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Rezension zu "Black Memory" von Janet Clark

19/02/2017 08:58 CET | Aktualisiert 19/02/2017 08:58 CET

Die Londoner Ärztin Clare Brent erwacht auf einem Holzkutter im Meer vor der indonesischen Küste. Sie wird zwar gerettet, aber sofort verhaftet - man wirft ihr die Entführung eines kleinen Mädchens vor. Doch Clare kann sich an nichts erinnern, weiß weder, wer sie ist, noch, weshalb sie nach Indonesien gereist ist.

Durch den Einsatz von Paul, der behauptet, ihr Ehemann zu sein, kommt sie frei und fliegt mit ihm zurück nach London. Dort leben sie gemeinsam in einer luxuriösen Wohnung, und Paul regelt ihre Kontakte.

Clare gibt nicht auf: Sie will ihre angeblich durch ein schweres Trauma verschütteten Erinnerungen wiedererlangen. Wer ist sie? Weshalb ist sie nach Indonesien geflogen? Welches Leben hat sie vor der Reise geführt? Was hat es mit dem Kind auf sich, das sie entführt haben soll?

Sie macht in der Wohnung ein paar rätselhafte Entdeckungen, und es gelingt ihr entgegen Pauls Anordnung, mit einer Freundin und dem Portier des Wohnhauses zu sprechen. Was wissen sie? Kann sie ihnen trauen? Soll sie deren Ratschläge beherzigen? Und will Paul wirklich ihr Bestes?

Nach und nach wird immer deutlicher, dass das verschwundene Mädchen die zentrale Rolle in dem Fall spielt und der Schlüssel zur Beantwortung aller Fragen ist.

Resümee:

Janet Clark hat es verstanden, von Anfang an einen bis zum Schluss nicht abreißenden Spannungsbogen aufzubauen. Mehr noch: Immer wieder gibt es dramatische Spitzen und Cliffhanger am Kapitelende, sodass das Buch zu einem wahren Pageturner wird.

Diese zentralen Fragen sind bei der Lektüre stets präsent:

∙ Warum wurde das Mädchen entführt? Ist Clare wirklich die Kidnapperin?

∙ Was wollte sie in Indonesien?

∙ Haben ihre Arbeit als Ärztin und eine ungewöhnliche Begabung der Kleinen mit dem Fall zu tun?

∙ Welche Interessen verfolgen die einzelnen Personen, mit denen sie es zu tun bekommt?

∙ Wem kann sie trauen?

Der Leser ist in jeder Hinsicht genauso unsicher wie Clare:

Die Antworten auf alle Fragen müssen ständig wechselnden Gegebenheiten angepasst werden. Die Einschätzung der mit ihr in Kontakt stehenden Personen wechselt oft. Sie entpuppen sich häufig samt ihrer Absichten als andere, die sie vorgegeben haben zu sein.

Einzelne "Bausteine" fügen sich nach und nach scheinbar sinnvoll zusammen, müssen aber doch immer wieder neu sortiert werden, wenn überraschende Wendungen und neue Erkenntnisse Licht in das Dunkel von Clares Erinnerungen bringen.

Erst am Schluss - nach einem fulminanten und für mich ein wenig zu chaotischen Showdown - ergibt sich ein schlüssiges Gesamtbild.

Fazit: Das aus Clares Sicht in der Ich-Perspektive geschriebene Buch verdient die Bezeichnung "Thriller" allemal.

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