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Rufmord und Reputation in der Wirtschaft

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
TRUST
Lichtmeister Photography Productions e.U. via Getty Images
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Ein hohes Reputationsrisiko hat jedes Gesch├Ąftsmodell, das auf dem Vertrauen der ├ľffentlichkeit, Mitarbeiter, der Kunden oder der Kapitalgeber basiert. Ein Reputationsschaden hat in diesem Fall einen direkten Einfluss auf die wirtschaftliche Existenz des Unternehmens.

Deshalb ist es f├╝r nahezu alle Unternehmen im Zeitalter des Internet unerl├Ąsslich, neben den Betrachtungen im Risikomanagement auch Reputationsrisiken zu betrachten, die das Vertrauen in eine Unternehmung nachhaltig sch├Ądigen k├Ânnen. Welches das gr├Â├čte Reputationsrisiko ist, l├Ąsst sich nur branchen,- unternehmens und zielgruppenspezifisch beantworten.

Sicherheits- und Reputationsrisiken drohen bei...

  • schlechten Arbeitsbedingungen
  • schlechte Arbeitgeberqualit├Ąt
  • ÔÇ×Hire & Fire"-Mentalit├Ąt
  • schlechten Bewertungen und Kommentaren von Mitarbeitern im Internet
  • schlechter Stimmung der Mitarbeiter im Unternehmen
  • schlechter Produkt- oder Dienstleistungsqualit├Ąt
  • schlechten Bewertungen im Internet
  • unprofessionellem Umgang mit Kundenkritik und Reklamationen
  • schlechtem Kundenservice allgemein
  • schlechte und unzureichender Risiko- und Krisenkommunikation
  • keiner konsequenten Online Reputation Management Strategie
  • unzureichender und z├Âgerlicher Information
  • nicht proaktiver Kommunikation bei negativen Entwicklungen
  • unverst├Ąndlichen Erkl├Ąrungen/ Sprache
  • dem ├ťberlassen der Deutungshoheit ├╝ber Entwicklungen auf dem Finanzmarkt durch Dritte (z.B. den Medien)
  • nicht ausreichender Informationweitergabe an die ├ľffentlichkeit
  • einer unprofessionellen Risikokommunikation/ Krisenkommunikation ohne strategischen Leitfaden
  • der Interpretation von Informationsleerstellen durch die Medien und der Entwicklung von Ger├╝chten
  • einem Schweigen des Unternehmens zu wichtigen Fragen

Die Folge: Das Unternehmen wird zum Spielball der Interpretationen von Dritten. Ein Reputationsverlust ist unausweichlich.

Reputationsschutz basiert also auf dem Vertrauen der Zielgruppen eines Unternehmens wie Mitarbeiter, Kunden, Aktion├Ąren, Beh├Ârden und der ├ľffentlichkeit. Risiko,- und Krisenereignisse k├Ânnen dazu f├╝hren, dass das Vertrauen in das Unternehmen Schaden nimmt und damit ein irreparabler Reputationsverlust entsteht. Deshalb ist der Reputationsschutz in jedem Unternehmen von h├Âchster Bedeutung und absolute Chefsache.

Ein konkretes Reputationsrisiko werden in der Regel durch einen klaren Reputationsleitfaden f├╝r Reputationsrisiken gehandhabt, der zur Identifizierung, Bewertung und dem Management von Reputationsrisiken entwickelt wird.

  • Identifizierung von Reputationsrisiken
  • Bewertung von Reputationsrisiken
  • Management von Reputationsrisiken

Das Management von Reputationsrisiken sollte grunds├Ątzlich aus mehreren prozessualen Schritten bestehen. Es gibt einen ├╝bergeordneten Handlungsrahmen. Gleichzeitig werden Verantwortungsbereiche in den einzelnen Unternehmensunits gebildet, die eine Risikobewertung anhand, der im Leitfaden verankerten Kriterien f├╝r die Risikoidentifizierung vornehmen k├Ânnen. ├ťber die Berichtsketten gelangt diese Information je nach Reputationsrisiko zu einem speziellen Stab, der sich mit dem Thema auseinandersetzt und festlegt, wie zu verfahren ist.

Es ist wichtig, um anschlie├čend zu entscheiden, ob am es mit einer Reputationsrisiko-Kommunikation oder mit einer Krisenkommunikation bzw. einem Krisenmanagement zu tun hat, selbstkritisch die Anl├Ąsse der Reputations-Attacke zu bewerten. Angriffe auf die Reputation sind Angriffe auf die Glaubw├╝rdigkeit einer Person, eines Produktes, eines Unternehmens. Also m├╝ssen wir selbstkritisch fragen, wie berechtigt diese Angriffe sind: Hat es vielleicht tats├Ąchlich Fehler gegeben? Nur wer bereit ist, eigene Schw├Ąchen in Augenschein zu nehmen, an ihrer Beseitigung zu arbeiten und sich bei ├Âffentlichen Vorw├╝rfen nicht zur├╝ckzuziehen, kann auf Dauer Schaden von seiner Reputation abwehren. Wer sich dagegen f├╝r unangreifbar h├Ąlt, der ist schon in die erste Falle gegangen.

Erfolgreiches Reputationsmanagement ist keine oberfl├Ąchliche Sch├Ânheitskorrektur, kein taktisches Bedienen von Social Media und keine strategische Suchmaschinenoptimierung. Dies alles sind nur Werkzeuge einer ├╝berordneten Ma├čnahmenstruktur.

Doch geht im Reputationsmanagement nicht um Stimmungsmache, sondern um Meinungsbildung. Meinungen ben├Âtigen ein solides Fundament und eine an die modernen Medien angepasste, glaubw├╝rdige Kommunikation, weg von der stereotypen Einbahnstra├če, weg von einer ├╝ber Jahrzehnte von den Unternehmen aufgrund fehlender oder bewusst nicht beachteter Resonanzkan├Ąle kultivierten PR- und Marketing-Kunstsprache, hin zu einem wirklichen Dialog mit dem durch die virtuelle Welt umso realer werdenden Adressaten. Dank Social Media bekommt man jetzt pl├Âtzlich sogar Resonanz, welcher Art ist eine separate Frage.

Letztlich l├Ąsst sich Rufmord im Internet, also Angriffe auf die Reputation von Personen, Unternehmen oder Marken, nur dann wirksam abwenden und verhindern, wenn die Inhalte und Werte, die die eigene Reputation verspricht oder gar verk├Ârpert, nicht einfach nur sch├Âne und Werbeleute glattgeb├╝gelte Worte auf einer Plakatwand oder Internetseite sind. Werte bilden die Basis der Reputation; sie sind ein pers├Ânliches Versprechen, das dann auch gelebt und mit Taten untermauert werden muss.

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