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Rezension zu "Hochzeit zwischen Kamm und Schere" von Valerie le Fiery und Frank Böhm

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Friseurmeister Daniel John (27) und Nick Wenzel, 35 Jahre alt und Leiter einer Station im Altenheim, sind seit fast 10 Jahren ein Paar. Sie haben sich einst als Patienten in einer Klinik kennengelernt und während ihrer Beziehung gemeinsam etliche Höhen und Tiefen bewältigt.

Zu ihrem Jahrestag will Daniel seinem Partner einen Heiratsantrag machen. Er ist aufgeregt und malt sich den Rahmen für dieses Ereignis sehr stimmungsvoll aus. Aber auch Nick plant etwas zum "10-Jährigen", und bald beginnen die beiden Verliebten mit den Hochzeitsvorbereitungen.

Die Feier soll in ihrer alten Heimat Berlin stattfinden, wo auch ein Großteil der nicht durchgängig lieben Verwandtschaft wohnt. Bei einem Kurzaufenthalt in der Hauptstadt treffen sich Daniel und sein Verlobter nicht nur mit Familienangehörigen, sondern werden auch immer wieder an Ereignisse aus ihrer Vergangenheit erinnert.

Und schließlich ist der große Tag da! Er wird für beide Männer zu einem wunderschönen, unvergesslichen Erlebnis.

Resümee:
Zentrales Thema dieses Buches ist die Liebe - nicht nur, aber in erster Linie die zwischen den beiden sympathischen Protagonisten:
Daniel, quirlig, "eine Quasselstrippe", wie er selbst sagt (E-Reader, Pos. 29) und Nick, der Ruhige, Geduldige. Beide sind humorvoll und fürsorglich, akzeptieren und respektieren den Partner mit allen seinen Stärken und Schwächen.

Ihre Liebe ist über ein Jahrzehnt gewachsen, hat Höhen, aber auch Tiefen überstanden und ist jetzt so gefestigt, dass sie einander Halt geben. Daher wollen sie nun den Bund fürs Leben eingehen und sich das Versprechen geben, "in guten wie in schlechten Tagen" für immer zusammenzubleiben.

Der Appell des Autorenduos, nicht nur an homosexuelle Paare, lautet in diesem Zusammenhang:
"Machen wir es alle doch wie das frischvermählte Paar - lieben wir unseren Partner, gehen wir mit ihm durch dick und dünn und trotzen so allen Stürmen. Denn nur auf diese Weise wird unsere eigene Welt ein besserer Ort und wenn wir dann glücklich sind, strahlen wir das aus." (E-Reader, Pos. 2182)

Trotz einiger wehmütiger, besinnlicher Momente, wenn Daniels und Nicks Erinnerungen an schwere Zeiten hochkommen, ist dies eine insgesamt heitere Geschichte. Humorvoll werden die Hochzeitsplanungen geschildert, und der Leser erfährt viel über die Einstellung, den beruflichen und privaten Alltag der beiden Männer sowie ihre Familien.

Prolog und Epilog bilden den Rahmen für die Handlung: Daniel führt in einem Monolog, der an einen fiktiven Kunden gerichtet ist, zur Haupthandlung hin und stellt abschließend Nachbetrachtungen an.

Fazit: ein unterhaltsames Buch über die liebevolle Beziehung zweier Männer, deren zentrale Aspekte auch auf heterosexuelle Paare übertragbar sind.

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