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Barbra Streisand Headshot

Trump wird Amerika wieder groß machen - aber anders, als er denkt

Veröffentlicht: Aktualisiert:
BARBRA STREISAND
Reuters
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Ich habe es schon einmal gesagt und sage es wieder: Trump ist eine lebendige Illustration dessen, was Psychologen das "Verleugnende Selbst" nennen. Das ist eine Person, die sich weigert, ihre Fehler einzusehen und sie stattdessen auf andere projiziert.

So nannte er Hillary Clinton eine Lügnerin und "Putins Marionette", während er dies eher selbst alles zu sein scheint.

Bevor er zum Präsidenten gewählt wurde, hörte Trump nicht damit auf, Barack Obama der Lüge über seine Herkunft zu beschuldigen.

Und heute behauptet er, Obama sei des "McCarthyismus" schuldig. Sein eigener politischer Mentor und Anwalt war jedoch niemand geringeres als Roy Cohn, McCarthys oberster Berater.

Cohn war der Meister des Rufmords und Trump scheint, genau diesen Stil auch übernommen zu haben. Die Vorwürfe, die Trump anderen macht, beschreiben immer ihn.

Unter Präsidenten gibt es einen Kodex, der es verbietet, einander aus belanglosen oder persönlichen Gründen schlecht zu reden.

Für Trump offenbar nicht.

Seine verrückten Tweets über Obama, der angeblich im Trump Tower die Leitungen angezapft haben soll, sind nichts weiter als eine rechte Verschwörung.

Über Trumps Liebe zur Verfassung

Wenn man nachschlägt, was die Symptome einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung sind, klingt das schon sehr nach Donald J. Trump. Viele prominente Psychologen bestätigen das sogar. Er braucht Hilfe, um zu erkennen, dass seine Wahnvorstellungen nichts mit der Realität zu tun haben.

Es ist fast unmöglich bei seinen ganzen Lügen und Halbwahrheiten mitzuhalten. Die "Washington Post" schreibt: "Es gab nicht einen Tag in der Präsidentschaft des Donald Trump, an dem er nichts unwahres oder irreführendes gesagt hat."

Trump sagt: "Keiner schätzt den ersten Verfassungszusatz mehr als ich."

Und dann schmeißt er angesehene Medienvertreter aus einer Konferenz im weißen Haus, bezeichnen Fakten als "fake news" und verbreitet dabei "alternative facts".

Als ein Reporter ihn einmal im Presseraum des weißen Hauses etwas gefragt hatte, tadelte ihn Trump wegen dieser scheinbar unfairen Frage und befahl ihm dann, sich zu setzen.
Muss die Presse nur faire und einfach zu beantwortende Fragen stellen?

Trump hält der freien Presse buchstäblich den Mund zu. So viel zur Liebe zum ersten Verfassungszusatz.

Entweder erkennt Trump Fakten nicht oder es interessiert ihn einfach nicht, was wahr oder falsch ist. Er sagt, die Kriminalrate sei gestiegen, während sie eigentlich gesunken ist.

Er behauptet, die am wenigsten rassistische Person zu sein, die es gibt, und lässt dann keine Muslime mehr in sein Land.

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Können wir überhaupt wissen, was das mit unserer Wirtschaft macht? Unregistrierte Flüchtlinge tragen nach Aussage des unabhängigen Instituts für Steuern und Wirtschaft in Texas momentan jedes Jahr elf Billionen Dollar Steuern bei.

Sogar Bush ist humorvoller

Donald Trump kann nicht mal einen Witz über sich ergehen lassen....immer missmutig ist er.

Habens Sie doch mal bessere Stimmung, Mr. President!

Wegen seiner dünnen Haut und der Angst vor Kritik hat er sogar einen lustigen Abend beim Korrespondenten-Dinner im weißen Haus ausfallen lassen und ist damit der erste Präsident in 36 Jahren, der nicht daran teilnahm. Ebenfalls war er nicht beim Gridiron-Dinner, bei dem sich die konkurrierenden Parteien gegenseitig aufziehen.

Sogar Präsident George W. Bush akzeptierte es, als Person der Öffentlichkeit Ziel von Karikaturisten zu sein. Und zu Jimmy Kimmel sagte er sogar, er liebe Humor und die besten Witze seien die über einen selbst. Kimmel antwortete darauf, Bush solle das doch unserem heutigen Präsidenten erzählen.

Ich danke Gott für Comedy.

Mehr zum Thema: Obama könnte Trump verklagen und würde garantiert gewinnen

In diesen dunklen Zeiten für unsere Republik waren Comedians die stärksten Kritiker über Trump und seine Verbündeten. Ihre Satire sagt die Wahrheit und schenkt uns einen Moment der Erleichterung.

Die Freiheitsstatue weint

Abscheulich ist, dass unter Trump bereits die aus Hass begangene Verbrechen deutlich gestiegen sind. Die New York Times veröffentlicht wöchentlich eine Kurve, die diese Verbrechen abbildet - und es wurden immer mehr seitdem Donald Trump Präsident ist.

Die Übergriffe auf jüdische Glaubenseinrichtungen und Friedhöfe sind plötzlich ein populärer Sport. In Kansas wurde ein indischer Immigrant erschossen. Die Worte seines Mörders: "Raus aus meinem Land!"

Das alles sind die Auswirkungen eines aufkommenden Hasses auf Asiaten. Übergriffe auf Muslime und Mexikaner werden ebenfalls mehr.

Statt das beste aus seinem Volk herauszukitzeln, holt er das Monster aus ihm heraus.

Er bringt den Immigranten kein Mitgefühl entgegen. Ermittler und Fahnder behandeln alle wie Verdächtige - selbst, wenn sie ein Visum haben. Flüchtlingsfamilien flüchten jetzt von Amerika nach Kanada.

Die Freiheitsstatue weint.

Immigranten haben Amerika aufgebaut. Es war mal der Ort, an dem alle Menschen sein wollten, an dem man frei sein konnte.

Frei in seiner Religion, in seinen Gedanken und in seinen Äußerungen. Was passiert mit unserem Land? Will heute immer noch jeder nach Amerika kommen?

Aber es gibt Hoffnung. Trumps Lügen haben den Menschen die Kraft und Motivation gegeben, ihre Stimmen zu erheben und im Protest zu vereinen. Sie haben keine Angst, seiner rückschrittlichen Politik und der in seinen Reden entfesselten Dunkelheit entgegenzustehen.

Im Januar ist in Texas eine Moschee abgebrannt. Das Oberhaupt der jüdischen Gemeinde gab daraufhin dem Präsidenten der Moschee die Schlüssel zu seiner Synagoge, damit er und seine muslimischen Glaubensbrüder einen Ort zum Beten haben.

Mehr zum Thema: Die Deutschen sollten sich langsam beruhigen, den Amerikanern geht es sehr gut unter Trump

Als Vandalen in St. Louis 200 Grabsteine auf einen jüdischen Friedhof gekippt hatten, riefen ansässige Muslime eine Crowdfunding-Website ins Leben, um Geld zu sammeln. Es kam so viel Geld zusammen, dass sie den Überschuss an andere jüdische Gemeinden spenden konnten, die ebenfalls Vandalismus erfahren mussten.

All diese Dinge - das ist, was Amerika wieder groß machen wird.

Diese Freundlichkeit und Empathie wird Amerika wieder groß machen, Mr. Trump.

Wenn Menschen Mitgefühl und Respekt füreinander haben, dann können wir alle zusammen in einem Land leben, das für genau diese Werte einmal bekannt war.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei der Huffington Post USA und wurde von Franziska Kiefl übersetzt.

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