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Pop für Erwachsene

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Guido Mieth via Getty Images
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Ja, wer hätte das gedacht? Da kommt Mike Rutherfood von irgendwo aus der Ecke hervor und legt mit seinen Mechanics ganz einfach mal ein gutes Album hin. Immerhin 32 Jahre ist es her, dass das damalige Mitglied der überaus erfolgreichen Band Genesis es seinem Bandkollegen Phil Collins und dem früheren Genesis-Sänger Peter Gabriel gleichtun und eine Solokarriere hinlegen wollte.

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Das gelang schließlich auch und noch heute kann man regelmäßig vor allem den 1986er Hit „All I need is a Miracle" im Radio hören. Mit Collins` Erfolgen konnte es Rutherford aber nie aufnehmen, vielleicht auch, weil der Chefmechaniker mit seiner Truppe - mal abgesehen von den ersten zwei Collins-Alben - doch etwas mehr Wert auf Ecken und Kanten legte und seine Songs nicht vollständig glatt polierte. Dafür gelangen ihm aber eben auch nicht so zahllose Chartwürmer wie dem berühmten Kollegen.

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Im 32. Jahr ihres Bestehens bringen Mike and the Mechanics nun ihr achtes Album heraus. Das ist nicht gerade eine erdrückende Zahl und die Alben waren auch von unterschiedlicher Qualität. Vor allem das 2011er-Album „The Road" haute nur noch wenige Hörer vom Hocker. Das ist bei dem neuen Werk „Let me fly" ganz anders. Schon der Opener und Titelsong, ein sanfter, fast etwas euphorischer Song, lässt genauer hinhören, wo man doch eigentlich nur mal eben reinhören wollte. Das geht eigentlich Stück für Stück so weiter.

Nur selten sind wie bei „Are you ready" deutliche Anklänge aus den ganz frühen Mechanics-Zeiten zu vernehmen, in denen die Musik ja auch sehr 80er-Jahre war. Sehr wohltuend macht sich bemerkbar, dass Rutherford sich mit Clark Datcher ein neues Mitglied in die Band geholt hat. Darauf wäre wohl Ende der 80er Jahre kaum jemand gekommen, denn Datcher sang damals bei der Pop-Band Johnny Hates Jazz. Nun wirkt er als Songwriter gemeinsam mit Rutherford und es klingt ganz danach, als wenn beide sich gut ergänzen. „Clark ist ein ausgewiesener Songwriter und brachte frischen Wind in meine Ideen. Ich schickte ihm ein paar Zeilen, die er zu Leben erweckte. Es gab keinen einzigen trägen Moment".

Ganz so klingt „Let me fly" denn auch. Träge ist auf diesem Album nichts. Wer erwachsenen, melodiösen und soften Pop mag, wird mit diesem Album gut bedient. Ihre Ecke und Kanten aus den früheren Jahren haben sich Mike and the Mechanics allerdings irgendwo auf dem langen Weg zu diesem Album abgestoßen. Im September geht's übrigens auf Tour durch Deutschland.

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