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Rezension zu "Stumme Tränen" von Elke Bergsma

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Die erfolgreiche in Köln lebende Autorin Helen Rössling wird massiv von einem Stalker bedrängt. Sie ist alleine mit ihrer Angst, denn ihr Mann hält sich geschäftlich in China auf. Als sie sich einem befreundeten Enthüllungsjournalisten anvertraut, rät dieser ihr, so schnell wie möglich eine Auszeit auf dem Bauernhof ihrer Freundin in Ostfriesland zu nehmen. Nach kurzem Überlegen setzt Helen diesen Vorschlag in die Tat um.

Doch die Erholung währt nicht lange, denn am nahe gelegenen Strand wird eine Leiche gefunden. Hauptkommissar David Büttner und sein Assistent Sebastian Hasenkrug ermitteln in diesem Mordfall und müssen bald Helen als Hauptverdächtige vernehmen - sehr zum Entsetzen von Hasenkrug, der einst eine kurze, aber leidenschaftliche Beziehung mit der Autorin hatte.
Doch die Indizien gegen sie verdichten sich.

Als ihre Ermittlungen die Beamten schließlich ins Rotlichtmilieu führen, geraten jedoch auch andere Personen in ihr Visier und der Fall nimmt ungeahnte Ausmaße an.

Resümee:
Dies ist wieder ein Ostfrieslandkrimi, wie ich ihn mag!

Büttner und Hasenkrug sind zwei sympathische und engagierte Ermittler, die aber selten in Hektik verfallen. Ihr verbaler Schlagabtausch sorgt oft für Heiterkeit, aber auch die Äußerungen anderer Akteure sind häufig amüsant und zum Teil ostfriesisch trocken.

Sowieso sind alle Charaktere sehr lebendig und (allzu) menschlich gestaltet, sodass der Leser das Geschehen hautnah als Beobachter miterlebt.

Spannung erhält die Handlung dadurch, dass trotz starker Indizien nicht nur Sebastian Hasenkrug an Helens Täterschaft zweifelt, sondern auch der Leser. Nach und nach geraten aber auch immer mehr andere Verdächtige in den Fokus. Man fragt sich nach deren Rolle im Gesamt-Geschehen und nach ihren Beziehungen untereinander.

Die Ermittlungen gehen dann auch bis zum Schluss immer wieder in andere Richtungen, bis der verzwickte Fall zum Schluss eine logische Wende nimmt, die zur Auflösung führt. Diese ist für meinen Geschmack mit ihren vielen Erklärungen in der Erzählform jedoch etwas zu lang geraten.

Für Dramatik sorgt auch die Ambivalenz zwischen heiler Bauernhofwelt und dem Verbrechen "vor der Tür", das auch das Rotlichtmilieu nicht ausspart.

Fazit: ein spannender, unterhaltsamer Ostfrieslandkrimi.

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