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Ist Islam verantwortlich für Gewalt und Terrorismus?

15/04/2017 18:05 CEST | Aktualisiert 16/04/2017 22:07 CEST
NOORULLAH SHIRZADA via Getty Images

In der heutigen Zeit spielt das Thema Terrorismus eine sehr große Rolle und oft wird der Islam für den Terrorismus verantwortlich gemacht.

Es hat mich sehr überrascht zu erfahren, dass ein großer Teil unserer Gesellschaft den Islam als eine Religion des Terrors versteht und es ist sehr traurig, dass der Islam, welcher von den meisten Muslimen als eine Religion von Frieden, Harmonie und der Brüderlichkeit verstanden wird, unter den Terrorakten einiger Irren leidet. Aus diesem Grund fühle ich mich als Muslim dazu verpflichtet, meine Gesellschaft über die wirklichen Lehren des Islam aufzuklären.

Nun die Behauptung, dass der Islam für Gewalt und Terrorismus verantwortlich sei, ist ganz stark zu verurteilen, da dem Islam das Wort ,,Terrorismus´´ absolut fremd ist. Das Wort ,,Terrorismus´ existiert nicht im Koran oder in den Lehren des Propheten Muhammads.

Im Leben des Propheten Muhammed findet man nirgendwo ein Beispiel, dass er Gewalt zur Verbreitung des Islams ausgeübt hätte.

Sogar im Falle eines Krieges, welches ausschließlich zwecks Verteidigung geführt werden darf, verbot der heilige Prophet seinen Soldaten Frauen, Kinder, Ältere oder einen Menschen anzugreifen, welcher sich nicht am Krieg beteiligte.

Außerdem ist der Begriff ,,Heiliger Krieg´´ dem Islam unbekannt. Oft wird der Begriff Dschihad fälschlicherweise als heiliger Krieg bezeichnet. Die wortwörtliche Bedeutung des Begriffs Dschihad ist dagegen Anstrengung, Bemühung.

Also die Anstrengung und der Kampf gegen das eigene Ego. Ein Dschihad im Kriegszustand ist nur im Verteidigungsfall erlaubt. Ebenso kennt der Islam die Vorstellung von einer Verbreitung des Glaubens mit ,,Feuer und Schwert nicht. Niemals hat der Heilige Prophet Muhemmad jemandem zum Glauben gezwungen, noch jemanden dafür bestraft, aus der Religion auszutreten. Der Koran sagt dazu:

,,In Glaubensdingen darf es keinen Zwang geben´´ (2:257)

An einer anderen Stelle sagt Gott im Koran:

,,Lass den gläubig sein, der will, und den ungläubig sein, der will´´ (18:30)

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Anhand dieser eindeutigen Verse wird einem klar, dass der Islam die Ausübung der Gewalt gegen Unschuldige vollkommen ablehnt.

Viele Menschen sind der Meinung, dass der Islam am meisten Schaden in der Weltgeschichte verursacht habe und es somit die Muslime seien, die auch heute diese Verbrechen im Namen Allahs verüben.

Nun wenn wir das politisch betrachten und uns mal die Weltgeschichte anschauen, stellen wir fest, dass es so gut wie gar keine Kriege gab, die im Namen der Religion geführt wurden, sondern es waren machtpolitische Kriege die geführt wurden, z.B. der erste und zweite Weltkrieg. Diese haben am meisten Blut in der Weltgeschichte vergossen. Jetzt stellt sich die Frage, was die beiden Weltkriege mit Islam oder irgendeiner Religion zu tun gehabt haben?

Islam ist ein arabisches Wort und heißt ,,Hingabe an Gott´´. In diesem Sinne sind alle Religionen Islam, auch wenn sie anders genannt werden. Islam ist eine sehr friedliche Religion, welche, wie andere Religionen Liebe lehrt und Gewalt ausdrücklich ablehnt.

Hier findet ihr den Autor auf Twitter.

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