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Das Gesetz der Anziehung - Wahrheit oder Humbug?

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ESOTERIC
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Wer hat nicht spätestens seit dem Film ‚Das Geheimnis (The Secret)' davon gehört: von dem Gesetz der Anziehung. Das, was ich ausstrahle, ziehe ich in mein Leben. Wir wissen es von uns selbst - wenn es uns gut geht, passieren mehr und mehr gute Dinge um uns herum, wenn wir jedoch down sind und auf einem tiefen Level schwingen, erscheinen immer mehr negative Dinge.

Oder wie meine Freundin, eine Psychologin, sagt: "Der Teufel macht immer auf den dicksten Haufen". Wir können mit der Energie, die wir ausstrahlen also entweder eine Abwärts- oder auch eine Aufwärts-Spirale bewirken.

Viele tun das Gesetz der Anziehung trotzdem als spirituellen oder gar ‚Äöesoterischen' Humbug naiver Menschen ab.

Jeder wissenschaftliche Beweis beginnt mit einer Hypothese

Nun, ich halte mich nicht f√ľr ausgesprochen naiv und als Tochter eines Wissenschaftlers wurde mir das kritische Denken geradezu in die Wiege gelegt. Und doch glaube ich an das Gesetz der Anziehung genau so sehr wie ich an das Gesetz der Gravitation glaube.

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Als eine der vier¬†Grundkr√§fte der Physik, √§u√üert sich die Gravitation √ľbrigens in der gegenseitigen Anziehung von¬†Massen. Sie nimmt mit zunehmender Entfernung der Massen ab, besitzt aber unbegrenzte Reichweite. Anders als¬†elektrische¬†oder¬†magnetische Kr√§fte¬†l√§sst sie sich auch nicht¬†abschirmen.

Na, hört es sich vom Konzept her bekannt an? Ist nicht so unterschiedlich vom Gesetz der Anziehung, oder?

Der Begr√ľnder der Gravitationslehre, Isaac Newton, wurde √ľbrigens zu Lebzeiten nicht als Wissenschaftler, sondern als Philosoph bezeichnet, da zur damaligen Zeit noch nicht scharf zwischen¬†nat√ľrlicherTheologie,¬†Naturwissenschaften,¬†Alchemie¬†und¬†Philosophie getrennt wurde.

Die Chemie, heute ein riesiger Wirtschaftszweig und eine anerkannte Wissenschaft, geh√∂rte urspr√ľnglich √ľbrigens zur Alchemie, einem der ‚ÄöEsoterik' zugewandten Bereich. Man bedenke auch, dass jeder wissenschaftliche Beweis mit einer - bis dato unbegr√ľndeten - Hypothese beginnt. Galileo Galilei wurde f√ľr seine ketzerische Behauptung, dass die Erde sich bewege (damit unterst√ľtze er die These des Nikolaus Kopernikus), sogar von der katholischen Kirche verurteilt, ein Urteil das erst 1992 widerrufen wurde.

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Wir d√ľrfen also vorsichtig damit sein, Thesen als esoterisch abzutun, nur weil sie (noch) keinem wissenschaftlichen Beweis unterliegen. Gleichzeitig d√ľrfen wir uns jedoch fragen, was unsere eigene Lebenserfahrung uns sagt und ob wir die Beweise nicht t√§glich selbst geliefert bekommen.

Nochmals zum Gesetz der Gravitation: Wenn ich jemandem sagen w√ľrde, dass ich, wenn ich in die Luft springe, manchmal wieder auf der Erde lande und manchmal nicht, was w√ľrde derjenige dann wohl sagen?

Wo ziehen wir die Grenze zwischen Physik und Schicksal?

Oder wenn ich einen Ball pr√§zise auf die gleiche Art und in gleichbleibenden Umst√§nden immer wieder in die Luft werfen k√∂nnte, dass dieser dann manchmal wieder auf der Erde aufschl√§gt, manchmal jedoch nicht; dass er manchmal immer h√∂her in den Himmel fliegt oder dass er immer auf unterschiedliche, nicht vorhersehbare Weise wieder hinunterkommt. W√ľrde man mir das glauben? Nat√ľrlich nicht. Man w√ľrde mich als naiv abtun, als jemanden, der noch nie etwas vom Gesetz der Gravitation geh√∂rt hat.

Denn dieses kann genau bestimmen, wie ein in die Luft geworfener K√∂rper wieder hinunterkommt. Wo also die Grenze ziehen? Wo fangen wir an zu glauben, dass Dinge nicht mehr physikalischen Gesetzen, sondern dem Schicksal unterliegen, dass Dinge pl√∂tzlich von ‚ÄöGl√ľck' und ‚ÄöPech' abh√§ngen, dass einige Dinge fair sind (so wie sie sein sollen) und einige unfair (so wie sie nicht sein sollen)? Ist das nicht echte Naivit√§t?

Wo fangen physikalische Gesetze an, aufzuh√∂ren? Dort, wo unser Aberglaube, unser Schicksalsglaube anf√§ngt. Nur weil gewisse Hypothesen noch nicht bewiesen oder √ľberhaupt aufgestellt sind, k√∂nnen wir uns doch darauf einigen, dass alles einer Gesetzm√§ssigkeit unterliegt, auch wenn wir diese in ihrer Gesamtheit noch nicht erkannt, geschweige denn bewiesen haben.

Leider haben wir nie gelernt, unsere Gedanken zu nutzen

Das ändert nichts an der schieren Existenz von Naturgesetzen, die sich durch unsere physische Existent durchziehen. Bis an jedes Level, bis ins kleinste Detail. Es gibt keine Grenze, keinen Punkt wo die Dinge ‚zufällig' werden. Jede Wirkung hat eine Ursache und ist gleichzeitig die Ursache einer anderen Wirkung.

Alles in der sinnlich wahrnehmbaren Welt unterliegt physikalischen Gesetzen und so ziehen auch unsere Gedanken und unser Emotionslevel ganz bestimmte Dinge an. Leider haben wir in der Schule nicht gelernt, die Macht unserer Gedanken zu nutzen und mit der Vielfalt und dem Level unserer Emotionen zu experimentieren. Unser Innenleben wurde r√ľde vernachl√§ssigt.

Aber es ist nie zu spät, sein Innenleben zu klären und zu ordnen und damit anzufangen, sich seine Lebenswirklichkeit bewusst zu gestalten (zum Artikel: Die Manifestation unserer Träume beginnt immer im Inneren).

Von Chaos und Krieg zu Ordnung und Frieden. Wir brauchen daf√ľr nicht erst das ok der heutigen Wissenschaftler. Lieber k√∂nnen wir die Vision√§re von heute und damit die Wissenschaftler von morgen sein.

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