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United: Hinweise auf Marken-Sabotage mehren sich

13/05/2017 11:23 CEST | Aktualisiert 13/05/2017 11:23 CEST
Westend61 via Getty Images

Gestern berichtete ich in der Huffington Post noch mit einem Augenzwinkern über eine Reihe peinlicher, schlimmer und absurder Vorfälle mit Passagieren der US-Fluggesellschaft United Airlines. Heute schon zwinkert kein Auge mehr und die Sorgenfalten werden tiefer. Die Zeichen mehren sich, dass United Airlines möglicherweise Opfer eines gezielten Angriffs auf ihre Reputation und damit ihren Marktwerkt erlebt. Dies ist seit April offenkundig geworden:

  • Ein Rentner, der blutig geschlagen und aus dem Flugzeug gezerrt wird, weil ein United-Mitarbeiter seinen Sitzplatz im überbuchten Flieger für sich wollte.
  • Eine weinende Mutter mit Kind und Kinderwagen im Arm, die von einem Steward grob angegangen wird, der auch einem anderen Passagier Schläge androht.
  • Einen tiefgekühlten tierischen Passagier (ein teures Rekord-Rasse-Kaninchen namens Simon), der nach der Landung eingeschäschert wurde.
  • Jetzt, ganz frisch, laut CBS und San Francisco Chronicle einen weiblichen Fluggast, der behauptet, auf ihrem Sitz vor ihren Mitpassagieren in einen Becher pinkeln zu müssen.

Der Laie wird sagen, die Besatzungen der United Airlines haben offenbar einen Bedarf an Nachschulung und so etwas verbreitet sich eben im Social Media Zeitalter viral.

Der Profi weiß dagegen, dass Tag für Tag an Bord aller großer Fluggesellschaften, in den Restaurants von Fast Food Ketten, in Kliniken, in Filialen von Supermarktgiganten, einfach überall wo Service angeboten wird, die abstrusesten Dinge passieren. Sie können auch Hotels, Kreuzfahrtschiffe oder Disneyland nehmen. Fehler passieren, Handycams sind überall und eine virale Verbreitung solcher Vorfälle ist kein Naturgesetz.

Verlässliche Viralität ist ein Märchen

Automatische Viralität ist ein Phänomen des ganz frühen Social Media Zeitalters. Heute sind die Datenfluten so groß, dass echte virale Verbreitung zwar existiert, aber einem Lottogewinn gleichkommt. Das, was viral erscheint sind somit Eintagsfliegen oder es wird nachgeholfen. Das ist Fakt. Nur Ahnungslose oder unseriöse Werbeleute fabulieren noch von verlässlicher viraler Verbreitung mit ausreichender Konsumentenpenetration ohne Nachhilfemaßnahmen. Hinzu kommt, dass die Vorfälle bei United Airlines zwar heftig sind, aber die Videos dazu nicht sonderlich gut. Noch ein Minuspunkt in Sachen authentisch viraler Distribution.

Wenn jetzt der vierte demütigende Vorfall bei United Airlines es in seriöse Tageszeitungen und auf die Startseite von msn news schafft, dann ist das für einen Sicherheitsexperten eine Schippe zu viel Zufall.

Keine Verschwörungstheorie, sondern normaler Alltag

In Fachkreisen kennen wir schwarze Propaganda aus dem politischen Bereich schon sehr gut. Es ist dort inzwischen Alltag, wodurch in Deutschland sich erst die "Lügenpresse"-Vorwürfe genährt haben und jetzt das Thema "Fake News" hochkocht. Gezielte Rufschädigung ist also weder etwas Neues, noch etwas Exotisches und in der politischen Arena nun wahrlich alles - nur keine Verschwörungstheorie. Es passiert, inzwischen wird darüber sogar in Talkshows ganz offen gesprochen.

Worüber aber bislang kaum jemand öffentlich spricht, sind taktische Rufmordkampagnen gegen Wirtschaftsunternehmen. Es gab sie bereits, aber eher sporadisch und wenig professionell gemacht, wobei die Professionalität sich hier an der "Natürlichkeit" des Geschehens misst. Also dass Sie, liebe Leser, denken, "was schreibt der denn da, das ist ist doch alles nur Zufall".

Indikatoren für Black Ops

Es gibt Indikatoren, an denen man "Black Operations" gegen Unternehmen identifizieren kann. Aus der Ferne kann man diese im Fall United Airlines nicht sachgerecht durchgehen - und vor allem nicht öffentlich. Doch lassen Sie sich gesagt sein, dass es mit jeder Meldung der oben genannten Art wahrscheinlicher wird, dass United Airlines derzeit Opfer eine Black Op-Maßnahme eines Aggressors ist. Von der Machart und den benutzten Kanälen abgeleitet, kann man das Verursacherspektrum sogar halbwegs sicher einkreisen. In diesem Fall weist Vieles auf eine der großen internationalen PR- und Lobby-Firmen.

Es bleibt jetzt abzuwarten, ob weitere Vorfälle auftauchen oder die Sache abebbt. Ihr Ziel müssten die potentiellen Aggressoren eigentlich schon erreicht haben.

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