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Virtual & Augmented Reality vor dem Durchbruch: Nicht nur für Gamer, sondern interessante Technologie für alle Unternehmen und Industriezweige

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VIRTUAL REALITY
Choreograph via Getty Images
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„Virtual & Augmented Reality vor dem Durchbruch: Nicht nur für Gamer, sondern interessante Technologie für alle Unternehmen und Industriezweige"

• Technologien wie Virtual und Augmented Reality (VR/AR) werden in den kommenden Jahren überall in der Wirtschaft Einzug halten. Die neue Technologie lässt sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette in beinahe alle Industriebereichen einsetzen. Zum Beispiel, um ungelernte Arbeiter anzuleiten, Trainings effizienter zu gestalten oder die Qualität von Produkten zu erhöhen. Die Technik wird zum Unterstützer der Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette.

• Der Bedarf deutscher Industrie-Unternehmen nach derartiger Technik steigt stark. Wir erhalten immer mehr Anfragen von Kunden, die Virtual Reality oder Augmented Reality in ihre Prozesse einbauen wollen. Es handelt sich dabei nicht mehr nur um ein Marketing-Instrument zur Emotionalisierung von Inhalten, sondern wird vor allem in der Produktion hilfreich sein, wie unsere aktuelle KPMG-Studie „Neue Dimensionen der Realität" belegt. Wir erwarten für dieses Jahr, dass die Bedeutung der Technologie eine kritische Schwelle überschreiten wird. Alleine in den ersten zwei Monaten dieses Jahres wurde mehr in VR- und AR-Unternehmen investiert als im gesamten Jahr 2015.

• Mittelfristig wird die Digitalisierung vor allem Büro-Jobs verändern, bei Banken und Versicherungen zum Beispiel. Die zunehmende Technologisierung und Automatisierung (Robotic Process Automation) im nächsten Schritt sogar in Kombination mit künstlicher Intelligenz betrifft zunehmend so genannte White Collar-Jobs - und damit die Mittelklasse. In der Industrie sind viele Werke ohnehin schon weitgehend menschenleer. Autofabriken, ob in München oder Shanghai, bestehen mittlerweile vorrangig aus Roboterstraßen.

• Die digitale Transformation wird an vielen Stellen einen positiven Effekt in der Berufswelt haben - sowohl auf Produkte und Prozesse als auch auf die Unternehmenskultur. Der Arbeitsalltag vieler Beschäftigter wird sinnvoller, weil die neuen Technologien Freiräume schaffen. Die Anwendungspotentiale erstrecken sich von einzelnen Prozessen bis hin zu komplett neuenGeschäftsmodellen. Der Medizinsektor zum Beispiel kann besonders stark profitieren: Ärzte, Krankenschwestern oder Pfleger verbringen heute viel Zeit mit der Dokumentation, mit Verwaltungstätigkeiten. Sie können sich künftig wesentlich stärker den Patienten widmen - und das machen, wofür sei eigentlich ausbildet wurden. Und das ist sicherlich nicht das Ausfüllen von Formularen. Auch bei Training und Weiterbildung von Beschäftigten ermöglichen Virtual und Augmented Reality zahlreiche neue Perspektiven, um die Abläufe zu vereinfachen und effizienter zu gestalten.

• Unsere Berufswelt steht durch die Digitalisierung vor einer Revolution. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos wurden die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt 2 kontrovers diskutiert. Eine Erkenntnis: Viele Berufe der Zukunft sind heute noch kaum vorstellbar. Laut einer Studie werden 70 Prozent der jetzigen Grundschüler später in Berufen arbeiten, die es noch gar nicht gibt. Wer hat vor Jahren schon angenommen, dass Blogger einmal ein Beruf sein wird?

•Beim Thema Autonomes Fahren, das die deutsche Industrie derzeit besonders umtreibt, sind die deutschen Autohersteller auf einem Stand mit den USA. Technologisch ist das kein Problem und es fahren auch schon autonome Autos in Deutschland - nur machen unsere Konzerne nicht so einen Hype darum wie Google. Das zentrale Thema wird aber die Hoheit über die Daten sein, die Kontrolle der elektronischen Plattform - nicht das Auto selber. Hier könnte eine Lösung in der Kooperation zwischen Auto- und Internet-Konzernen liegen.

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