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Mentale Stärken für Frauen

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Wie sollten Frauen mit Zweiflern umgehen?

Zweifler wird es immer geben, denn es ist viel bequemer, passiv zu kritisieren als aktiv voranzuschreiten. Wer sich zu stark am Außen orientiert, den werden diese Zweifler irritieren, möglicherweise sogar beschränken oder gar aufhalten.

Hier hilft vor allem, auf seine inneren Kräfte und Überzeugungen zu bauen. Selbstvertrauen und der Glaube an die eigenen Möglichkeiten sind die Basis jedes Erfolgs.

Mangelndes Selbstbewusstsein ist ein typisch weiblicher Stolperstein im Business. Wir schätzen unseren Selbstwert im Vergleich zu Männern eher gering ein. Der größte Zweifler sitzt nämlich zwischen unseren Ohren.

Unser „innerer Kritiker" lässt uns immer wieder an der eigenen Leistung zweifeln. Ein grundliegender weiblicher Wunsch ist es, gemocht zu werden. Doch dabei lassen wir außer Acht, dass der Ursprung dafür in der Selbstliebe liegt. Wir wollen gemocht werden? Fangen wir bei uns selbst an.

Lernen wir, uns selbst die beste Freundin zu sein! Und wie wollen wir andere von uns und unserem Können überzeugen, wenn wir selbst nicht überzeugt sind? Viele unserer Selbstzweifel beruhen auf tiefer liegenden Glaubenssätzen und Überzeugungen, die von Eltern, Lehrern, Partnern, Vorgesetzten, Verwandten oder Freunden stammen.

Hinterfragen Sie Ihre Glaubenssätze und Überzeugungen und erforschen Sie Ihre eigenen Motive. Werden Sie sich Ihrer Bedürfnisse ebenso bewusst wie Ihrer Stärken. Selbstakzeptanz ist eine Grundvoraussetzung für ein gesundes Selbstwertgefühl.

Konzentrieren Sie sich auf Ihre Fähigkeiten, Begabungen, Talente und positiven Eigenschaften. Je bewusster Sie sich Ihres Potenzials sind, desto gezielter können Sie Ihre Stärken nutzen und beim Aufbau Ihres Blog-Business einsetzen.

Schöpfen Sie aus Ihren Ressourcen! Wer um seine Stärken weiß, geht selbstsicherer durchs Leben, ist zufriedener, traut sich bei Herausforderungen mehr zu und lässt sich von Zweiflern nicht vom Weg abbringen. Dieses Wissen ist Ihr sicherer Hafen, aus dem Sie ablegen und neue Gewässer ansteuern können. Beantworten Sie folgende Fragen schriftlich:

• Welche Erfolge konnten Sie bereits feiern?
• Was sind Ihre Stärken und besonderen Fähigkeiten?
• Wofür ernten Sie häufig Lob und Anerkennung?
• Welche Glücksmomente gab es schon in Ihrem Leben?

Verinnerlichen Sie diese Erfolgs- und Glückserlebnisse. Das hat gleich mehrere Vorteile: Die Erinnerung daran hilft Ihnen besonders dann, wenn Ihre Zweifel oder die Ihres Umfelds überhand nehmen oder es gilt, einen Misserfolg zu verarbeiten. Und wer neue Erfolgsmomente mental mit älteren verknüpft, gewinnt an Charisma.

Das kann durchaus ein Türöffner auf dem weiteren Weg sein. Werden Sie sich Ihres Gelingens bewusst, gelingt Ihnen künftig noch mehr.

Misserfolge führen nicht selten direkt in ein Motivations-Tief. Wie schafft man es, in einer solchen Situation neuen Antrieb zu finden?

Misserfolg ist der Mentor des Erfolgs. Dass wir nach einem Misserfolg enttäuscht und unzufrieden mit der eigenen Leistung sind, ist klar. Aber wenn wir diese Enttäuschung nicht verarbeiten, ist nicht nur unsere Motivation am Boden, sondern wir steuern u.U. auf Blockaden unseres Leistungsvermögens zu. Dann ist der nächste Misserfolg vorprogrammiert.

Begreifen Sie Misserfolge als Chancen in Arbeitskleidern! Haken Sie Wut, Trauer, Schmerz, Enttäuschung ab und klettern Sie aus dem emotionalen Tal.

Dabei helfen Gespräche mit Vertrauenspersonen. Weil diese Menschen Sie gut kennen, wissen sie zwischen Ihrem Wert als Person und dem Stellenwert Ihrer schlechten Leistung zu unterscheiden. Sie trennen die Sache von der Person. Fakt ist: Ihr Wert als Mensch hat sich nicht verringert!

Um Ihre Niederlage zu verarbeiten, ist Akzeptanz Voraussetzung. Klagen, jammern und „Was wäre ..., wenn..."-Fragen bringen Sie nicht weiter.

Akzeptieren Sie, dass Sie versagt haben. Bauen Sie negative Stressgefühle ab, z.B. durch körperliche Betätigung wie Walken oder Joggen, Musik machen oder hören, in den Wald gehen und schreien, einen Wut-Ball drücken, ein gutes Essen mit Freunden o.ä. Das macht den Kopf frei und hilft Ihnen auch auf emotionaler und körperlicher Ebene.

Dann nehmen Sie sich Zeit für eine Analyse der Niederlage. Wichtig: Richten Sie bei Ihrer (schriftlichen) Analyse den Fokus nicht allein auf Schwächen und Defizite:

• Was waren Faktoren für den Misserfolg?
• Was lief gut? Welche Stärken kamen zum Tragen?
• Was kann ich daraus lernen?
• Was lässt sich verändern?

Bei Ihren Schlussfolgerungen helfen kein „ich muss" oder „die anderen müssen". Ebenso wenig nützt es Ihnen, sich und andere global abzuwerten („ich bin eine Versagerin", „die Geschäftspartnerin taugt nichts") oder zu katastrophisieren („es wäre absolut schrecklich, wenn ..."). Und dann: abhaken. Nehmen Sie die Niederlage nicht mit in die Zukunft.

Was geschehen ist, ist geschehen, aber es ist vorbei. Lassen Sie Ihr weiteres Handeln davon nicht negativ beeinträchtigen. Erfolgreiche Menschen haben eines gemeinsam nach einer Niederlage: Sie machen weiter, frei nach dem Motto: Hinfallen, aufstehen, Krone richten!

Ihr Ziel hat sich durchs Scheitern nicht verändert, lediglich der Weg dorthin nimmt jetzt vielleicht eine andere Wendung, führt sozusagen über einen kleinen Umweg. Aber wir alle wissen: Umwege erweitern die Ortskenntnis. Jedes Scheitern bringt Erkenntnisse. Es ist völlig normal, dass sich auf dem Weg zum Ziel Hindernisse auftun.

Mit meinen Klienten überlege ich bereits im Vorfeld, welche Bewältigungsstrategien für mögliche Widrigkeiten angeraten wären. Bin ich gut vorbereitet, dann weiß ich, wie ich Hürden überwinden oder umsteuern kann - und das reduziert mein Motivations-Tief.

Worin liegt der entscheidende Unterschied zwischen Frauen, die erfolgreich sind und Frauen, die scheitern?

Kurz gesagt, im Denken und in der inneren Haltung. Erfolgreiche Menschen erreichen ihre Ziele kraft ihrer Gedanken und inneren Bilder, dank ihres Muts, ihrer Disziplin und ihrer Entschlossenheit. Was sie tun, tun sie mit Freude, Begeisterung, Disziplin und Willensstärke. Selbstmotivation ist dabei eine Schlüsselkompetenz.

Im Wort Motivation steckt das lateinische Wort „movere" (=bewegen) und das Wort „Motiv". Das Motiv ist der Grund, sich zu bewegen. Motivation ist also der Antrieb für Verhalten. Motivierte Menschen empfinden einen Drang, etwas zu erreichen und sind bereit, dafür Energie aufzuwenden, häufig mit Freude, aber manchmal - bei unliebsamen Pflichten - auch nur mit Aufwand.

Doch es fällt ihnen dank ihrer Motivation leichter, unangenehme Dinge auf dem Weg zum Ziel zu erledigen, weil sie davon überzeugt sind, dass sie ihnen helfen, das zu erreichen, was sie erreichen wollen. Ihre Motivation trägt sie sozusagen auch über den steinigen Teil des Weges zum Ziel. Und das macht jenes Durchhaltevermögen aus, das zum Erfolg führt.

Wie kann man „positives Denken" trainieren?

Die Qualität Ihres inneren Dialogs, also der Art, wie Sie innerlich mit sich selbst umgehen, spielt eine entscheidende Rolle in Ihrem Leben. Worüber denken Sie die meiste Zeit nach? Ist Ihnen bewusst, welcher Art Ihre Selbstgespräche sind? Haben Sie schon einmal auf Ihre inneren Stimmen geachtet? Wie hören sich diese Gedanken an? Unterstützen sie Sie oder behindern sie Sie? Kommen Sie schnell ins Grübeln? Wir können negative Gedanken nicht völlig verhindern.

Aber wir können dafür sorgen, dass ihr Anteil geringer wird: indem wir negative Gedanken anerkennen, ohne ihnen Macht über uns zu gewähren, und sie, wenn möglich, in positive Gedanken umwandeln.

Dabei helfen uns sogenannte Affirmationen, also positive Selbstinstruktionen. Eine Affirmation ist ein bejahender, bekräftigender Satz, der - oft genug laut oder innerlich wiederholt - Gedanken und Überzeugungen verändert.

Analysieren Sie Ihre Selbstgespräche, die Sie vor, während und nach Stresssituationen führen - und zwar sowohl leichte als auch sehr anspruchsvolle, erfolgreich verlaufene ebenso wie aussichtslose. Jene Selbstgespräche, die förderlich für Ihr Handeln und Ihre Leistung waren, können Ihnen als Inspiration für Ihre Affirmationen dienen (vgl. Eberspächer, 2004).

Wählen Sie für Ihre Affirmationen immer positive, bejahende Formulierungen und bilden Sie kurze, eingängige Sätze mit höchstens zehn Wörtern. Formulieren Sie rhythmisch, ggf. auch lustig oder originell, und in der Gegenwartsform.

Fangen Sie jeden Satz mit „Ich" an, z.B.: Ich habe Selbstvertrauen. Ich fühle mich stark. Ich bin geduldig. Entwickeln Sie dabei ein inneres Lächeln - das entspannt übrigens gleichzeitig Ihre Gesichtszüge und verleiht Ihnen auch äußerlich eine positive Ausstrahlung.

Verwenden Sie keine Affirmation, von der Sie selbst nicht richtig glauben können, dass sie zutrifft. Notieren Sie Ihre Affirmationen auf Haftzetteln, die Sie in Ihrem persönlichen Bereich in Sichtweite platzieren oder speichern Sie sie als Hintergrundbild auf Ihrem Smartphone ab. Je öfter Sie darauf schauen, umso besser speichert Ihr Unterbewusstsein die Botschaft ab.

Gedankenstopp-Technik

Eine weitere Technik ist der sogenannte Gedanken-Stopp. Sie hilft, um aufkommende negative, unerwünschte, immer wiederkehrende, grüblerische, einschränkende oder destruktiv formulierte Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen zu stoppen.

Sobald negatives Denken aufkommt, holen Sie ein auf Pappe geklebtes Stoppschild oder ein ähnliches Symbol aus Ihrer Hosentasche, schauen es an und sagen "STOPP" (leise, wenn möglich laut). Sie können das Wort auch mehrmals hintereinander sagen: STOPP! STOPP! STOPP! STOPP!". Oder Sie stellen sich das Stoppschild vor. Sie können zusätzlich noch mit einer Hand auf Ihren Schenkel klopfen. Atmen Sie dabei ruhig und tief.

Wenn es Sie unterstützt, können Sie sich beim Ein- und Ausatmen vorstellen, wie sich dieser Gedanke in Luft auflöst. Oder Sie stellen sich dabei vor, wie Ihre Gedanken waggonweise als vorbeifahrender Zug in einen Tunnel fahren. Beladen Sie jeden Waggon mit negativen Gedanken. Und wenn Sie die Rücklichter des Zugs im Tunnel verschwinden sehen, passiert dasselbe mit Ihren Gedanken. Sie sind weg.

Nach dem STOPP-Signal richten Sie Ihren Blick wieder auf das Hier und Jetzt. Dies unterstützen Sie mit einem positiv formulierten und unterstützenden Gedanken, z.B. mit der Erinnerung an etwas Angenehmes - es muss nichts mit der aktuellen Situation zu tun haben - oder alternativen Verhaltensprogrammen, damit Sie nicht wieder in das alte, belastende Muster verfallen.

Lassen Sie dieses Stopp-Verfahren zur Gewohnheit werden. Das dauert erfahrungsgemäß eine gewisse Zeit. Setzen Sie Affirmationen und den Gedankenstopp zunächst in stressfreien Situationen ein, damit Sie diese dann auch an Tagen schlechter Befindlichkeit wirkungsvoll einsetzen können.

Wenn Sie sich unter Stress befinden, neigen Sie dazu, gewohnte Verhaltensweisen oder Stereotypen durchzuführen, ob diese nun der Situation angemessen sind oder nicht. Das heißt: Verhaltensweisen, die kaum trainiert sind, sind in kritischen Mustern nicht abrufbar.

Mit anderen Worten: Üben Sie täglich das positive Denken. Betreiben Sie Gedankenhygiene genauso regelmäßig und selbstverständlich wie Ihre körperliche Hygiene.

Allgemeiner Tipp zum Abschluss

Wenn Sie erfolgreich sein wollen, dann gehen Sie an Ihre Grenzen und lernen Sie, diese zu überwinden. Gesteckte Ziele erreichen Sie nur, wenn Sie Ihre Komfortzone verlassen und den Schritt über vermeintliche Grenzen wagen.

Geben Sie immer Ihr Bestes, lernen Sie aus Fehlern und seien Sie zielstrebig! Mit Durchsetzungsvermögen, Flexibilität, Disziplin und Reflektion kommen Sie Ihren Zielen Stück für Stück näher. Hören Sie auf, sich mit anderen zu vergleichen, sonst bleiben Sie mittelmäßig und machen sich selbst klein. Bleiben Sie bei sich und finden Sie Ihren eigenen Weg zum Erfolg. Auf diese Weise können Sie Ziele erreichen, von denen Sie vorher niemals zu träumen gewagt hätten!

Verwendete Literatur:
Eberspächer, Hans. „Mentales Training. Das Handbuch für Trainer und Sportler", 2004, S. 107.

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