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Rezension zu "London Stalker" von Oliver Harris

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Der obdachlose und wegen eines Dienstvergehens suspendierte Detective Nick Belsey hat sich eine Bleibe im leer stehenden Polizeirevier von London Hampstead eingerichtet. Dort sucht ihn eines Tages eine ungepflegt wirkende ältere Frau auf mit der Bitte, ihren seit 2 Tagen vermissten 41-jährigen Sohn Mark zu finden. Ein Unbekannter habe sie angerufen und gesagt, dass sie sich in dieser Angelegenheit unbedingt an Belsey wenden solle.

Dieser nimmt sich der verzweifelten Mutter an und findet bald Hinweise, dass Mark das Society-Girl Amber Knight stalkt. Es gelingt dem Detective, als vermeintlicher Security-Mitarbeiter Kontakt zu ihr aufzunehmen.

Auf einer Party, die beide gemeinsam besuchen, lernt er die aus reichem Hause stammende Chloe Burlington kennen, die noch in der gleichen Nacht ermordet wird.

Nick Belsey gerät unter Mordverdacht, versucht, aus seiner äußerst misslichen Lage herauszukommen und gleichzeitig sowohl den wahren Täter als auch den vermissten Mark zu finden.

Resümee:
Nick Belsey hat seine ganz eigene Auffassung von Recht und Ordnung, und mit seinen unkonventionellen Recherche-Methoden bewegt er sich oft haarscharf an der Grenze der Legalität. Aber durch seine Kaltschnäuzigkeit und draufgängerische Art kommt er meist schnell an entscheidende Informationen und ist den offiziellen Ermittlern immer mindestens eine Nasenlänge voraus.

Er ist trotz seiner Unverfrorenheit ein sympathischer Charakter, was auch daran liegt, dass er sehr engagiert ist und wichtige Erkenntnisse an die entscheidenden Stellen weiterleitet - der Zweck heiligt hier die Mittel.

Es gelingt Nick Belsey peu à peu, die glamouröse Fassade der feinen Londoner Gesellschaft rund um die It-Girls Amber Knight und Chloe Burlington einzureißen. Als Kontrapunkt fungieren Marks Mutter und die Beschreibung armer Stadtteile.
Dabei bekommt der Leser durch detaillierte Beschreibungen viel Lokalkolorit geliefert.

Mit Oliver Harris' Schreibstil bin ich nicht 100 %-ig warm geworden:
Nach einer Lesepause kam ich oft nur schwer wieder in die temporeiche Handlung mit ihren vielen überraschenden Entwicklungen hinein.

Fazit: ein ungewöhnlicher, actionreicher Roman mit einem unkonventionellen Ermittler.

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