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Rezension zu "Rabenseele" von Alexandra Kui

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In der Ehe von David und Lua kriselt es, und immer wieder wird David gegen├╝ber seiner Frau handgreiflich. Eines Nachts kommt es wieder einmal zum Streit, der diesmal jedoch eskaliert:
Lua hat pl├Âtzlich ein Jagdgewehr in der Hand und schie├čt.

Wegen des Mordes an ihrem Mann wird sie zu 3 Jahren Gef├Ąngnis verurteilt - ein mildes Urteil, weil sie sich nicht mehr an die Tat erinnern kann.

Nach ihrer Haftentlassung arbeitet Lua als Kassiererin in einem Drogeriemarkt. Sie ist 33 Jahre alt, leidet unter ihrer Schuld und kann in der Freiheit nicht wieder richtig Fu├č fassen. Das liegt zum einen an ihrem schwierigen Verh├Ąltnis zur Familie und fehlenden Freunden, zum anderen l├Ąsst die Vergangenheit sie nicht los:

Wer ist die Gestalt, die Davids Parka tr├Ągt, und immer wieder in ihrer N├Ąhe auftaucht?
Wie k├Ânnen Dinge, wie z.B. ihr Ehering, einfach aus ihrer Wohnung verschwinden?
Lebt David vielleicht noch? Hat die Kugel aus dem Jagdgewehr ihn vielleicht gar nicht getroffen?
Was ist damals wirklich passiert?
Lua will Klarheit und f├Ąhrt zu der Jagdh├╝tte im Harz, wo das Ungl├╝ck vor 3 Jahren geschah - eine in vielfacher Hinsicht gef├Ąhrliche Entscheidung!

Res├╝mee:
Dies ist besonders durch die Naturbeschreibungen ein atmosph├Ąrisch sehr dichter Roman. Der Harz, einer der Hauptschaupl├Ątze, erscheint kalt und d├╝ster:
"Der Harz: Granit in Grau ..." (E-Reader, Position 372) und "... die Felsformationen des Kalten Tals (...), zerkl├╝ftete graue Steinw├Ąnde mit Kanten wie Klingen, Spalten und Vorspr├╝ngen ..." (Pos. 601).

Aber auch Formulierungen wie z.B. "Lua nickt kalt" (Pos. 513), "das gefrorene Gesicht" (Pos. 525), Symbole oder Attribute vermitteln die K├Ąlte und sind Ausdr├╝ck f├╝r Luas Innerstes - seien es die Graugold Eheringe mit der Wei├čgold-Fuge, die Haarfarbe "Frosty Praline" u.v. a. m.

Dann wieder sind die Empfindungen indifferent, wenn es beispielsweise hei├čt: "Sie f├╝hlt den Schwei├č rinnen: kalt auf der Stirn, hei├č am R├╝ckrat, ..." (Pos. 1139), "Lava, gluthei├č zu K├Ąlte erstarrt" (Pos. 1487) oder wenn von "Lebensb├Ąumen und Trauerweiden" (Pos. 1240) die Rede ist.

Die Person der Lua ist hervorragend herausgearbeitet:
- vom schwierigen Verh├Ąltnis zur "eiskalten" Mutter gepr├Ągt,
- in der Ehe Opfer von Gewalt,
- von schweren Schuldgef├╝hlen belastet und
- Bu├čegedanken erf├╝llt,
- innerlich zerrissen und leer.
Als Leser kommt man ihr nicht nahe, nicht an sie heran, f├╝hlt aber dennoch mit ihr.
Es kostet Lua einigen inneren Antrieb, sich ihren D├Ąmonen zu stellen, wobei immer die Frage bleibt, was real und was Wahnvorstellung ist.

Beim Schreibstil fallen die kurzen S├Ątze, die Gedanken-Bruchst├╝cke und die vielen Reihungen auf - absolut in die jeweiligen Situationen passend.

Fazit: " 'Rabenseele' ist ein schneller, verst├Ârender Psychothriller, der die weiblichen Abgr├╝nde im Spannungsfeld von Manipulation und Macht, sexueller Begierde und Gewalt, Zwang und Freiheit auslotet ..." (www.alexandra-kui.de/B├╝cher)

271 Rezensionen von 191 Autoren findet der Leser im B├╝cher-Blog folgender Homepage:
http://www.annette-traks.com

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