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Schenken wir uns Zeit

Veröffentlicht: Aktualisiert:
CHRISTMAS MARKET FILTER PEOPLE
anouchka via Getty Images
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„Ach, für ein Treffen mit einem Gläschen Glühwein werden wir doch Zeit finden!", ein Satz, der zur Adventszeit gerne fällt.

Wenn es nur das eine Treffen wäre ....

Im Handwerk stellt der Kunde die Frage: „Können Sie vor Weihnachten die Arbeiten noch ausführen?" Das ganze Jahr nimmt man sich vor, den Boden renovieren zu lassen. Kurz vor Weihnachten muss es dann sein, denn die lieben Verwandten kommen und da muss es doch schön sein. Im neuen Jahr folgt ein verzweifelter Anruf: „Irgendein Besucher hat einen tiefen Kratzer im Parkett verursacht. Können Sie den Schaden beheben?"

Warum nicht erst die Verwandtschaft empfangen und dann renovieren?

Alle Jahre wieder dasselbe Spiel, die vorweihnachtliche Hektik und das Gefühl: Wir müssen doch noch ...

Wir hetzen von einer Weihnachtsfeier zur nächsten. Im Kindergarten, in der Schule, im Verein oder in der Firma wird gefeiert. Das ganze Jahr haben wir uns kaum gesehen, da wird es doch am Ende des Jahres höchste Zeit, um dies nachzuholen.

Zwischendurch werden noch mehrfach die Läden aufgesucht oder im Internet nach geeigneten Geschenken gesucht. Aufgrund der guten Wirtschaftslage erwartet der Handel in diesem Jahr einen Rekordumsatz.

Die Parkplätze werden in der City rar, die Kaufhäuser sind voll, die Verkäufer gestresst. Ihr vorweihnachtlicher Arbeitstag wird wochenlang von weihnachtlicher Musik begleitet. Wer diesem Einkaufsstress entgehen will, bestellt im Internet.

Die Folge: Viele Überstunden und Stress für die Fahrer der Paketdienste. Ist doch Weihnachten und jeder freut sich über eine Kleinigkeit! Ein Weihnachten ohne Geschenke können sich viele nicht vorstellen.

Nach Weihnachten ist alles geschafft. Die vielen Besuche wurden absolviert, man hat sich wiedergesehen, und es war eigentlich auch sehr nett. Nur irgendwie ging alles so schnell vorbei, die Adventszeit und die Weihnachtsfeiertage.

Der Blick auf die Waage verrät, der Genuss von Plätzchen und leckerem Essen ging nicht spurlos an uns vorbei. Auch unser Körper freute sich über eine erhöhte Kalorienaufnahme und speicherte sie für magere Zeiten. Es folgt Silvester und das neue Jahr mit dem Zeitpunkt der guten Vorsätze: weniger essen und mehr Zeit für sich finden.

Alle Jahre wieder verfliegen nach ein paar Wochen die guten Vorsätze und wir fallen in den alten Trott zurück.

Wir beschweren uns über den vorweihnachtlichen Stress.

Nur, wer zwingt uns
- fünf Weihnachtsfeiern zu besuchen
- zu einem Essen mit Freunden noch vor Weihnachten
- dem Einkaufen von vielen Geschenken
- dem Großputz davor
- den vielen Besuchen an den Feiertagen


Wir haben es in der Hand, der Hektik ein Ende zu setzen.
Streichen wir alle Termine und Aktivitäten, die wir nicht wahrnehmen müssen, wenn das Gefühl aufkommt: Es wird mir zu viel. Besinnen wir uns auf das Wichtigste: Eine ruhige und besinnliche Advents- und Weihnachtszeit.

Mein Denkanstoß an Sie: Sind Sie zum Streichen bereit?

Mit allen guten Wünschen
Ihre
Beate Buck

PS: Ich freue mich auf Ihre Kommentare.
Weitere Denkanstöße finden Sie auf meiner Homepage
http://www.beatebuck.com

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