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Das Ziel des IS ist es, alle Christen und Jesiden auszulöschen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
ISLAMIC STATE SOLDIERS
Thaier Al-Sudani / Reuters
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Wir Jesiden sind eine Religion, die auf rein mündlicher Überlieferung beruht. Es gibt kein Buch, wie die Bibel oder den Koran. Ursprünglich kommen die Jesiden aus dem Irak, genauer gesagt aus Shingal. Derzeit sind 750.000 Jesiden auf der ganzen Welt verstreut.

Sie leben in Deutschland, Russland, Kanada, Amerika und anderen Ländern.
Die Religion wird seit Jahrhunderten verfolgt. Viele der Muslimen sagen, dass die Jesiden an den Teufel glauben, aber das ist falsch. Wir glauben nicht an den Teufel, sondern an Tausi Melek. Er ist für alle Jesiden ein Engel Gottes und in etwa das, was für Christen Jesus oder für die Moslems Mohammed ist.

Man hat in den letzen Monaten mitbekommen, dass der IS die Jesiden angegriffen hat und zwar genau an dem Ort von dem sie herkommen. Viele Tausende sind getötet und vergewaltigt worden. Immerhin konnte der IS in Shingal gestoppt werden. Die Soldaten haben die Stadt endgültig verlassen.

Aber es gibt ein weiteres Problem: viele Jesiden, ungefähr zehntausende Frauen und Mädchen haben die Soldaten des IS mitgenommen. Manche von ihnen werden als Sklavinnen verkauft. Andere halten sie in Gefangenschaft und missbrauchen sie Tag und Nacht. Vor kurzem ist ein verstörendes Video aufgetaucht. Man sieht drei Soldaten des IS, die eine Frau vergewaltigen. Man hört ihre Schreie, sie klingt verzweifelt, doch niemand kann ihr helfen.

Das Ziel des Islamischen Staats ist es, alle Christen und Jesiden auszulöschen, koste es was es wolle. Anhänger unserer Religion gibt es nur noch wenige. Wenn niemand was unternimmt, könnten wir über die nächsten Jahrzehnte aussterben.

Aras Bacho ist Flüchtling aus Syrien und schreibt bei der Huffington Post über seine Erlebnisse. Er und seine Familie gehören zu den Jesiden, eine religiöse Minderheit, die in Syrien verfolgt wird.

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