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Dschihad im Islam

08/05/2017 12:12 CEST | Aktualisiert 08/05/2017 12:12 CEST
Cielo De La Paz / EyeEm via Getty Images

Es ist ein sehr heißes Thema in unserer Gesellschaft, was einen zum Beruhigen bringen kann, wenn der/diejenige über die wahre Bedeutung und das richtige Konzept des Dschihads sachkundig ist.

Ich bitte Sie das alles unvoreingenommen zu lesen und es sich dann durch den Kopf gehen zu lassen und sich dabei zu fragen, ob das wirklich alles stimmt, was uns durch die Medien übermittelt wird.

Das Konzept vom Dschihad ist vielen von uns nicht bekannt. Immer wenn das Wort „Dschihad" aufkommt, verlinken meisten von uns das Wort mit Krieg und Waffen.

Das Wort „Dschihad" bedeutet soviel wie eine Anstrengung, Bemühung im Namen Gottes zu unternehmen, oder nach etwas besseres zu streben. Nun die wahre Definition vom Dschihad kann man nur aus dem Koran und aus dem Leben des Propheten Muhammads herausnehmen.

Jede andere Definition ist unislamisch, die nicht dem Koran und dem Leben des Propheten Muhammads entspricht.

Es werden drei Formen von Dschihad erklärt.

1. Jihad Akbar (der große Dschihad)

Der wichtigste Jihad ist der "Jihad Akbar". Er besteht in dem unablässigen Bemühen des Menschen um das richtige Gehen auf dem geraden Weg, d.h. dem Kampf gegen eigenen Egoismus, schlechte Neigungen und falsche Begierden.

Damit es noch genauer wird, möchte ich Ihnen das auch anhand eines Beispiels erläutern. Zum Beispiel, wenn man eine Prüfung schreibt, und es läuft ein Fußballspiel auf dem Fernseher, dann ist das auch ein Dschihad, dass man das Spiel opfert und sich auf die Prüfung vorbereitet, damit man die Prüfung gut bestehen kann.

Man strengt sich an und versucht zum Lernen, obwohl man gerne das Spiel anschauen möchte, so ein Verhalten heißt der große Dschihad.

2. Jihad Kabir (Mittlerer Dschihad)

Im mittleren Dschihad geht es um den Wettstreit zur Verbreitung der Wahrheit durch Wort und Schrift, von dem Allah im heiligen Koran sagt:

"Rufe auf zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung, und streite mit ihnen auf die beste Art." (16:126)

Die Muslime sollen also in "Weisheit" und "schöner Ermahnung" diskutieren. Dies geschieht heutzutage im interreligiösen Dialog, der die Gemeinsamkeiten der verschiedenen Kulturen und Religionen unterstreicht, ohne die Friedensbotschaft des Islam zu vernachlässigen.

3. Jihad Saghir (Der Kleine Dschihad)

Im kleinen Dschihad erlaubt der Islam die Verteidigung vom Leben und Leib und dies ist nur im Angriffsfall zulässig. Beispielsweise, wenn jemand einen Einbruch erlebt und die Einbrecher sind bewaffnet und wollen die Einwohner des Hauses erschießen, dann dürfen die Einwohner eventuell eine Waffe in die Hand nehmen um sich verteidigen zu können.

Diese Erlaubnis wurde von Gott dem Heiligen Propheten Muhammad erteilt, nachdem er zwölf Jahre lang von den götzendienerischen Mekannern verfolgt wurde, aber ihnen gegenüber friedlich widerstand.

Nirgendwo im Koran ist die Rede davon, dass es den Menschen erlaubt sei, andersgläubige zu töten, weil sie eben einen anderen Glauben haben.

Der Dschihad wird allgemein mit Terror gleichgesetzt. Es gibt keine solchen Beweise in den Lehren des Islams, die besagen, dass Gewalt oder dieser so genannte Terrordschihad erlaubt sei, um den Islam an die Ecken der Welt zu verbreiten. Gott sagt im Koran:

"Er ist Allah, außer Dem es keinen Gott gibt, der König, der Heilige, der Eigner des Friedens, der Gewährer von Sicherheit, der Beschützer, der Allmächtige, der Verbesserer, der Majestätische. Hoch erhaben ist Allah über all das, was sie anbeten!" 59:24.

An diesem Vers wird deutlich: Wie könnte Derjenige, Der der Eigner von Frieden ist und der Gewährer von Sicherheit, tolerieren, dass Seine Schöpfung Frieden und Sicherheit auf der Erde zerstören soll und Unruhe stiften soll?

Wenn wir uns die Islamische Geschichte anschauen, sehen wir, dass es den Muslimen zuerst die Erlaubnis von dem kleinen Dschihad in Surah Hadsch erteilt wurde. Die Muslime waren auch davor erlaubt, den Dschihad zu machen, aber lediglich mit Koran und Argumenten. Gott sagt im Koran:

"Den Gläubigen, die von den Ungläubigen angegriffen werden, ist es erlaubt zu kämpfen, weil ihnen Unrecht geschehen ist. Gott kann sie gewiß siegen lassen". 22:40

Das sind die, die zu Unrecht aus ihren Wohnstätten vertrieben wurden, nur weil sie sagten:

"Unser Herr ist allein unser Gott!" Wenn Gott nicht Ungerechte durch Gerechte zurückhalten würde, wären gewiß Einsiedlerklausen, Kirchen, Synagogen, Kultstätten und Moscheen, in denen der Name Gottes unablässig genannt wird, zerstört worden. Gott läßt den siegen, der Gottes Sache siegen läßt. Gottes Macht und Gewalt sind unermeßlich". 22:41

Nun wenn wir unparteiisch versuchen diese Verse zu verstehen, können wir die eindeutigen Bedingungen des Islamischen Dschihads (der kleine Dschihad) feststellen.

Die Bedingungen des kleinen Dschihads

Die Bedingung des Islamischen Dschihads lautet, dass der Gegner Kriegsanfänger ist und somit die Muslime im Angriffsfall sind. Nur dann ist denen erlaubt zu bekämpfen, da sie sich gegen Ungläubigen abwehren müssen.

Das sind die Bedingungen, die der Koran uns vom Dschihad darstellt. Jede andere Lesart, die diesem Konzept widerspricht, ist als falsch und unislamisch zu verstehen.

Da wo Gott im Koran den Muslimen die Erlaubnis des Dschihads (der kleine Dschihad) erteilt, sagt er auch gleichzeitig wie oben im Vers 22:41, dass alle Gotteshäuser, seien es Synagogen, Kirchen, Kultstätten oder Moscheen, zu schützen sind.

Nun wenn wir diesen Vers aufmerksam durchlesen und uns damit auseinandersetzen, stellt sich die Frage, obwohl hier die Rede vom Islamischen Dschihad ist, warum erwähnt dann der Koran hier die Synagogen, Kirchen und Kultstätten? Weil Gott im Koran die Muslimen zum Schützen anderer Gotteshäuser gebietet und wenn diese Erlaubnis nicht vorhanden wäre, dann wären gewiß alle Gotteshäuser niedergerissen worden. Das ist die liebvolle Lehre vom Islam. Wer indes Verse einen Zusammenhang erkennt, dass der Islam die Muslimen zum Vernichten andersgläubige auffordert, begeht einen sehr großen Fehler. In diesem Sinne wenn ein Muslim in Verteidigung einer Kirche oder einer Synagoge ums Leben kommt, ist es auch ein Dschihad. Das ist die Lehre vom Islamischen Dschihad. Da sehen wir, wie eindeutig der Koran uns das Thema erläutert.

Der Heilige Prophet Muhammad (friede und segen seien auf ihm) hat dies einmal verdeutlicht, als er mit Gefährten von einer Kampfhandlung nach Medina zurückkehrend, sagte: „Wir kommen aus dem kleinen Jihad und ziehen in den großen Jihad." Er sagte auch einmal: „Der beste Jihad ist ein wahres Wort gegen einen Tyrannen".

Man sieht, wie schön die Lehre vom Islam ist, wenn sie genau so ausgeübt wird, wie der Gott und der heilige Prophet Muhammad uns gezeigt und sie selbst praktiziert hat. Es besteht keinen Zweifel darin, dass die Glaubenskriege, die im Namen des Islams geführt werden, nicht mit der friedlichen Lehre des Islams zu verbinden sind und die Angst die den Menschen eingejagt wird, dass Islam die Zerstörung der Ungläubigen fordere, keine Grundlage im Heiligen Koran und im Leben des Propheten Muhammads besitzt.

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