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Terrorgefahr durch Flüchtlinge: unklare Informationen

11/09/2015 10:11 CEST | Aktualisiert 11/09/2016 11:12 CEST
Pacific Press

Bezüglich der sicherheitspolitischen Analyse der aktuellen Flüchtlingswelle gibt es zwei Einschätzungen, die sich diametral gegenüberstehen. Auf der einen Seite befindet sich der deutsche Auslandsnachrichtendienst (BND) mit der Auffassung, es bestehe keine Gefahr, dass mit den Flüchtlingen Terroristen in die EU einsickern.

Die Sicht des deutschen Dienstes

In der „Welt" legt der Chef des Bundesnachrichtendienstes dar , er befürchte keine erhöhte Terrorgefahr durch die große Anzahl von Flüchtlingen aus dem Nahen Osten.

"Wir haben derzeit keine konkreten Hinweise darauf, dass unter den Flüchtlingen Terroristen sind", zitiert ihn die „Bild". Es sei zwar nicht völlig auszuschließen, dass Terroristen die vorhandenen Schleuserstrukturen nutzten, aber es sei unwahrscheinlich.

Denn Terroristen würden gefährliche Bootsfluchten über das Mittelmeer meiden, wenn sie viel leichter mit gefälschten oder gestohlenen Papieren und einem Flugticket ihr Ziel erreichen könnten.

Andere sehen Alarmstufe rot

Andere, insbesondere ausländische Quellen und private Sicherheitsanalysten, sehen die Lage gegenteilig. Es sei keineswegs einfacher, mit gefälschten Papieren in die EU einzureisen, als über die so genannte Balkan-Route der Flüchtlinge. Insbesondere dann nicht, wenn man mit genug Geld ausgestattet und instruiert worden sei, welche Wege man nehmen müsse.

Die britische Zeitung „Sunday Express" berichtet unter Berufung auf einen syrischen Agenten, dass sich bereits mehr als 4000 IS-Terroristen unter die Flüchtlinge gemischt hätten und so nach Europa eingeschleust worden seien. Sie sollen angeblich bereitstehen, um auf Befehl ihr blutiges Handwerk in der Europäischen Union zu beginnen.

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Auch politisch tiefe Gräben

Während die deutsche Bundeskanzlerin am Donnerstag erklärt hat, es gebe im Asylrecht keine numerische Höchstgrenze an Flüchtlingen, warnte der islamkritische niederländische Politiker Geert Wilders angesichts der zahlreichen nach Europa fliehenden Menschen von einer "islamischen Invasion".

Wörtlich soll Wilders nach Agenturangaben gesagt haben: "In ganz Europa Massen von jungen Männern um die 20 mit Bärten, die Allahu Akbar singen: Das ist eine Invasion, die unseren Wohlstand, unsere Sicherheit, unsere Kultur und Identität bedroht."

Was wirklich Sorge macht

Was an der gegenwärtigen Lage den Sicherheitsanalysten Sorge bereitet, ist das völlig unklare Lagebild. Die Einschätzungen und Bewertungen der Experten gehen auseinander, ja sogar noch schlimmer: nicht einmal über die Datenlage besteht derzeit Einigkeit, da etablierte Kontrollsysteme wie etwa die EU-Grenzsicherung kollabiert sind.

In seriösen Nachrichtensendungen wie der "Tagesschau" werden Flüchtlinge vorgestellt, die angeblich aus dem Iran(!) geflohen sind, einem Land, in dem seit über 25 Jahren Frieden herrscht und das den hohen Lebensstandard eines weit entwickelten Schwellenlandes zu bieten hat.

Es ist diese allgemeine Konfusion und der Verlust von Logik, Struktur und Ordnung, der Sicherheitsanalysten derzeit schlaflose Nächte bereitet. Die Dinge scheinen ins Rutschen zu geraten. Wir haben, um es neutral zusammenzufassen, einen interessanten Herbst und Winter vor uns.

Lesenswert:

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200 Menschen aus Deutschland, darunter Politiker, Schauspieler, Musiker, Studenten und andere Menschen haben in der Huffington Post ein wichtiges Zeichen gesetzt: Sie haben den Flüchtlingen in Deutschland zugerufen: "Willkommen, gut, dass ihr hier seid, weil..."

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