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Rezension zu "Crossroads - Ohne Gnade" von Michelle Raven

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Warren Harper war als Soldat im Afghanistan-Einsatz und selten zu Hause bei seiner Frau und der mittlerweile 7 Jahre alten Tochter Emma. Nachdem er bei einem Anschlag schwer verletzt wurde und viele Monate im Krankenhaus und in der Reha verbringen musste, möchte er nun endlich Zeit mit Emma verbringen.

Er will die Entfremdung zwischen ihnen durchbrechen und ein vertrauensvolles Vater-Tochter-Verhältnis aufbauen. Ein Camping-Urlaub im Olympic National Park - auf der Olympic-Halbinsel im US-Bundesstaat Washington gelegen - soll sie einander näherbringen.

Doch bereits in der ersten Nacht verschwindet Emma spurlos aus dem Zelt.
Völlig verzweifelt wendet sich Warren an die Polizei, doch deren Kapazitäten sind durch die Suche nach zwei bei einem Gefangenentransport entflohenen Mördern komplett erschöpft.

Er wird an die erfahrene Hundeführerin Angel Burns verwiesen. Diese begibt sich mit ihrem Suchhund Moonlight und Warren auf die Spur von Emma - doch die befindet sich bereits in der Gewalt der Verbrecher.

Resümee:
Die Handlung dieses hochspannenden Thrillers besteht aus 3 Haupt-Strängen:

• die Flucht der beiden Gefangenen Damon Thomas und Russel Davis im Nationalpark,
• die polizeiliche Fahndung nach ihnen,
• die Suche von Warren Harper und Angel Burns mit Moonlight nach Warrens Tochter Emma.

Je weiter das Geschehen fortschreitet, umso mehr laufen die Stränge zusammen, um zum Schluss zu einem einzigen zu verschmelzen. Besonders gegen Ende gibt es immer wieder überraschende Wendungen.

Neben der Dramatik kommen auch die Emotionen nicht zu kurz, wenn z. B. die Gefühle Warren Harpers für seine Tochter und die Hundeführerin Angel beschrieben werden oder wenn man miterlebt, wie auch Letztere immer mehr Gefallen an dem ehemaligen Soldaten findet. Trotz allem ist es anrührend, wie der entflohene Damon Thomas sich um die kleine Emma kümmert und dabei mehrmals sein eigenes Leben riskiert.

Die Charaktere sind sehr gut entwickelt und fast alle Protagonisten haben mit einem ganz persönlichen Problem zu kämpfen.

Die Gegend des Olympic National Park, in der die Handlung spielt, ist so detailliert beschrieben, dass der Leser sich dort hineinversetzt fühlt. Dem muss eine ebenso hervorragende Recherche-Arbeit zugrunde liegen wie in Bezug auf das Mantrailing.

Kritisch habe ich anzumerken, dass einige Punkte für meinen Geschmack zu häufig wiederholt wurden, so z. B.

• wie heldenhaft sich Warren Harper in Afghanistan verhalten hat,
• wie sehr er seine Tochter liebt,
• wie attraktiv er optisch und charakterlich Angel Burns findet und dass dies auf Gegenseitigkeit beruht,
• wie psycho Russel Davis ist.

Insgesamt wurde bei dem Konzept offenbar auf die Mischung von Sex & Crime, Kind, Hund und ein paar Klischees gesetzt - in diesem Fall eine durchaus gelungene Kombination.

Fazit: trotz der Kritikpunkte ein sehr lesenswertes Buch.

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