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Trump vs. Clinton - Der blanke Wahnsinn

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HILLARY CLINTON
Shutterstock
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Hillary Clinton ist in veritablen Schwierigkeiten. Würde ihr Gegner nicht Donald Trump heissen, wäre die Wahl für sie erledigt. Aktuell muss man ihre Chancen von "sicher gewonnen" zu "auf der Kippe" downgraden. Denn die neuen FBI-Ermittlungen gegen die demokratische Kandidatin bedeuten nichts weniger, als dass jeder Hillary-Wähler jemandem seine Stimme gibt, gegen den strafrechtliche Ermittlungen geführt werden - wegen eines möglichen Vergehens, das direkt mit ihrer politischen Arbeit zusammenhängt. Im Wahlkampfteam der Kandidatin dürfte gegenwärtig alles auf Krisenmodus geschaltet sein, Clintons Reaktionen sind allerdings alles andere als souverän.

Während Donald Trump drei, vier, manchmal sogar fünf Auftritte am Tag absolviert, hat Clinton einige Termine abgesagt, stattdessen bezweifelt sie öffentlich die Arbeit des angesehenen FBI. Aus strategischer Sicht eine ziemlich unkluge Entscheidung, um es höflich zu formulieren. Unter erstaunlich wenigen Zuschauern bei ihren Auftritten litt sie schon eine Weile, jetzt wird es richtig ungemütlich. Was in den Vereinigten Staaten derzeit politisch passiert, ist schon recht einmalig. Mit Trump ein Kandidat, der von seiner eigenen Partei zum Teil regelrecht gehasst wird und eine Kandidatin, gegen die kriminalistisch ermittelt wird. Welch ein Wahnsinn!

Hillary Clinton erlebt gerade einen dramatischen Reputationsverlust, der im Zeitalter des Internets einen Schaden von immenser Auswirkung in kürzester Zeit zur Folge haben kann. Man darf dabei nicht vergessen, dass Reputation und Glaubwürdigkeit in unserer globalisierten Wirtschaft so etwas wie eine Währung sind - und Clintons Kurs stürzt gerade ab. Im Vor-Internet-Zeitalter liessen sich PR-Probleme noch räumlich und zeitlich eindämmen.

Die Medien waren bis ca. zum Jahr 2000 überschaubar, schwerfällig und Kampagnenleiter hatten die Möglichkeit, alle möglichen Optionen zu durchdenken. Ein Reputationsverlust blieb so oft beherrschbar. Die Verantwortlichen konnten sich in aller Ruhe kommunikativ auf eine mediale Konfrontation vorbereiten. Doch diese Zeiten sind definitiv vorbei. Eine Nachricht ist heute in Sekunden einmal um den Globus und jeder Laie kann dies veranlassen.

In der Sicherheitsbranche traut daher derzeit niemand auch nur einer einzigen Wahlprognose für die US-Präsidentschaftswahlen. Jeder Ausgang ist denkbar, selbst ein paradoxes Wahlergebnis, bei dem Trump die Mehrheit der Wählerstimmen, Clinton aber die Mehrheit der Wahlmänner gewinnt. Nur eines ist sicher: die Kandidaten der Libertären und der Grünen werden sicher nicht gewinnen. Alles andere wäre wilde Spekulation. Eine spannende Wahlnacht erwartet uns bald.

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