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Hautvitamine und ihre Wirkung

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NICE SKIN
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Vitamine gehören zu den häufigsten Inhaltsstoffen in Kosmetika. Sie greifen in vielfältiger Weise in den Stoffwechsel der Haut ein und sind eine elegante Möglichkeit die Wachstumsfaktoren der Haut effektiv und nachhaltig anzuregen. In Kosmetik enthaltene Vitamine stammen entweder aus der chemischen Synthese oder sind in pflanzlichen Extrakten und Ölen bereits enthalten. Vitaminreiche Öle sind z. B. Weizenkeim- (E, Carotinoide) und Avocadoöl (E, A, D, Carotinoide).

Vitamin E

Vitamin E kommt in verschiedenen Formen vor; d-α-Tocopherol hat die größte biologische Wirksamkeit und wird meistens als Vitamin E bezeichnet. Tocopheryl Acetate ist eine nicht antioxidativ wirksame Transportform des Vitamin E welches häufig mit Vitamin C kombiniert wird. Die Radikalfänger-Eigenschaft des freien Vitamin E mildert die Belastung durch UV-Strahlung auf der Haut und wirkt sich zudem entzündungshemmend aus. Vitamin E fördert auch das Feuchthaltevermögen der Haut.

Vitamin C

Vitaminderivate sind oft besser biologisch verfügbar und in der Kosmetik chemisch deutlich stabiler als die freien Vitamine. Typische Beispiele (INCI) sind Ascorbyl Palmitate und Ascorbyl Stearate. Die Veresterung mit Palmitinsäure oder Stearinsäure macht das wasserlösliche Vitamin C fettlöslich. Anders als die freie Säure, die in höherer Konzentration wie eine Fruchtsäure keratolytisch wirkt, können die Ester die Hautbarriere leichter passieren um dort ihre Wirkung zu entfalten. Im Falle des Sodium Ascorbyl Phosphate bleibt das Vitamin jedoch wasserlöslich, ist aber oxidationsstabiler. Es lässt sich liposomal verkapselt bis in die Tiefe transportieren und stimuliert effektiv die Kollagenneubildung der Haut. Vitamin C ist das wichtigste Vitamin für die Kollagensyntese. Es ist maßgeblich an dem Aufbau von kollagenen und elastinen Fasern beteiligt.

Vitamin A

Retinyl Palmitate und Retinyl Acetate bilden in der Haut freies Vitamin A, das nach Oxidation zur Vitamin A-Säure regenerativ wirkt. Die Applikation auf die Haut sollte Anfangs bei niedrigen Dosierungen sein, um die natürliche Bildung von Vitamin A-Rezeptoren in der Haut zu stimulieren. Bei anfänglichen Überdosierungen muss mit deutlichen Haut-Irritationen (Rötungen, Schuppung, Trockenheit,...) gerechnet werden. Vitamin A hat nachgewiesen einen stark regenerierenden Effekt auf die Haut und wird zunehmend in der wirksamen anti-aging Kosmetik verwendet. Es ist ein unerlässliches Vitamin zur Bekämpfung sichtbaren von Linien und Fältchen. Vitamin A fördert nachhaltig die Hautelastizität und ihre Straffheit.

Trägersysteme

Die Verfügbarkeit von Vitaminen erhöht sich durch penetrationsverstärkende Carrier (Trägersysteme), diese gewehrleisten den effektiven Transport der Wirkstoffe bis in die Tiefe der Haut. Vitamine und das in den Carriern enthaltene natürliche Phosphatidylcholin (PC) ähneln der physiologischen Beschaffenheit der Haut. Durch ihre Ähnlichkeit mit der natürlichen Beschaffenheit des Hautgewebes können Sie die Hautzellschichten leicht durchwandern und die verkapselten Vitamine transportieren um sie dann in der Haut an der Basalzellschicht (Matrix) wieder freizusetzen.

In der Kosmetik verbotene Vitamine

Fast alle Vitamine dienen in der Hautpflege als effektive Wirkstoffe. Vitamin D ist laut Kosmetikverordnung jedoch gänzlich verboten. Vitamin K1 (INCI: Phytonadione) wurde 2009 durch die Richtlinie 2009/6/EG aus dem Verkehr gezogen, da unerwünschte Hautreaktionen wie Hautallergien nicht auszuschließen sind. Eine Besonderheit ist der Metabolit des Vitamin A, es ist die Vitamin A-Säure (INN: Tretinoin). Dieser Wirkstoff ist in der Kosmetik verboten. Er wird jedoch äußerlich von Dermatologen bei problematischer Haut eingesetzt. Mit Tretinoin werden eine schwere Form von Akne oder wiederkehrende ernste Verhornungsstörungender Haut behandelt.

Andere Vitamine und die Haut

Andere Vitamine werden als Provitamine verwendet. Dazu gehören beispielsweise: β-Carotin (Provitamin A), oral in höheren Dosen über längere Zeit eingenommen, entwickelt es einen geringfügigen Haut-Lichtschutz, ersetzt jedoch keinen UV-Filter. D-Panthenol (Provitamin B5) lässt kleine Hautläsionen schnell abheilen. Es bindet zudem Wasser, erhöht somit die Hautfeuchte, verstärkt die Penetration anderer Wirkstoffe und wird daher sehr häufig in der Kosmetik genutzt.

Vitamin B1 (Thiamin) ist Bestandteil von Hefeextrakten und dient sehr häufig zur effektiven Behandlung unreiner und zur Akne neigender Haut.

Vitamin B3 (Niacin) wirkt als Nikotinsäure oder Nikotinsäureamid Es ist stark und effektiv regenerativ und wirkt zudem entzündungshemmend. Es wird in Cremes bei atopischer / reifer oder in Lotionen bei unreiner Haut verwendet.

Vitamin B6 (Pyridoxin) ist ein Coenzym des Aminosäurestoffwechsels. Es ist ein wichtiges Coenzym für die Haut. Beim Mangel entstehen Verläufe von unschönen und störenden Dermatitiden.

Vitamin B7 (Biotin) ist das Haut-Harr- Nägel Vitamin. Die Unterversorgung führt zu störenden Wachstumsstörungen der Haare, der Nägel und der Haut. Bei extremem Mangel sind starker Haarausfall und Dermatitis sind die Folge.

Vitamin B9 (Folsäure) hat eine hohe Bedeutung im C1-Stoffwechsel der Haut und ist an der DNA-Synthese beteiligt. Dieses Vitamin ist sehr wichtig bei der Pflege reifer und atopischer Haut, es unterstützt die perfekte Zellteilung und gewehrleistet eine ausgeglichene Regeneration des angegriffenen Hautgewebes.

Vitamin B12 (Cyanocobalamin) wird erst durch Umwandlung in das Coenzym B12 in der Haut aktiviert. Seine topische sehr positive Wirkung bei entzĂĽndlichen Hauterscheinungen ist bekannt und die Anwendung in der Hautpflege findet zunehmend Anklang.

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