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Wir leben in einer virealen Welt - und das ist gef├Ąhrlich.

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
CYBERATTACK
scyther5 via Getty Images
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Machen wir uns nichts vor: Das Internet setzt die Regeln, nach denen in der realen Welt Auseinandersetzungen gef├╝hrt werden, unsere allt├Ągliche Meinungsbildung und auch unser Gesch├Ąftsleben funktionieren, in vielen Bereichen einfach au├čer Kraft oder transformiert die Wege der Kommunikation auf dramatische Weise.

Zugleich kann das, was in der virtuellen Welt geschieht, durchaus reale Konsequenzen haben. Denn die virtuelle Welt ist l├Ąngst ein integraler Bestandteil unserer Realit├Ąt geworden. Die Trennung von "Cyber" und "Real Life" ist eine Illusion.

Wir leben l├Ąngst in einer verwobenen, "virtuell-realen", also einer "virealen" Welt. So geben 95% aller Unternehmer den Namen ihres Gegen├╝bers vor dem ersten Treffen in eine Suchmaschine ein. 57% machen wichtige gesch├Ąftliche Entscheidungen von den Ergebnissen abh├Ąngig, die sie bei ihrer Recherche im Netz ├╝ber eine Person oder ein Unternehmen vorgefunden haben. Die Suchmaschine ist damit heute zum Selektor geworden, zum Fallbeil ├╝ber Schicksale.

Leben in der "sch├Ânen neuen Welt"...

Grunds├Ątzlich sollte Reputationspflege deshalb in erster Linie darin bestehen, Reputationsprobleme im Internet von vorneherein zu vermeiden. Dazu allerdings w├Ąre es erforderlich, dass sich die Gef├Ąhrdeten - Privatpersonen ebenso wie Unternehmen oder Institutionen - rechtzeitig mit dem Thema vertraut machen und fortlaufend ihre Reputation ├╝berwachen.

Denn der ber├╝hmte "Gang zum Anwalt" ist heute oftmals nur noch ein kleines Fragment der L├Âsung des Problems. Das Internet ist transnational, die Rechtssprechung national - und viele Aggressoren somit juristisch schlicht nicht zu fassen. So sehr das Opfer auch im Recht sein mag.

Vorsorgen lernen!

Nur durch Wissen und stete Wachsamkeit kann man fr├╝h genug Strategien entwickeln und Vorsorge treffen. Zwar sind sich 58% aller F├╝hrungskr├Ąfte heute einig, dass Reputation ein wichtiges Thema ist, ├╝ber welches das Top-Management st├Ąndig informiert sein sollte, andererseits unterziehen aber gerade mal 15% ihre Unternehmensreputation einem permanenten Monitoring.

Ein str├Ąflicher Fehler! Denn gerade die umfassende Kenntnis der Sachlage ist in einem schwer zu greifenden und dynamisch agierenden Medium die Grundbedingung, um im Ernstfall schnell und effektiv Entscheidungen zu treffen.

Was tun?

Jede Attacke auf die Reputation einer Person, eines Unternehmens oder einer Institution ist im Hinblick auf die ihr zugrunde liegenden Parameter einzigartig und muss daher entsprechend individuell bewertet und beantwortet werden.

Bei allen Entscheidungen muss gefragt werden, welche Motivation und wie viel Sprengkraft hinter einem Angriff steht, wie dieser im Detail gef├╝hrt wird und welche Konsequenzen sich kurz-, mittel- und langfristig f├╝r die pers├Ânliche Reputation oder die Reputation eines Unternehmens oder einer Institution ergeben k├Ânnten.

Hier gilt es abzuw├Ągen: Manch ein ungerechtfertigter Angriff verschwindet eher, wenn man ihn ignoriert und nicht vorschnell ├╝berreagiert. Dennoch hei├čt "Ruhe bewahren" keinesfalls "Augen zu und durch": Wer eine Attacke falsch einsch├Ątzt und den richtigen Zeitpunkt zur Reaktion verpasst, befindet sich online ebenso wie offline beinahe unrettbar in der Defensive.

Wer, wie und wann?

Zudem muss man sich innerhalb einer Organisation immer fragen, wer in einer Krise reagieren soll.

Ein PR-Team, der CEO pers├Ânlich, ein Rechtsbeistand, ein externer Blogger oder - im Zuge der Glaubw├╝rdigkeit - doch lieber ein interner Mitarbeiter, der die Situation quasi "aus erster Hand" schildern kann? Sie m├╝ssen sich fragen: Wer sind meine Adressaten, also: Welche Stakeholdergruppen sind betroffen, und wie bewertet das Risikocontrolling den Fall? Welche Gefahren gehe ich ein und wie viel Schaden kann meine Marke nehmen, wenn ich die sozialen Netzwerke einfach abschalte und komplett aus der Unternehmenskommunikation ausspare? Die Sachlage ist stets individuell zu beurteilen.

Die vireale Welt ist komplizierter als man denkt.

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