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Aqib Masood Malik Headshot

Wir als muslimische Flüchtlinge müssen uns integrieren - das gibt schon unser Glaube vor

Veröffentlicht: Aktualisiert:
MUSLIMS IN GERMANY
Thilo Schmuelgen / Reuters
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Ich bin Aqib Masood Malik, in Lahore Pakistan geboren und wurde von Ahmadi muslimischgläubigen Eltern großgezogen.

In 1974 und 1984 wurden durch eine Verfassungsänderung und eine Präsidentschaftsverordnung die Mitglieder meiner islamischen Gemeinde die Ahmadiyya Muslim Gemeinde zu Nicht-Muslimen und Ungläubigen in Pakistan erklärt und ihre grundlegenden religiösen Freiheiten verweigert.

Tausende von Ahmadi-Muslimen - einschließlich meiner Verwandten - wurden im ganzen Land für "Verbrechen" wie das Lesen des Korans oder die Identifizierung als Muslim verhaftet.

Zahlreiche Ahmadiyya-Moscheen und -Geschäfte sind seitdem niedergebrannt und hunderte von Ahmadi-Muslimen sind von extremistischen Mobs getötet worden. Speziell wurde auf Ahmadi-Muslimische Ärzte gezielt.

Als mein Vater und Bruder in Pakistan umgebracht wurden und ich ein Opfer religiöser Vorurteile wurde, musste ich Pakistan verlassen, um Frieden und Sicherheit zu erlangen.

Ich nahm Deutschland als mein neues Heimatland an

Im Jahr 2011 kam ich nach Deutschland, suchte Asyl und nahm Deutschland als mein neues Heimatland an. Nach so vielen Jahren wusste ich endlich, wie es sich anfühlte, Sicherheit und Religionsfreiheit zu genießen und mein Recht auf freie Rede ausüben zu können. Und so begann mein neues Leben als Flüchtling in Deutschland.

Zu Beginn war es nicht leicht für mich und mein Leben hatte sich um 360 Grad geändert. Die Sprache, Kultur und die Lebensweise waren mir alles fremd. Es war für mich wie eine neue Geburt.

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Ich ging in der Schule und hatte kaum was verstanden. Ich konnte hier niemanden verstehen und es war eine sehr große Hürde. Aber ich hatte keine andere Wahl und ich musste die Schwierigkeiten überwinden.

Nun bin ich 20 Jahre alt, mache mein Abitur, kann gutes Deutsch, habe Freunde und möchte später Medizin studieren. Ich kann hier alles machen, was ich möchte, kann die Freiheit genießen.

Das Land hat mir soviel gegeben, was ich mir gar nicht vorstellen konnte. Es hat mir eine sichere Zukunft geschenkt. Ich kann dafür niemals genug dankbar sein.

Es ist Teil meines Glaubens, dem Heimatland loyal zu sein

Natürlich will ich diesem Land etwas zurückgeben, halte es sogar für meine Pflicht. Es ist Teil meines Glaubens, dem Heimatland gegenüber loyal zu sein und den Gesetzen des Heimatlandes Folge zu leisten.

Ich bin nicht so anders als alle anderen hier lebenden Ahmadi Muslime. Es ist fast die gleiche Geschichte in jedem Haushalt. Alle Ahmadis, die nach Deutschland kommen, erlangen gute Bildung, schlagen den Weg der Ausbildung/Weiterbildung oder des Studiums ein und erweisen dem Land ihre Dienste.

Mehr zum Thema: Deutschland ist nicht meine Heimat und wird es niemals sein: Was es bedeutet, als Syrerin in Deutschland aufzuwachsen

Wir haben zahlreiche Ärzte, Rechtsanwälte, Wissenschaftler, Ingenieuren, Informatikern, Lehrer und Professoren in unserer Gemeinde.

Ich bin fest entschlossen, Deutschland in jeglicher Art und Weise zu dienen. Wir verrichten von der Ahmadiyya Gemeinde aus sehr viele soziale Arbeit, spenden Blut, pflanzen Bäume, machen an den Silvester Nächten freiwillig Straßen sauber, führen interreligiöse Dialoge und wollen die Distanz zwischen Menschen, die durch anderen Kulturen und Traditionen herrscht, abbauen.

Darum sind wir Tag und Nacht bemüht.


     
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