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Anna Kalisch

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Das Sexleben der Deutschen

Veröffentlicht: 23/10/2013 15:20

Deutschland: Ein Land, in dem Männer weiße Strümpfe in Adiletten tragen, wo Kritik hoch im Kurs steht und die Sonne, jedenfalls im Norden, die Endorphine nur selten ankurbelt. Wie steht es in so einem Land eigentlich um die Liebe - oder besser gesagt um die harte Währung: Sex?

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Das Ergebnis einer nach Bundesländern aufgeschlüsselten Befragung (ElitePartner-Studie 2013) zum Liebesleben von über 10.000 in einer Partnerschaft lebenden Internetnutzern liefert Aufschlussreiches. So antworten zum Beispiel 70,9 Prozent der Berliner mit einem „Ja" auf die Frage, ob sie zufrieden mit ihrem Sexleben seien. Das klingt im ersten Moment nicht besorgniserregend, doch ein Blick auf den Bundesländervergleich offenbart, dass Berlin damit am unteren Rand anzusiedeln ist. Noch weiter abgeschlagen zeigt sich das als spröde und schroff verschriene Hamburg, es landet mit 69,4 Prozent ebenfalls auf dem absteigenden Ast. Vielleicht sind die Großstädter einfach mehr damit beschäftigt, ihrem Hip-Sein hinterherzulaufen, als dem nächsten Höhepunkt. Aber das nur am Rande. Doch in welchem Bundesland sind die Bewohner am zufriedensten mit ihrer Bettenakrobatik? Hier die Auflösung: Der absolute Spitzenreiter in Sachen Amore ist Sachsen-Anhalt. Ganze 78,9 Prozent der befragten Liierten sind hoch zufrieden mit der Gestaltung und Ausführung ihrer Lakengymnastik. Der oft geäußerte Verdacht, dass Dialekte die Erotik töten, ist damit passé.

Von Eheringen und sexueller Revolution

Eine weitere Überraschung: Dass Männer, wie sie oft behaupten, leicht zufriedenzustellen seien, spiegelt sich in den Ergebnissen nicht wider. Tatsächlich sind es die Frauen, die mit ihrem Liebesleben glücklicher sind. Drei Viertel der Ladys gaben an, dass sie nichts an ihrem Sexleben auszusetzen haben. Bei den Männern vertreten etwas schwächere 70,9 Prozent diese Meinung. Ein pikantes Detail soll hier nicht unterschlagen werden: Die verheirateten Frauen stufen sich als unbefriedigter ein als die unverheirateten. Böse ausgelegt: Der Ehering fungiert als Liebestöter. Ob eine mögliche Erklärung ist, dass mit dem Schmuckstück die Erwartung an die Leistung des Partners steigt, oder aber ob die Performance des Partners nach der Hochzeit sinkt, ist rein spekulativ und soll an dieser Stelle nicht beantwortet werden.

Fassen wir zusammen: Im Osten ist man Vorreiter in Sachen sexuelle Zufriedenheit, wer nicht in traditionelle Normen eingebunden ist, fühlt sich befriedigter als die Ringträger.

Quo vadis, Schlafzimmer-Emanzipation?

Aber wie steht es um die sexuelle Revolution im Schlafzimmer? Sind Frauen zwar anwesend, aber nicht Initiator? Oder hat sich hier das Verhältnis Jahrzehnte nach der sexuellen Revolution ausgeglichen oder gar umgekehrt?

Die Antwort mutet ernüchternd an, zeigt sie doch, dass die, nennen wir sie „Schlafzimmer-Emanzipation", in Wirklichkeit nicht stattgefunden hat. Es sind klassischerweise immer noch vorrangig die Männer, die die Führung in puncto Körperlichkeit übernehmen. So sieht sich ein Drittel von ihnen als Initiator für Sex und Zärtlichkeit. Dem gegenüber stehen magere 9,8 Prozent der Frauen, die von sich behaupten, auch mal das Zepter in die Hand zu nehmen und die körperliche Verschmelzung vorantreiben. Und genau dort liegt der Hund begraben. Denn knapp jeder vierte Mann wünscht sich mehr Engagement von der Frau.

Der Fremdgehfaktor

Wo Paare mit ihrem Sexleben am unzufriedensten sind, ist die Suche nach einem Ausgleich nicht fern. Und so ist es wenig verwunderlich, dass in den Großstädten gerne mal ein Abstecher gewagt wird - so die Ergebnisse einer Studie zum Thema Fremdgehen (ElitePartner-Studie 2012). In Zahlen: In Berlin sind es ganze 28 Prozent der Liierten, die angeben, schon einmal fernab der heimischen Gewässer gefischt zu haben. Das toppt nur noch Hamburg mit 29,2 Prozent.
Auch hier kann Sachsen-Anhalt wieder protzen: Nicht nur die größte Zufriedenheit in Sachen Sexleben in Beziehungen, auch die geringste Fremdgehquote (15,8 Prozent) geht auf die Kappe des östlichen Bundeslandes.

Fazit

Für eine bessere Statistik bezüglich leidenschaftlicher Erfüllung müsste Deutschland an sich arbeiten. Frauen, legt eure falsche Scham ab und zerrt den Liebsten einfach mal aufs Laken - er will es doch auch! Wenn die Herren der Schöpfung dann noch auf die weißen Socken verzichten - wir wären ein höchst befriedigtes Land!

Verlinkung: https://www.facebook.com/ElitePartner.RandaleUndLiebe

 

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