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Sean Patrick Neun

Student

Sean Patrick Neun schlug sich spät zum Abitur durch und studiert nun Amerikanistik und Iberoromanistik. Mit zunehmender Häufigkeit flüchtet er vor dem deutschen Klima nach Spanien für Praktika und Auslandssemester. Zurzeit muss er es mit der Stadt Madrid aufnehmen, wo er sich schon mal zum Bleiben einrichtet.

Weitblick

Unsere Küche ist bevölkert von Ameisen. Das ist hier nichts Ungewöhnliches. Leider. Man muss eben wissen, wie man damit umgeht. Wir haben hier Geckos, Kakerlaken, Ameisen, kleinere - laut Santiago lustige, weil kitzelnde - Ameisen und Moskitos. Besonders letztere rauben mir den letzten Nerv.
19/04/2017 16:58 CEST

Ameisen

Santiago kam heute mit traurigen Nachrichten aus der Arbeit. Einer seiner Kollegen, 32 Jahre alt, war auf seinem Motorrad tödlich verunglückt. Oft scheint es mir hier so, als sei der Tod etwas näher als in Europa. Leute hier sterben einfach.
01/04/2017 11:12 CEST

Poco a poco.

Zehn Pesos sind 50 Cent. Also sind dann zwanzig Pesos ein Euro. Circa. Die Preise, so hatte mir Susanne erzählt, würden für mich, den weißen Nicht-Mexikaner wohl erst mal höher ausfallen. Das sei aber normal und habe auch keineswegs mit Rassismus zu tun.
26/03/2017 13:10 CEST

Erinnerungen

Heute Morgen sind Santiago und ich zur Apotheke gelaufen, nachdem ich mit unerträglicher Migräne aufgewacht war. Die Pillen wirken. Mir geht es schon viel besser und später möchte ich mich trauen, in einen Bus zu steigen, der mich entlang der Avenida 30 ins Zentrum bringt, wo ich mich bei Starbucks meiner Hausarbeit widmen kann.
16/03/2017 15:50 CET

Angekommen.

Was bedeutet Mexiko? Bis jetzt bedeutet Mexiko für mich einen konstanten Geräuschpegel. Heute Morgen wollte ich die leicht frische Luft genießen und öffnete die Eingangstür. Inzwischen sitze ich hinter der geschlossenen Schlafzimmertür.
12/03/2017 16:07 CET

Der Deutsche weiß, wie man richtig flüchtet

Ich denke oft darüber nach, wie die deutschen Flüchtlinge wohl wären. Brav sitzen sie da in den Unterkünften und halten alles sauber und halten ihren Mund. Denn sie wissen, dass man dankbar sein muss und sich allgemein einfach nicht kritisch äußert, wenn man schon Hilfe bekommt.
17/03/2016 09:46 CET