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Bücherrezension zu "Ministermord" von Kriminalinski

20/09/2017 08:01 CEST | Aktualisiert 20/09/2017 12:05 CEST
ands456 via Getty Images

Hendrik Willen - seit seiner Jugend von Freunden "Pommes" genannt - fühlt sich wohl als Dorfpolizist in der kleinen niedersächsischen Gemeinde Cappeln.

Mit der Beschaulichkeit ist es jedoch vorbei, als eines Tages auf der nahe gelegenen Landstraße der Dienstwagen des Landwirtschaftsministers, der im Ort seine Privatwohnung hat, explodiert und komplett ausbrennt. Im Auto findet man zwei Leichen: die des Fahrers und die einer unbekannten Frau. Die Kripo nimmt zwar die Ermittlungen auf, schließt jedoch sehr schnell die Akten, weil sie von einem tragischen Verkehrsunfall ausgeht.

Dausen-Dörte, eine als Prostituierte arbeitende gute Bekannte von Pommes, ahnt, dass es sich bei der Toten um ihre Freundin Anna handelt - eine Escort-Dame, deren Dienste auch der Landwirtschaftsminister oft nutzte, wie sich bald herausstellt.

Dörte fleht den Polizisten an, auf eigene Faust Ermittlungen anzustellen. Nachdem er wegen der Dienstvorschriften zunächst ablehnt, gibt er ihrem Drängen schließlich doch nach und recherchiert während seines Urlaubs zusammen mit einem befreundeten Privatdetektiv im Hannoveraner Umfeld des Ministers.

Der jedoch hat zur Zeit mehr als ein Problem und fürchtet um seinen Posten, sodass ihm die eigenmächtigen Nachforschungen überhaupt nicht gefallen - das Duo muss unbedingt ausgeschaltet werden.

Resümee:

Nach vielen Kurzkrimis ist dies der erste Lang-Roman des Autors - ein gelungenes Debüt!

Die Handlung lebt von zwei Gegenpolen:

Auf der einen Seite spielt sie im politischen Hannover mit dem Landwirtschaftsminister und seinen Mitarbeitern als Protagonisten. Hier geht es um Intrigen und hinterhältige Aktionen mit dem Ziel, Skandale um der eigenen "Unbeflecktheit" willen zu vertuschen, auf der Karriereleiter nach oben zu gelangen und unliebsame Personen, die dem eigenen Image schaden könnten, auszuschalten. Die Ereignisse sind so anschaulich und nachvollziehbar geschrieben, dass man das Szenario durchaus für realistisch halten kann.

Auf der anderen Seite agiert der grundehrliche, integre Polizist Hendrik Willen alias Pommes aus der kleinen Gemeinde Cappeln. Vor die Alternative Dienstvorschrift oder Freundschaftsdienst gestellt, entscheidet er sich loyal für Letzteres und riskiert sogar sein Leben. Dabei ist er keinesfalls unbedarft, wie mancher vielleicht annehmen könnte.

Diese Komposition ergibt eine hochexplosive, spannungsgeladene Mischung, wobei die Dramatik bis zum Schluss kontinuierlich ansteigt.

Trotz der ernsten Thematik ist der Krimi lebendig geschrieben und mit einer guten Prise Humor gewürzt.

Fazit: ein unterhaltsamer, spannender Krimi um Politik - Macht - Intrigen und Freundschaft - Loyalität - Gerechtigkeit.

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