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Wer hat Angst vorm Renten-Wahlkampf?

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RENTE
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Die Parteien haben Angst vor einem ÔÇ×Renten-Wahlkampf". Sie f├╝rchten einen ├ťberbietungswettbewerb bei der Rentenh├Âhe. Einige Journalisten reichern dieses Szenario gerne mit der ÔÇ×Macht" der 21 Mio. Rentnerinnen und Rentner an und stellen sie gegen die ÔÇ×Ohnmacht der Jungen".

Moment mal: Welches Bild haben Partei-Strategen eigentlich von den W├Ąhlerinnen und W├Ąhlern? Denken sie wirklich, derjenige gewinnt, der ihnen die dickste Renten-Karotte vor die Nase h├Ąngt?

Ich glaube, die meisten Menschen in diesem Land wissen sehr genau, dass Rente auch was kostet. Schon aus diesem Grund w├╝rden sie nicht den k├╝hnsten Rentenversprechen hinterherlaufen. Ich glaube aber auch: Die meisten Menschen finden es ungerecht, dass Regierung und Parlament vor einiger Zeit beschlossen haben, die Renten langfristig sinken zu lassen.

Es k├Ânne ja zus├Ątzlich privat gespart werden. Wovon denn? fragen viele und sie haben Recht.

Was ist das Lebenswerk eines Menschen wert?

Deshalb ist es gut ├╝ber Rentenpolitik zu streiten. Sie hat n├Ąmlich ziemlich viel mit dem wahren Leben zu tun und stellt uns unbequeme Fragen: Wie wollen wir leben, wenn wir alt sind? Wollen wir wirklich bis zum Sargdeckel arbeiten?

Wie gehen wir um mit denjenigen, die im Supermarkt f├╝r uns die Regale einr├Ąumen, uns im Linienbus von A nach B bringen oder im B├╝ro unsere Kaffeer├Ąnder vom Schreibtisch wischen? Rentenpolitik ist mehr als Mathematik.

Hier zeigt sich, was einer Gesellschaft das Lebenswerk eines Menschen wert ist. Auf diese Frage geben die Parteien durchaus unterschiedliche Antworten und sie sollten diskutiert zu werden.

Zum Beispiel die Frage, wie wir so genannte gesamtgesellschaftliche Aufgaben finanzieren: viel zu oft ├╝ber die Beitragskasse statt aus dem Steuertopf. Ein Beispiel ist die M├╝tterrente, die die Sozialversicherungen j├Ąhrlich sieben Milliarden Euro kostet.

Nach Litauen hat Deutschland den gr├Â├čten Niedriglohnsektor Europas

Aber die Herausforderungen sind gr├Â├čer: Nach Litauen hat Deutschland den gr├Â├čten Niedriglohnsektor Europas; mehr als eine Million Menschen arbeiten Teilzeit, obwohl sie das gar nicht wollen. Wenn damit Schluss w├Ąre, k├Ânnten Steuer- und Beitragskassen Mehreinnahmen in Milliardenh├Âhe verbuchen.

Oft wird behauptet, die Stabilisierung des Rentenniveaus belaste die Jugend. Als interessierten sich j├╝ngere Berufst├Ątige nur f├╝r niedrige Beitr├Ąge, die H├Âhe ihrer sp├Ąteren Rente sei ihnen dagegen v├Âllig egal. Ich glaube das nicht.

Wir d├╝rfen es den Jungen nicht l├Ąnger zumuten, stetig steigende Beitr├Ąge zu zahlen und sp├Ąter immer weniger Rente zu bekommen. Das ist der denkbar schlechteste Deal. Und im Jahr 2025 w├╝rde es einen Durchschnittsverdiener weniger als 11 Euro im Monat kosten, wenn wir das Rentenniveau stabilisieren. Das ist gerade mal ein Kinobesuch.

Hier gehts zur Petition "Mit deiner Stimme den Renten-Sinkflug stoppen"

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