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Wie sich Digitalisierung auf Wirtschaft und Gesellschaft auswirkt

06/12/2017 18:21 CET | Aktualisiert 06/12/2017 18:21 CET
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Digitalisierung bedeutet große und weitreichende Veränderungen - nicht nur für den Endverbraucher, sondern auch für Unternehmen und die Wirtschaft. Große und traditionelle Organisationen stehen vor der Herausforderung, ihre eigene Struktur agiler zu gestalten. Denn nur so können sie die Digitalisierung erfolgreich umsetzen. Dabei reicht es allerdings nicht aus, nur Teilbereiche wie etwa die IT zu einer agilen Einheit umzubauen.

Die Veränderungen müssen in allen Unternehmensbereichen stattfinden - dann können die Mitarbeiter auch effektiver und effizienter arbeiten sowie bessere Arbeitsergebnisse erzielen. Produkte und Dienstleistungen orientieren sich an den Bedürfnissen der Kunden. Ändert der Kunde jedoch seine Ansprüche, muss das Unternehmen flexibel und dynamisch reagieren können und sein Angebot entsprechend anpassen.

Tut es das nicht, wird der Kunde Alternativen suchen - und wahrscheinlich auch finden. Dieser Effekt lässt sich auch auf Mitarbeiter übertragen, denn im Kampf um die großen Talente können nur agile Unternehmen gewinnen, die auf fortschrittliche Führungsmethoden und Arbeitstools setzen.

Fehlende Bandbreite ist der Flaschenhals der Digitalisierung

Viele der großen Player haben den Zusammenhang zwischen Digitalisierung und Agilität inzwischen verstanden. Sie brauchen für die Umsetzung allerdings auch eine gewisse Infrastruktur. Daher ist der Breitbandausbau ein Kernstück der modernen, digitalen Gesellschaft. Fehlt Bandbreite, ist dies wie ein Flaschenhals der Digitalisierung.

Gebiete, in denen es keine schnelle Web- oder Mobilfunkanbindung gibt, werden aus diesem Grund zu Geisterstädten. Denn dort wird keiner leben und arbeiten wollen. Breitbandanbindung sollte daher ein Grundversorgungsrecht werden - wie es der Wasser- oder der Stromanschluss ist.

Schließlich hängen die meisten der neuen Dienste, wie medizinische Wearables, autonomes Fahren oder mobiler Zugriff auf Wissen, von der digitalen Infrastruktur ab. Wir können es uns weder wirtschaftlich noch gesellschaftlich erlauben, diese Dienste nur einem Bruchteil der Bevölkerung zugänglich zu machen, nur weil wir nicht flächendeckend in den Breitbandausbau investieren wollen.

Umgang mit digitalem Wissen fördern

Natürlich ist auch die digitale Gesellschaft kriminellen Angriffen ausgesetzt - genauso wie es in der realen Welt der Fall ist. Daher ist das Thema Cybersecurity ein wesentlicher Punkt, mit dem wir uns zunehmend beschäftigen sollten und müssen. Doch hier gibt es bereits Maßnahmen und Abwehrmechanismen.

Die viel größere Gefahr sehe ich darin, dass digitale Dienste nicht für jeden zugänglich sind und in der Digitalisierung eine Zwei-Klassen-Gesellschaft entsteht. Dabei geht es nicht um die Kostenfrage, denn viele Dienste kosten nicht viel und werden das auch in Zukunft nicht tun. Es geht vielmehr um die Fähigkeit, mit digitalen Tools umgehen zu können, zu verstehen wie sie funktionieren und welchen Zweck sie haben und sie anzuwenden.

Der Vorsprung von Wissen und der Zugang zu Wissen werden entscheidend für existentielle menschliche und unternehmerische Entscheidungen werden. Das ist es, was eine offene Gesellschaft verwundbar macht.

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