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Nach Orlando: dem Entsetzen folgt blanke Wut

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ORLANDO
Getty
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Fast gleichzeitig mit dem Pogrom in Orlando konnte ein ähnlicher Fall in LA gerade noch verhindert werden. Heute ist es schon wieder Paris mit einem Attentat eines IS-Kämpfers auf ein Polizistenpaar. Und Morgen?

Zusammenleben heißt immer, einander zu respektieren. Und dazu sind zahlreiche Muslime offenbar zu falsch konditioniert, wie sich zuletzt in unfassbar drastischer Weise zeigte. Selbstverständlich sind nicht alle Islamgläubige zur Rechenschaft zu ziehen, obwohl es schon stark davon abhängt, wie sehr man sich dem Koran oder gar der Scharia verbunden fühlt und wieviel Toleranz man bereit ist, zu geben.

Fakt ist, in den christlichen Staaten herrschen nunmal andere Werte. Wer hierher kommt um von den Vorzügen des Westens zu profitieren, kann nicht den hier Ansässigen seine Religion überstülpen.

Homosexualität im Islam

Eine besondere Rolle spielt der Homo-Hass, der die IS bzw. ISIS-Kämpfer offenbar explizit anstachelt, obwohl Homosexualität im Islam in früheren Jahrhunderten durchaus ausgelebt wurde und es sicher auch heute noch, wenn auch noch verdeckter, der Fall sein kann bzw. das Bekanntwerden der Veranlagung oft Ehrenmorde nach sich zieht. Ganz offen betitelt eine türkische Zeitung die Attentatsopfer in Orlando als "Perverse".

Nun, der Westen hält sich im Gegensatz dazu bedeckt über die Tatsache, dass in vielen muslimischen Ländern Kinderhochzeiten erlaubt sind. Dabei könnten einem dazu zahlreiche Invektive einfallen.

Bemerkenswert ist auch, dass die Berichterstattung - auch wenn es zunächst anders erscheint - zurückhaltender ausfällt und vorzeitiger abflaut: Es geht um Gays. Wären 50 "Normalos" der gigantischen Attacke zum Opfer gefallen, entstünde geradezu ein Aufruhr. Desgleichen gilt auch für fast tägliche Attacken auf Homos oder schwule Paare, die besonders häufig in Berlin geschehen.

Und hier fängt es an: Die verstaubte Ansicht, dass wir Homosexuelle als Randgruppe keine andere Randgruppe kritisieren dürfen, steckt noch in vielen drin, eingeimpft durch "Alt-68er"-Eltern. Ich komme auch aus dieser Zeit, doch schon länger habe ich mich einem massiven Umdenken unterzogen. Das ist hart, aber unvermeidlich. Bleibt nur noch zu hoffen, dass eine vernünftige Einsicht, wie Schwule das Thema Islam adäquater behandeln sollten, irgendwann noch Einzug hält.

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