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Cyber-Destruction: Wie der Mittelstand sich schĂŒtzen kann

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SOCIAL MEDIA FIGHT
OcusFocus via Getty Images
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Das Problem wird immer grĂ¶ĂŸer, aber was kann man tun? Die Rede ist von Cyber-Destruction gegen kleine und mittelgroße Betriebe im Internet. Unter diesem neuen Anglizismus versteht man eine verschĂ€rfte Form des Cyber-Mobbings, bei welcher das Opfer nicht nur getroffen, sondern regelrecht wirtschaftlich vernichtet werden soll.

Dies kann einen niedergelassenen Arzt ebenso treffen wie eine lokale BĂ€ckereikette oder einen mittelstĂ€ndischen Industriebetrieb. Großkonzerne haben gewaltige PR- und Anwaltsmaschinen im Hintergrund, an diese trauen sich die ÜbeltĂ€ter seltener heran - und wenn doch, greift das RĂ€derwerk und löst das Problem.

Alle anderen Betroffenen sind sich selbst ĂŒberlassen, vor allem jene Schicht von Betrieben, die das RĂŒckgrat der deutschen Wirtschaft bilden.

Welche Maßnahmen sind im Notfall dennoch praktikabel? Leider ist eine pauschale Antwort nicht möglich, denn es geht stets um individuelle FĂ€lle, in denen speziïŹsche Maßnahmen bewertet werden mĂŒssen. Der erste Weg wird Online-Rufmord-Opfer zweifellos zum Anwalt fĂŒhren, denn â€žĂŒble Nachrede" ist laut §186 StGB strafbar. Leider wird dies nur in den seltensten FĂ€llen helfen, denn das deutsche Strafrecht endet - wie jedes andere deutsche Gesetz auch - an der Staatsgrenze.

Erfolgreiche juristische Hilfe gibt es nur in den seltenen FÀllen, in denen die TÀter innerhalb der Bundesrepublik dingfest gemacht werden können. Formal betrachtet ist das Internet in der deutschen Gesetzgebung und Rechtsprechung zwar kein rechtsfreier Raum, aber es ist eben das World Wide Web und sobald der deutsche Rechtsraum verlassen wird, gestalten sich die Dinge extrem kompliziert.

Erschwert wird die Rechtsverfolgung dadurch, dass Inhalte beispielsweise bei auslÀndischen Webseitenbetreibern eingestellt sind und auf diesen Webseiten oftmals keinerlei Kontaktmöglichkeit zum Betreiber der Seite besteht. Diese Betreiber berufen sich meist ganz legal auf die Gesetze anderer Staaten. Hier ist es meist unmöglich den Betreiber der Webseite zu ermitteln und dementsprechend gerichtlich gegen diesen vorzugehen, vor allem wenn es "nur" um einen Eintrag im Internet geht. Dass dieser "kleine" Eintrag im Internet aber zum Beispiel eine Arztpraxis ruinieren kann, ist zwar Fakt, aber zunÀchst keine Frage des Rechts.

DarĂŒber hinaus warnen Experten, dass die Kosten bei transnationaler Rechtseinklagung schnell explodieren können. Zudem kann es unter UmstĂ€nden dazu kommen, dass eine Rechtsverfolgung des Verstoßes zwar theoretisch leicht möglich ist, eine Rechtsdurchsetzung in Deutschland dann aber de facto unmöglich ist. Anwaltlicher Rat ist dennoch meist ratsam, um zumindest die Lage korrekt eingeschĂ€tzt zu bekommen.

Was kann man selbst - als Privatperson und Unternehmer - tun?

  • Googeln Sie regelmĂ€ĂŸig Ihren eigenen Namen, setzen Sie diesen in AnfĂŒhrungszeichen und geben Sie ihn in die Suchmaske ein.
  • FĂŒllen Sie im Netz keine Fragebögen aus, geben Sie nie Ihre Handynummer, Ihre Anschrift oder Ihre Kontodaten weiter.
  • Achten Sie bei DiskussionsbeitrĂ€gen in Foren oder Communities darauf, zu welchen Themen Sie sich wie Ă€ußern. Tun Sie dies nie unter Ihrem vollen Namen und legen Sie fĂŒr solche Postings am besten eine eigene E-Mail-Adresse an, die keine RĂŒckschlĂŒsse auf Ihre wahre IdentitĂ€t zulĂ€sst. Das gilt im Übrigen auch fĂŒr die Anmeldung in Netzwerken wie Facebook oder Lokalisten.
  • Sollte Ihnen eine Ihrer Bemerkungen im Nachhinein doch noch sauer aufstoßen, reagieren Sie prompt: In vielen privaten Foren können Sie Ihre EintrĂ€ge selbst zurĂŒckziehen oder bearbeiten.
  • Stellen Sie nie Fotos ins Internet, die im Zweifel fĂŒr andere Zwecke missbraucht werden könnten, wie zum Beispiel Urlaubsfotos in Bikini oder Badehose, extreme Partysituationen etc. Zeigen Sie sich von Ihrer besten Seite.
  • Sollte einer Ihrer Kunden oder ein anderer Dritter ein Foto von Ihnen ungefragt in seinem (Facebook-)ProïŹl verĂ¶ïŹ€entlichen, reagieren Sie sofort und bitten Sie ihn, das Bild zu löschen.
  • Das bedeutet im umgekehrten Fall: VerĂ¶ïŹ€entlichen Sie nie Bilder von Mitarbeitern, BetriebsstĂ€tten, Partnern, Verwandten, Freunden, Kollegen im Netz, ohne dass Sie vorher deren Zustimmung eingeholt haben.
  • Wann immer Sie ein Passwort benötigen, lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf: Ein gutes Passwort besteht aus mehreren Groß- und Kleinbuchstaben sowie aus ZiïŹ€ern und Sonderzeichen - auf den Sinn kommt es hier am wenigsten an.
  • Gehen Sie mit Ihrem virtuellen GegenĂŒber genauso um, als wĂŒrde er im wirklichen Leben vor Ihnen stehen. Persönliche AngriïŹ€e in Foren und Chats sind daher absolut tabu.
  • Lassen Sie bei Ihren ProïŹlen auf Xing oder Facebook große Sorgfalt bei den Voreinstellungen zum Datenschutz walten. Sie persönlich entscheiden, wer wann was ĂŒber Sie erfĂ€hrt.

Wenn die Lage sich zu sehr zuspitzt, können sich Betroffene außer an versierte AnwĂ€lte parallel auch an jene Unternehmen wenden, welche sich professionell mit solchen Problemstellungen befassen. Auch diese haben ihre Grenzen, aber sind zumindest die richtige "Notruf-Adresse" mit der nötigen Expertise.

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