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Ich saß weinend im Auto vor der Kinderkrippe

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MUTTER SOHN
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"Haben Sie auch Kinder?", fragt mich eine Mutter. „Nein", antworte ich schon leicht genervt. „Ach so, na dann", sagt sie.

Ach so, na dann was? Habe ich keine Ahnung, wovon ich rede?, dachte ich mir.

Natürlich habe ich Ahnung, ich bin ja Erzieherin. Doch dann änderte sich meine Sicht auf die Dinge auf einmal schlagartig, als ich selbst Mutter wurde.

Ich, die Pädagogin, bin im Januar 2015 das erste Mal Mama geworden. Da lag auf einmal ein kleines Bündel Leben auf mir und in dem Moment wurde mir klar: Dafür bin ich ein Leben lang verantwortlich.

Krass. Kurz durchatmen - nicht in Panik verfallen und sich wieder auf sich und seine Fähigkeiten besinnen. Ja, das schaffe ich schon. Das wird schon alles werden, schließlich hast du ja 'Kindererziehung' gelernt. So wurde mir von außen oft Mut gemacht.

Doch hat Frau Mutter wirklich einen Vorteil, wenn sie das gelernt hat? Ich denke Jein. Der Druck, der auf mir lastet, ist größer. Denn ich weiß ja eben, wie es geht.

In der Theorie habe ich den Vorteil, in der Praxis eher nicht

Aber in dem Moment, als er geboren war, wusste ich, in der Theorie habe ich vielleicht den Vorteil, in der Praxis eher nicht. Als ich, die Pädagogin, noch kein Kind hatte, schüttelte ich nur den Kopf darüber, wenn jemand meinte, man dürfte im ersten Lebensjahr nicht auf jedes Schreien der Babys reagieren oder es sofort hochheben.

Mehr zum Thema: An alle Mamas - wenn ihr euch das nächste Mal mies fühlt, lest den Facebook-Post dieser Mutter

Natürlich bekommt mein Kind nicht sofort den Schnuller! Und im Bett bei uns schlafen? Mal sehen, ob das wirklich gut ist.

Wir waren die ersten Tage und Nächte wach und ich war so kaputt, dass ich meine gut gemeinten Vorsätze über Bord warf und so reagierte, wie ich es für sinnvoll hielt: Doch mal kurz einen Schnuller und ab in unser Bett.

Anderes Beispiel: Als ich noch als Erzieherin im Kindergarten arbeitete, kamen die neuen Kinder immer im Herbst zur Eingewöhnung in den Kindergarten. Nach einigen Tagen, an denen das Kind gemeinsam den Vormittag mit der Mutter oder auch mit dem Vater bei uns verbrachte, sollte die Mutter kurz aus dem Gruppenraum gehen.

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Die normale Reaktion der Kinder: Wut, Trauer und Tränen, die sich im Idealfall aber nach einigen Minuten relativierten und die Kinder sich von der Bezugserzieherin beruhigen ließen.

Auch das erklärte ich, die Pädagogin, den verunsicherten Müttern Tag ein, Tag aus. Ich sagte, dass es ihrem Kind wirklich gut gehe, sich sofort beruhigen ließe und mit mir etwas spielte. Trotzdem war mir klar, dass die Mamas verunsichert waren und mir auch nicht so recht glaubten.

Jetzt rückte die Eingewöhnung unseres Sohnes näher. Natürlich habe ich meinem Mann erklärt, was nun auf uns und unseren Buben zukommt. So weit, so gut. Die ersten Tage gab es kein Problem!

Alles war schön, ich war ja auch noch da. Bis auf den Tag, an dem ich, die Pädagogin, gebeten wurde zu gehen. Ich schluckte, wusste aber theoretisch, was alles gleich auf mich zukommen würde. Und so kam es dann auch. Mein Bub schaute mich an, wurde wütend, schrie und versuchte, einige Tränen herauszubringen.

Ich fühlte mich wie die schlechteste Rabenmutter

Ich, die Pädagogin, schaute also verunsichert die Erzieherin an, ob ich wirklich gehen könne. Natürlich soll ich gehen, er beruhigt sich gleich wieder. Gesagt, getan. Ich ging. Wer saß dann aber heulend im Auto? Genau ich, die Pädagogin.

Ich fühlte mich wie die schlechteste Rabenmutter auf der ganzen Welt. Als ich ihn dann aber abholen wollte, strahlten mich die fröhlichsten Kinderaugen weit und breit an. Und wer wollte nicht nach Hause? Richtig, mein Bub.

Was ich damit sagen will? Kinder ändern wirklich alles. Sie verändern einen selbst. Egal, ob mit pädagogischer Ausbildung oder ohne. Man ist emotional verwundbarer. Kurze, für die anderen vielleicht belanglose Aussagen über dein Kind verunsichern einen.

Wie hat sie das gemeint? Warum, soll ich eigentlich mein Baby nicht hochnehmen, wenn es schreit? Verwöhne ich es damit wirklich zu viel? Als Mama möchte ich, dass es meinem Kind gut geht, dass es nicht weinen muss.

Aber was das mit einem als Mama macht, wenn das Kind weint, kann man vielleicht doch wirklich erst als Mama wissen. Da reicht es vielleicht nicht aus, der verunsicherten Mama zu sagen, dass sie ruhig gehen kann, obwohl sie hört, wie ihr Kind schreit.

Da braucht es dann die Angebote, die heißen: "Warten sie eben 10 Minuten außer der Sichtweite des Kindes, ich komme dann zu Ihnen und gebe eine Rückmeldung, wie es sich entwickelt" oder aber: "Sie können jederzeit anrufen, um nachzufragen, wie es ihrem Kind geht".

Ich kann die Mütter nun aus zwei Sichtweisen begleiten

Auch in meiner Arbeit als Pekip-Gruppenleitung treffe ich immer wieder auf verunsicherte Mamas, die nach einigen Treffen, endlich den Mut fassen, um zu sagen, wie sie sich wirklich fühlen. Was manche gut gemeinten Tipps und Ratschläge wirklich in ihnen auslösen - nämlich Angst oder Unsicherheit.

Daher bin ich unglaublich dankbar, dass ich mich damals entschieden habe, diese Ausbildung zu machen. Denn ich kann die Mütter nun aus zwei Sichtweisen begleiten: als Mama und fachliche gelernter Pädagogin.

Mehr zum Thema: Eine Pädagogin erklärt: Das ist der Schlüssel zu einer glücklichen Kindheit

Was wir brauchen? Mut! Das wir uns wieder mehr auf unser Bauchgefühl verlassen und darauf vertrauen. Denn gerade in der Begleitung unserer Kinder zum Erwachsenwerden können wir es als Eltern in den Augen der Gesellschaft sowieso nie richtig machen.

Seien wir, egal ob mit oder eben auch ohne Kinder, achtsam im Umgang mit Müttern. Stärken wir sie lieber in ihrer Kompetenz, in ihrem Bauchgefühl, dass alles gut wird.

Egal, ob das Baby gerade einen Schnuller hat oder nicht, die Flasche bekommt oder die Brust. Denn letztendlich sind wir alle Mütter, denen die Bedienungsanleitung für ihr Kind komischerweise nicht mitgeliefert wurde. Selbst mir nicht.

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