BLOG

Warum WhatsApp nur noch nervt

14/12/2017 19:57 CET | Aktualisiert 14/12/2017 19:58 CET
GoodLifeStudio via Getty Images

Heute schon WhatsApp und Co. gecheckt? Ja klar und das oft. Wurden wichtige Informationen mitgeteilt? Wohl eher nicht, denn seit es die vielen Nachrichten-Applikationen gibt, erreicht uns eher Quantität statt Qualität.

Wie spannend die erste Zeit mit den Messengern doch gewesen war. Alle unsere Freunde und Familienmitglieder waren plötzlich täglich, ohne großen Aufwand erreichbar. Die entfernte Freundin anschreiben, der Schwager schickte süße Kinderfotos oder wir konnten uns spontan mit der Familie sonntags zum Kuchen verabreden, alles war plötzlich so einfach und kostenlos. Dazu konnten wir so allerhand Fotos und Emojis mitsenden und uns des Lebens freuen. Wenn man alte Bekannte wieder traf, hat man gern die „WhatsApp Nummer" herausgegeben. „Melde dich doch mal!" „Ja, klar." Ui, schon war die Nachricht da!

Die Zeit scheint bei mir zumindest abgelaufen. Wer schreibt überhaupt noch? Und was bringen diese Nachrichten dann für Inhalte mit sich? Mittlerweile verramscht die „Messenger Timeline", genauso wie das E-Mailpostfach. Wiedergefundene Bekannte, welche unbedingt meine Nummer haben wollten, melden sich nicht. Noch schlimmer ist ja, dass diese Leute Nachrichten lesen und dann trotzdem nicht antworten. Auf eine freundliche Rückfrage hieß es dann, dass sie immer „im Stress" seien und keine Zeit hätten und dann beleidigt reagierten, wenn man den Kontakt daraufhin wieder beendete. Aber wie sollte man sonst reagieren? Wenn bei diesen Leuten eine Nachricht auf dem Smartphone tippen, schon „Stress im Alltag" verursacht?

Dann gibt es andere Bekannte, die man regelmäßig sieht, welche dann aber nicht wissen, wann Schluss mit der Nachrichtenflut ist. Diese schicken locker 20 Fotos hintereinander, schicken Fotos über ihr Essen und nicht zu vergessen, die unzähligen, billigen animierten Videos, welche regelmäßig zu den Feiertagen oder zu bestimmten Wochentagen geschickt werden. Was zum Kuckuck?! Sollte Ihnen jetzt kein derartiges Video einfallen, warten Sie, der nächste Feiertag kommt bestimmt!

Man kann auch viele „Gruppen" in diesen Messengern kreieren. Sehr beliebt sind zum Beispiel „Familiengruppen". Die „Familiengruppe" verweist bei mir mittlerweile. Die Leute haben scheinbar auch dort mittlerweile weder Zeit noch Lust, interessante Inhalte zu teilen. Nicht mehr. Ist das schade? Eigentlich ja, denn grundsätzlich ist es ja eine schöne Idee.

Es scheint also hauptsächlich zwei Arten von Schreibern zu geben. Die einen, die alles teilen, meistens Unwichtigeres. Die anderen, die kaum noch schreiben und eigentlich auch nicht mehr antworten. Was ist da nur schiefgelaufen?

Warum können die Leute nicht mehr vernünftig kommunizieren? Oder kann man mit Messengern eigentlich nicht richtig kommunizieren? Liegt es daran, dass die Benutzung von WhatsApp und Co. nichts kosten? Wie viele Emojis, Fotos und animierte Videos man wohl bekommen würde, wenn jede Nachricht 9ct kosten würde? Würden die Leute, welche überhaupt nicht mehr auf eine Nachricht reagieren, wohl auch am Telefon schweigen?

Wie wäre es, wenn wir den nächsten Bekannten beim zufälligen Wiedersehen unsere Mobilfunknummer geben und dann sagen: „WhatsApp habe ich nicht, aber du kannst mir gern eine SMS schreiben oder anrufen."

Vielleicht sollte man das einfach mal ausprobieren ;-)

2017-12-12-1513075417-5156615-wabild.jpg

Die Autorin schreibt und reist gern. Ihre aktuellen Bücher finden Sie unter www.hamburgersafari.de sowie www.abflugtx.de

Gesponsert von Knappschaft