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Die syrische Tragödie setzt sich fort - und die Welt schaut zu

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SYRIEN
dpa
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Während sich die USA und Russland gegenseitig Schuldzuweisungen geben, beendet Assad die Waffenruhe.
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In Aleppo sind seit Ende der Waffenruhe Anfang vergangener Woche mehr als 180 Menschen getötet worden. Darunter 26 Kinder wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Massive Luftangriffe von Assad und seinen Verbündeten ließen UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Samstag in New York mit scharfen Worten reagieren. Ban sei "entsetzt über die eiskalte militärische Eskalation" in Aleppo, dessen Bewohner den schlimmsten Angriffen seit Beginn des Syrienkonflikts ausgesetzt seien.

Für die Zivilbevölkerung im sechsten Kriegsjahr eine entsetzliche Tragödie. Denn getreu der Linie von Misstrauen und Uneinigkeit konnten sich die USA und Russland beim Treffen auf der Uno- Vollversammlung in New York wieder nicht einigen. Gespräche um die Wiederherstellung der Waffenruhe sind gescheitert. Die internationale Staatengemeinschaft, allen voran die USA und Russland als mächtigste Verbündete der verschiedenen Kriegsparteien, hat versagt. Das Sterben in Syrien geht weiter.

Die syrische Opposition beklagt unterdessen das Schweigen der Welt über die „Gräuel". Offensichtlich ist: Die Untätigkeit der Politik ist erbärmlich. Jedoch stellt sich auch die Frage nach der Weltöffentlichkeit.

Bei mehr politischer Weitsicht wäre es effektiver gewesen, wenn die 25.000 Menschen der Pegida-Kundgebung im vergangenem Jahr in Dresden ihre Energie in eine Friedensdemonstration für Syrien gesteckt hätten. Vielleicht wäre der Druck auf die Politik so erhöht worden, entschiedener zur Beilegung des Konfliktes beizutragen. Möglicherweise wären die Demonstranten dadurch ihrem selbsternannten Ziel „der Islamisierung des Abendlandes entgegenzuwirken" näher gekommen. Dies, insofern ihnen der Zusammenhang zwischen dem Krieg in Syrien und dem Anstieg der Zahl geflüchteter Menschen in Deutschland klar ist.

Und was ist mit der restlichen Zivilgesellschaft? Dem Anschein nach ist sie das Spiegelbild der internationalen Staatengemeinschaft. Diese zeichnet sich durch Passivität aus.

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