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Rezension zu "Der Kameliengarten" von Sarah Jio

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Addison und ihr Mann Rex leben in New York und führen eine glückliche Ehe. Doch seit einiger Zeit fühlt sie sich von jemandem bedroht. Sie verheimlicht dies ihrem Mann zwar, schlägt ihm jedoch vor, kurzentschlossen nach England zu fliegen, wo ihre Schwiegereltern vor einiger Zeit ein altes Herrenhaus gekauft haben.

Während Addison und Rex gleich bei ihrer Ankunft fasziniert von "Livingston Manor" sind, scheinen Einheimische das Anwesen lieber zu meiden.
Auch die seit vielen Jahrzehnten im Haus wohnende und arbeitende Mrs. Dilloway benimmt sich eigenartig und scheint unbedingt etwas verbergen zu wollen.

Addison will hinter das Geheimnis von "Livingston Manor" kommen. Sie ahnt bald, dass der Schlüssel dazu im jahrhundertealten Kameliengarten und in der Geschichte der Familie Livingston liegt.

Resümee:
Erzählt wird alternierend jeweils ein Abschnitt aus dem Leben von Flora, die 1940 als Kindermädchen in "Livingston Manor" gearbeitet hat, und von Addison, die mit ihrem Mann im Jahr 2000 dort anwesend ist. Beide Frauen sind sich - nicht nur, was ihre Leidenschaft für Botanik angeht - recht ähnlich, sodass ihr Leben viele Berührungspunkte hat und sich teilweise sogar zu wiederholen scheint.

Interessanterweise treten viele Akteure in beiden Handlungssträngen auf, allen voran die alte Haushälterin Mrs. Dilloway. Diese würde am liebsten streng über den Aufenthalt von Addison und Rex wachen, damit sie möglichst keine Einzelheiten aus dem Leben der ehemaligen Bewohner in Erfahrung bringen: In Andeutungen erfährt der Leser bald, dass die Familie Livingston ein dunkles Geheimnis umgibt, in dessen Zentrum der Kameliengarten steht.

Solcherart hat der Roman einige kriminalistische Anklänge, und Cliffhanger am Kapitelende sorgen zusätzlich für Spannung.

Nach und nach kommen immer mehr Details über die Vorfälle rund um das Jahr 1940 ans Tageslicht, doch erst das große Finale bringt die endgültige Aufklärung.

Für mich ist dies nach

"Brombeerwinter" (Rezension vom 04. Dez. 2014)
"Zimtsommer" (Rezension vom 22. Juli 2016) und
"Irgendwo für immer" (Rezension vom 06. Nov. 2017)

das schwächste Buch der Autorin.
Es ist nicht so ausdrucksstark und kraftvoll wie seine Vorgänger, und es fehlt ihm stellenweise an Tiefgang. Auch die einzelnen Charaktere bleiben vergleichsweise farblos.

Fazit: leichte, spannende Unterhaltung.

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