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Gott à la carte?

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GOD
Igor Zhuravlov via Getty Images
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Orlando, Nizza, Würzburg, München, Kabul... ich könnte die Liste jener Orte, an denen jüngt Grauenhaftes passiert ist endlos fortsetzen. Nun bin ich ein Kirchenmann und selbst glaubensmäßig eher gering Interessierte kommen an solchen Tagen auf mich zu und stellen die immer gleiche Frage: Wenn es einen Gott gibt, warum lässt er dann solche Gräuel zu?

Lassen Sie mich ehrlich sein. Man muss schon von erschütternder Naivität heimgesucht sein, um solch eine Frage zu stellen. Vor allem dann, wenn man ansonsten die Worte "Christentum" und "Kirche" nur mit der Pinzette anfasst. Für viele Menschen jeden Alters scheint der "liebe Gott" immer noch Opa auf dem Wölkchen zu sein, den man am liebsten im Altersheim parkt, um seine Mahnungen und Gebote nicht hören zu müssen - aber wenn es kracht, dann soll er da sein. Doch der Herr ist nicht Opa Simpson.

Und wie bitteschön soll ich mir das rein praktisch vorstellen? Soll der Herr einen Blitz auf jeden Terroristen und jeden bösen Krieger herniederfahren lassen, um ihn zu stoppen? Würde dann nicht sofort Renate Künast Protest-Tweets gen Himmel schicken, ein paar Volt weniger wären angemessener? Gäbe es dann keine Demonstrationen gegen den Law and Order Mann im Himmel?

Lassen wir diesen Unsinn bitte beiseite. Als Christen glauben wir durchaus an ein Wirken Gottes in dieser Welt, auf verschiedensten Wegen. Sei es durch das Vorbild des Messias oder aber durch die Wegweisung im Heiligen Geist. Doch da gibt es noch etwas anderes: Gott hat uns einen freien Willen gegeben. Und so hat jeder Mensch, seit Adam und Eva aus dem Paradies, die absolut freie Wahl: er kann Gutes tun oder Böses.

Es mag ja sein, dass derjenige die Quittung dann im Jenseits (oder von mir aus auch im nächsten Leben) bekommt. Aber Fakt ist und bleibt, dass wir alle einen freien Willen haben, mit ebenso allen Konsequenzen. Und doch sind wir nicht Alleingelassen. Der Heilige Geist ist durchaus ein Wegweiser und so manches Mal geschehen sogar Wunder. Aber auch hier sind wir als Menschen aktiv gefragt. Öffnen wir uns dem Heiligen Geist und hören wir auf ihn? Trauen wir uns zu beten und Wunder als solche zu erkennen und zu benennen?

Wie man es dreht und wendet: Gott hat uns frei erschaffen. Mit diesem Schatz und dieser Bürde müssen wir leben.

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