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Das sind laut Forschern die 5 häufigsten Fehler, die Eltern im Umgang mit ihren Kindern machen

31/05/2017 10:27 CEST | Aktualisiert 31/05/2017 10:37 CEST
iStock

Eltern wollen, dass sich ihre Kinder bestmöglich entwickeln, damit sie später im Leben erfolgreich und glücklich sind. Dafür fördern und loben sie die Kleinen, übersehen aber häufig, dass sie mit ihrem Verhalten den Kindern mitunter auch schaden können.

Die Pädagogin Astrid von Friesen erklärt in ihrem Erziehungsalphabet, was die häufigsten Fehler sind, die Eltern im Umgang mit ihren Kindern machen.

Das "Positive Parenting Program" oder Triple P, also positives Elterntraining, welches aufgrund von ungezählten Forschungsergebnissen in den USA entwickelt wurde, enthält klare, informative Kritik und ebenso klare Verhaltensanleitungen.

Folgende Erziehungsfehler kommen demnach am häufigsten vor:

1. Ungewollte Belohnung

Sechsmal im Supermarkt nach dem Eis quengeln, dann hat das Kind Erfolg. Kinderleicht. Oder vom Quengeln, übers Schreien zum Wutanfall gesteigert (Eskalationsfalle): Eine ebenso leichte Übung schon für Zweijährige.

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Die Eltern belohnen aktiv (!) dieses Negativverhalten, wenn sie das Eis kaufen und der Wut nachgeben. Aktiv, mit der Tendenz das negative Verhalten zu steigern. Auch langes, meist sinnloses Diskutieren bedeutet verstärkende Aufmerksamkeit. Denn Kinder lernen weniger durch Worte als durch Handlungen.

Besser: Negatives Verhalten ignorieren, keinerlei Reaktion erfolgen lassen, weder gutmütige Worte noch inkonsequente Taten.

2. Das positive Verhalten des Kindes ständig ignorieren

Fast alle Menschen neigen bei sich und anderen dazu, das positive im Leben links und unerwähnt liegen zu lassen. Also bekommen Kinder sehr viel mehr Aufmerksamkeit durch ihr negatives Verhalten, also verhalten sie sich negativ. Simple Lerntheorie.

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Auch können Deutsche generell besser jammern und nörgeln als Komplimente, Freude oder

Lob äußern.

3. Anweisungen werden oft falsch gegeben

Zum falschen Zeitpunkt: Wenn das Kind z.B. einen Film ansieht und wirklich nicht "hinhört".

Oder im "Vorbeigehen" des Erwachsenen, also nicht im direkten Blickkontakt. Oder Anweisungen, die zu früh kommen, denn ein Dreijähriger kann sein Zimmer noch nicht alleine aufräumen.

Überfordernde Anweisungen verwirren und machen konfus: Zu viele Anordnungen auf einem Mal lässt rasch das Gefühl entstehen, nichts recht machen zu können.

Oder ungenaue Anweisungen wie: "Benimm dich ordentlich"/ "Zimmer aufräumen!" Das sind lange Zeit zu abstrakte Forderungen. Kinder können nur Schritt für Schritt und konkret lernen.

Und das nur durch unterstützte Handlungen weniger durch Einsicht. Besser wäre der

konkrete Hinweis: "Bitte iss die Nudeln mit der Gabel, nicht mit den Fingern!"

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4. Wirkungsloser Einsatz von Strafe

Strafen werden oftmals angedroht, aber nicht vollzogen. Das ist eindeutig Energieverschwendung, auch machen sich Eltern lächerlich und unglaubwürdig.

"Wenn...dann"- Sätze nur gebrauchen, wenn man sie auch vollziehen will.

Wenn Eltern emotional sehr erregt und zornig sind, sollten sie nicht strafen, weil das Risiko zu groß ist, das Kind zu schädigen. Jegliche körperliche Strafe steht zudem seit 2001 unter Strafe.

Wenn Eltern nicht übereinstimmen in ihrer Erziehungshaltung, weiß das Kind überhaupt nicht was erlaubt oder verboten ist. Höchst verwirrend - bis hin zu Verhaltensproblemen.

5. Demütigungen schaden der (Kinder-) Seele

"Du bist dumm/doof/blöd....usw." schwächen das Selbstwertgefühl und führen zu

Resignation, Verweigerung oder Wut.

Es gilt, das Kind zu respektieren und nur sein jeweiliges und momentanes Verhalten zu korrigieren. Alte Verfehlungen sind vergangen, diese weder beim Ehestreit noch in der Erziehung aufwärmen.

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem E-Book "Ein Erziehungsalphabet: Von A bis Z - 80 pädagogische Begriffe".

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Zum Weiterlesen: Astrid von Friesen, Gerhard Wilke: "Generationen-Wechsel: Normalität, Chance oder Konflikt? Für Familien, Therapeuten, Manager und Politiker" (2016, LIT-Verlag, Berlin, ISBN: 978-3-643-13520-9)

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