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Liebe Politiker, ihr beleidigt euch lieber anstatt euren Job zu machen

05/03/2017 14:12 CET | Aktualisiert 06/03/2017 08:26 CET
Michaela Rehle / Reuters

Es reicht langsam mit dem Kindergarten, liebe Politiker. Ihr seid doch alt genug. Erwachsene mit Wissen und Macht. Und ihr beleidigt euch öffentlich in den sozialen Netzwerken.

Es geht euch darum, andere Politiker oder Parteien schlecht zu machen, sodass sie an Zulauf verlieren.

Ihr heutigen Politiker macht euch nur im Internet stark. Im Internet habt ihr Mumm und außerhalb schweigt ihr. Das kennen wir doch.

Könnt ihr euch nicht einfach treffen und den Mut aufbringen, euch das ganze ins Gesicht zu sagen?

Die Öffentlichkeit hat eure gegenseitigen Anfeindungen satt und möchte, dass ihr mit diesem Kindergarten aufhört.

Lasst doch Martin Schulz in Ruhe

Seitdem Martin Schulz Kanzlerkandidat ist, beleidigen viele Politiker gnadenlos seine Position und schreiben Dinge wie: „Der Martin, der keine Ahnung von Innenpolitik hat, wird der SPD dermaßen schaden, dass Angela Merkel die Wahl gewinnen wird".

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Ich verstehe nicht, warum FDP, AfD und CDU solche niveaulosen Sprüche loslassen. Es ist der Neid. Auch die Bürger machen Witze über Herrn Schulz: „ Er hat kein Abitur und dann sowas".

Liebe Leute und Politiker - was geht euch das an? Kindisch sind eure Sprüche.

Martin Schulz (SPD) ist wenigstens ein Zeichen dafür, dass man nicht unbedingt Hochschulreife haben muss, um erfolgreich zu sein.

Mehr zum Thema: Der neuste Vorschlag der Grünen zeigt, wie realitätsfern die Partei inzwischen geworden ist

Nochmal liebe Politiker, wenn ihr für euren Wahlkampf andere beleidigt, dann bitte ich, die Öffentlichkeit außen vor zu lassen und eure Probleme Auge in Auge zu besprechen.

Denn das Internet macht daraus erst eine Hetze und gleichzeitig ist es einfach kindisch.

Es ist Beleidigung und Mobbing.

Ein Beispiel für das ganze ist Erika Steinbach, Ex-CDU-Politikerin, heute Mitglied im Deutschen Bundestag. Sie war damals gut mit Angela Merkel befreundet und bekam somit nicht wenig Aufmerksamkeit. Irgendwann stieg sie aus der CDU aus.

Die Begründung: "Ich kann nicht mehr hinsehen, wie Angela Merkel das Land auseinanderreißt. Ihre Politik ist nicht hundertprozentig."

Heute kennen wir die damalige CDU-Politikerin als Bloggerin auf Facebook - sie setzt sich gegen Merkels Politik ein. Viele ihrer Follower finden ihre Aktion respektlos und verräterisch, schreiben so etwas wie: "Sie sind kein Kind mehr und benehmen sich respektlos, obwohl Sie dank unserer Kanzlerin viel Aufmerksamkeit genossen haben."

Liebe Politiker, bitte ändert euch

Unsere Politiker müssen lernen, selbstbewusster im Internet zu agieren.

Mehr zum Thema: Vage Kritik ist nicht genug: Was ein Kanzler Martin Schulz gegen Armut und soziale Ungleichheit tun müsste

Die Kindergarten-Zeit muss enden und es muss heißen: erwachsen denken.

Sie sollten sich um die Lage im Land kümmern, anstatt sich gegenseitig zu beleidigen, denn Außen- und Innenpolitik ist wichtiger als der andere Kinderkram.

Das Volk braucht Politiker, die an das Land denken.

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