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"Werden Sie zum Authentizitäter"

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Thomas Barwick via Getty Images
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Aus "21 Erfolgsfrauen - 21 Karriereformeln":

Authentizität gehört heute zum Anforderungsprofil im Leadership Management. Laut Duden steht sie für Echtheit, Zuverlässigkeit und Glaubwürdigkeit. Allerdings gibt es einen schmalen Grat zwischen sich selbst treu bleiben und andere damit zu brüskieren.

Wahrhaftigkeit versus Beweglichkeit - ein Dilemma? Nicht zwangsläufig. Ein authentisches Auftreten muss nicht gleich Verlust an Vertrauen und Verständnis bedeuten. Denn es geht bei Authentizität nicht um uneingeschränkte Selbstbehauptung sondern vielmehr um das Selbstbewusstsein im Sinne eines "sich seiner Selbst bewusst sein".

Sich selbst kennen

Wer selbstsicher ist, um seine Stärken und Schwächen weiß, wer also Klarheit besitzt, der gewinnt. Und zwar nicht nur an Charisma, sondern auch an Überzeugungskraft. Weil wir in unserer Authentizität in der Lage sind, einen klaren Willen zu bekunden und damit Verlässlichkeit verkörpern. Mit anderen Worten: Unser Gegenüber weiß, woran es bei uns ist. Und das fördert Vertrauen. Wahrhaftigkeit muss nicht verprellen. Sie kann vielmehr verbinden.

Authentizität gilt als wichtige Eigenschaft eines Managers. Sie wird von Mitarbeitern meistens höherwertig eingestuft als Fachkompetenz oder Belastbarkeit. Doch einen Chef, der sich auf Kosten anderer auslebt, sein Innerstes ohne Filter rauslässt ‒ ob cholerisch polternd, phlegmatisch lamentierend oder melancholisch quengelnd ‒ braucht niemand.

Gerade als Führungskraft stellt sich die Frage: Wie viel Wahrhaftigkeit verträgt mein Umfeld? Hier bedarf es als Führungskraft einer Offenheit für das Feedback von Mitarbeitern. Denn man selbst sieht sich nie ganz. Die Spiegelung durch andere ist eine wichtige Ergänzung fürs Selbstbildnis. Besonders im Umgang mit Schwächen sind viele von uns zögerlich.

Mache ich mich mit dem Eingestehen von Defiziten nicht unnötig angreifbar? Darf ich den anderen mit seinen Schwächen konfrontieren? Schwächen gehören bei jedem dazu. Sie zu verleugnen, ist nie förderlich. Wer authentisch ist, weiß um beides - seine Stärken und seine Schwächen. Und er stärkt vor allem seine Stärken. Eine Führungskraft hat auch hier Vorbildfunktion.

Ein starres Lebensmuster

Authentizität bedeutet nicht starres Verharren. Ein starres Lebensmuster zu befolgen ist genauso falsch, wie sich ständig unter der Last anderer Ansichten oder Vorgaben zu verbiegen. So hat es nichts damit zu tun, zu wenig Rückgrat zu beweisen oder an Authentizität einzubüßen, wenn ich nicht ständig auf meiner Art beharre, wie die Dinge zu sehen und anzugehen sind. Eine gewisse Flexibilität ist für ein gedeihliches Miteinander absolut von Nöten.

Sich auf andere einzustellen, heißt, die Bandbreite seines Verhaltens zu erweitern, nicht aber die eigenen Wertvorstellungen aufzugeben. Als Führungskraft gilt es, variabel in der Kommunikation zu sein, Bedürfnisse wahrzunehmen und jedem Mitarbeiter individuell zu begegnen.

Meine eigene Sprache wird nicht weniger verständlich, indem ich sie um den Sprachschatz anderer erweitere - ganz im Gegenteil. Ein unternehmerisches Umfeld lässt sich nicht immer so gestalten, wie es der Einzelne gerne hätte. Dann kommt es auf die Kooperation an - sowohl mit den Menschen meines Umfelds als auch mit den Umständen.

Das bedeutet für Sie: Flexibel sein, ohne zur Blaupause zu werden. Das Primat des Handelns nicht aus der Hand geben, eher beharrlich sein denn starrköpfig. Den Abgleich meiner Lebensleitlinien nicht aus den Augen verlieren und doch anerkennen, dass die Reflexionen durch die Augen eines anderen hin und wieder sehr wertvoll sein können.

Die Karriereformel

Meine Karriereformel: Werden Sie zum Authentizitäter!

1.) Gleichen Sie die äußeren Anforderungen und Ihre inneren Ansprüche regelmäßig ab.
2.) Werden Sie sich Ihrer selbst bewusst - Kennen Sie Ihre Stärken und Schwächen
3.) Bleiben Sie sich und Ihren Werten treu ohne dabei starr und stur zu werden indem Sie flexibel und beweglich bleiben

Dr. Angelika Weinländer-Mölders, kennt den Führungsalltag aus den Chefetagen diverser mittelständischer und börsennotierter Unternehmen. Als Mentorin begleitet Sie den beruflichen Werdegang junger Frauen. Sie ist Ideengeberin für das Buch "21 Erfolgsfrauen - 21 Karriereformeln".

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