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Rezension zu "Nachts in meinem Haus" von Sabine Thiesler

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om (45) ist ein renommierter Kunstmaler, dessen Bilder mittlerweile fünfstellige Beträge erzielen. Seine Frau Charlotte (50) arbeitet überaus erfolgreich als Film- und Fernsehproduzentin. Beide sind sehr glücklich miteinander und genießen ein unbeschwertes, luxuriöses Leben, zu dem auch regelmäßige Treffen mit Freunden gehören.

Seit vier Jahren lebt das Paar vor den Toren Hamburgs in einem abgelegenen Haus, wo sich in einer Gewitternacht etwas Schreckliches ereignet.

Völlig geschockt und in Panik flieht Tom Hals über Kopf in die Toskana, wo er in einem Häuschen seines besten Freundes René lebt. Dieser, ein bekannter Rechtsanwalt, verspricht, in Deutschland alles zu Toms Gunsten zu regeln.

Doch statt zur Ruhe zu kommen, muss Letzterer tatenlos mit ansehen, wie er nach und nach alles verliert und sein Leben zur Hölle wird. Zu spät erkennt er, dass nicht nur René ein falsches Spiel mit ihm treibt, und trifft in seiner Verzweiflung eine fatale Entscheidung.

Resümee:
Obwohl der Leser von Anfang an weiß, was in jener verhängnisvollen Gewitternacht in Toms und Charlottes Haus passiert ist, ist die Handlung durchgängig sehr spannend.

Das liegt zum einen an überraschenden Wendungen, vor allem aber an Ereignissen und Zusammentreffen, bei denen man die Luft anhält und befürchtet, dass jetzt für Tom alles aus ist. Oft nur im letzten Moment ändert sich seine Lage doch noch.

Oder man glaubt umgekehrt, der Geflohene sei in Sicherheit, habe in Anbetracht der Umstände alles optimal arrangiert, um dann festzustellen, dass dies mitnichten der Fall ist.

Zwar ermittelt in Bezug auf die Schicksalsnacht die deutsche Polizei und fahndet nach dem Geflüchteten, im Mittelpunkt stehen aber die Entwicklung der Charaktere sowie die zwischenmenschlichen Beziehungen. Dazu gehören auch kurze Rückblenden in deren jeweilige Vergangenheit.

Zentrale, die Handlung bestimmende Themen sind dabei die Sprichwörter "bei Geld hört die Freundschaft auf" und "Geld macht nicht glücklich".

Der bereits aus anderen Thiesler-Werken bekannte Commissario Donato Neri hat auch hier wieder eine Rolle. Vor allem aber ist er, der gerade eine schwere Ehekrise durchlebt, diesmal als Gegenentwurf zu den Paarbeziehungen in Toms Highsociety-Freundeskreis zu sehen.

Fazit: Obwohl dieses Werk als "Roman" klassifiziert ist, erfüllt es durchaus die Merkmale eines Kriminalromans.

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