungsfähigkeit.

Mit vereinten Kräften Probleme lösen

Die transatlantische Freundschaft bleibt für Europa in meinen Augen zentral und unverzichtbar.

Und deshalb werden wir uns selbstverständlich genau mit der neuen amerikanischen Politik auseinandersetzen. Im Frühjahr werde ich deshalb zu Gesprächen nach Washington D. C. reisen.

Absehbar ist aber schon jetzt:

Die europäische Eigenverantwortung wird stärker in den Vordergrund rücken.

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Wenn wir Europa als lebenswerte Heimat erhalten und in eine gute Zukunft führen wollen, wenn wir unseren hohen Lebensstandard halten wollen, brauchen wir eine Einigkeit der europäischen Demokratien.

Kein Nationalstaat kann die Fragen unserer Zeit alleine lösen.

Ein einfaches Zahlenbeispiel verdeutlicht das:

Im Jahr 1946 machten die Europäer noch ein gutes Fünftel der Weltbevölkerung aus. Heute sind es nur noch 10 Prozent. 2050 werden es sogar nur noch 7 Prozent sein.

Ähnlich sieht es in der Wirtschaft aus:

1990 erwirtschafteten die Mitgliedstaaten der EU noch 35% des weltweiten Bruttoinlandsprodukts, heute sind es nur noch 25%. In dieser Welt hat ein einzelner europäischer Staat kein Gewicht mehr.

Nur mit geballter Kraft und einem gemeinsamen Ziel können wir Europäer in dieser Welt für unsere Werte eintreten. Wenn wir in Europa nicht mehr an die europäische Idee glauben, dann können wir sie auch nicht überzeugend vertreten.

Es muss uns Sorgen bereiten, dass wir selbst nicht die Notwendigkeit verspüren, für unsere einzigartige Freiheit zu kämpfen.

Mehr zum Thema: Wir müssen Europa radikal umdenken - sonst könnten wir eine ganze Generation verlieren

Wir müssen die Errungenschaften der westlichen Demokratien wieder offensiv und mit heißem Herzen verteidigen.

Mehr Einigkeit, mehr Stärke, mehr Leidenschaft!

Als Instanz für die Wahrung der Menschenwürde mit natürlicher Autorität müssen wir weiter für Stabilität in der Welt sorgen. Wir leben in unsicheren Zeiten.

Umso wichtiger ist ein Schutzraum der Freiheit und der Rechtssicherheit. Umso wichtiger ist ein starkes Europa.

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