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Rezension zu "An einem Tag mit dir" von Sarah Jio

18/11/2017 08:52 CET | Aktualisiert 18/11/2017 08:52 CET

Eines Tages gibt ihre Enkelin der gut 90-jährigen, in Seattle lebenden Anne Godfrey einen rätselhaften Brief aus Tahiti. Eine ihr fremde Frau bittet sie darin um Mithilfe bei der Suche nach Gerechtigkeit für einen Mord, der an einem Abend im Jahr 1943 am Strand von Bora Bora verübt worden war.

Der Brief wühlt die alte Frau auf und ist für sie Anlass für eine Reise in die Vergangenheit, als sie während des 2. Weltkriegs als Lazarettschwester auf der Insel im Südpazifik stationiert war. Sie erzählt ihrer Enkelin von dieser Zeit und der großen Liebe, die sie dort erlebt, die aber ein schmerzliches Ende gefunden hat.

Schließlich bleibt Anne trotz ihres hohen Alters nichts anderes übrig, als zusammen mit ihrer Enkelin noch einmal nach Bora Bora zu fliegen, um ein großes Unrecht wieder gutzumachen.

Resümee:

Es gelingt der Autorin genau wie in ihren anderen Werken*) so auch in diesem Roman, eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schlagen. Das Buch ist aus der Sicht Annes geschrieben, die mit Anfang 20 unmittelbar vor der Heirat mit dem erfolgreichen Bankier Gerard steht. Kurzfristig sagt sie die Hochzeit jedoch ab, um sich zusammen mit ihrer Busenfreundin Kitty als Krankenschwester auf Bora Bora zu verpflichten. In dem Soldaten Westry findet sie dort die große Liebe, die jedoch durch Intrigen schmerzlich endet.

Es geht also um den Themenkomplex Freundschaft, Liebe, Verrat und Verlust sowie Gerechtigkeit, überwiegend vor der Kulisse Bora Boras während des 2. Weltkriegs. Freundschaftliche und Liebesbeziehungen entwickeln und verändern sich in der Abgeschiedenheit und unter den Bedingungen des Lazarett-Camps auf besondere Weise. Nach den Erfahrungen dort werden in der Heimat eingegangene Verbindungen zum Teil anders bewertet und in Frage gestellt.

Dies ist wieder ein fesselnder Jio-Roman und zugleich ein einfühlsam geschriebenes Buch, das mich sehr bewegt hat. Bis zum Schluss hofft man doch noch auf ein Happy-End für Anne und Westry und darauf, dass die Autoren wieder die ihr eigenen Zufälle spielen lässt.

Und auch die Sprache ist wieder so "farbenprächtig" und bildhaft, dass man sich direkt in die Handlung hineinversetzt fühlt.

Fazit: ein spannender, bewegender Roman

*) "Brombeerwinter" (Rezension vom 04. Dez. 2014)

"Zimtsommer" (Rezension vom 22. Juli 2016)

"Irgendwo für immer" (Rezension vom 06. Nov. 2017)

"Der Kameliengarten (Rezension vom 12.Nov. 2017)

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