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Umfrage belegt: Zwei Drittel der Migranten sind gegen Masseneinwanderung von Flüchtlingen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
BAHNHOF
dpa
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"Wir brauchen wieder Grenzkontrollen.
Wir haben zu viele Ausländer in Deutschland.
Das Kopftuch muss in Deutschland verboten werden (...)"

Diese Aussagen stammen nicht nur von irgendwelchen ausländerfeindlichen AFD Wählern, sondern von einigen Menschen, mit Migrationshintergrund, die seit Jahrzehnten hier in Deutschland leben.

Aufgrund des Schubladen-Denkens glauben viele Deutsche, dass die Wähler solcher rechtsgeprägten Parteien, wie die AFD, Springerstiefel tragen und Glatzen haben. Doch das ist schon lange nicht mehr der Fall.

Eigentlich hätte die populistische Volkspartei mittlerweile noch viel mehr Wählerstimmen bekommen können, wenn ihre Wahlprogramme auch auf arabisch oder türkisch verfügbar wären.

Zwei Drittel der Migranten sind gegen Masseneinwanderung von Flüchtlingen

Menschen, wie der Schriftsteller Akif Pirinçci, sind nicht die einzigen Migranten, die solche rechte Parolen schwingen, wie die AFD. Auch der Islamkritiker Hamed Abdel-Samad, der vor circa einem Jahr von der AFD, als Redner nach Charlottenburg eingeladen wurde, liefert Steilvorlagen für rechten Wutbürgern.

Das sind nur zwei Beispiele, die genau das widerspiegeln, was einige Deutsche mit Migrationshintergrund hinter vorgehaltener Hand sagen. Zwar wird über das Thema Integration immer wieder gesprochen, doch viele verdrängen, dass es auch viele Migranten gibt, die meinen, dass man nur integriert wäre, wenn man auch anfängt, fremdenfeindlich zu sein.

Bei einer Umfrage der "Welt am Sonntag" (November 2015) äußerten sich 64 Prozent der Migranten in Deutschland kritisch zur Einwanderung. 40 Prozent wollen weniger Flüchtlinge ins Land lassen, 24 Prozent gar keine mehr.

Demnach sind zwei Drittel der Migranten gegen Masseneinwanderung von Flüchtlingen. Damit liegt die Ablehnung bei Migranten deutlich über der Gesamtbevölkerung!

Auch bei der diesjährigen Landtagswahl, die vor kurzem in Baden-Württemberg stattgefunden hat, wurden 1.548 Wähler vor Wahllokalen befragt. Das Ergebnis: 34 Prozent der AfD-Wähler haben einen Migrationshintergrund. Dies sind Quellen, stammen unter anderem auch vom Publizist Dr. Michael Grandt.

Die Linke wertet die AFD auf

Hetzilein, alias Frauke Petry, genießt aktuell durch die "Lügenpresse" wieder mal sehr viel Aufmerksamkeit. Die AFD muss eigentlich nicht mehr viel in ihre Wahlkampagne investieren, da die Medien für sie alles übernehmen.

Nahezu täglich wird empört über die Partei, die ursprünglich nicht so rechtsorientiert war berichtet. Wenn man in die Vergangenheit blickt, waren ursprünglich die Linke gegen die EU, und nicht die AFD.

Die Linken und die Rechten waren sich noch nie so nah, wie heutzutage. Da ist es auch kein Wunder, dass so viele Wähler zur AFD übergegangen sind. Die AFD relativiert immer wieder alles und das ganze Theater wiederholt sich Woche für Woche.

Im Grunde wertet die linksorientierte Berichterstattung die AFD auf. In allen deutschen Talkshows sitzt aktuell mindestens ein AFD-Abgeordneter, damit die Quote auch schön erfüllt wird. Ein Mehrwert ist bei solchen Sendungen nicht mehr zu erwarten.

Wer hat sich das Wahlprogramm der AFD eigentlich durchgelesen?

Viele Bürger kennen lediglich die rechtsradikalen Äußerungen der einzelnen AFD-Abgeordneten. Zitate, Aussagen und Interpretationen sind in Deutschland mehr im Gedächtnis geblieben, als das eigentliche Wahlprogramm der AFD.

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Dennoch muss man eins ganz klar sagen: Diese Partei wurde nicht aufgrund ihres Wahlprogramms gewählt! Sie lebt von der derzeitigen "Trotzreaktion" der Bürger. Doch was bleibt von dieser Partei übrig, wenn sie mit ihrem rechtsorientierten Kurs nicht mehr weiter kommen?

Wenn die Medien nicht mehr über sie berichten und sich womöglich im Bundestag bewähren müssen? Werden sie dann immer noch so viele Stimmen haben?

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Hier geht es zur Umfrage.

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