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Liebes ZDF, war "Der gleiche Himmel" Euer Ernst?

Veröffentlicht: Aktualisiert:
DER GLEICHE HIMMEL
Erik Lee Steingroever/ZDF/dpa
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Liebes ZDF,

am Donnerstag habe ich zufällig in den dritten Teil von "Der gleiche Himmel" eingeschaltet und bin hängengeblieben. Eigentlich wollte ich mich nach einem stressigen Tag ganz anspruchslos von Heidi und ihren Models auf Pro Sieben unterhalten lassen.

Aber da ich nun einmal beim ZDF angebissen hatte, beschloss ich auf High Heels und Drama zu verzichten und mir stattdessen lieber diese 70er Jahre DDR Stasi Geschichte von vorne reinzupfeifen. Es lebe die Mediathek! Die Handlung hörte sich spannend an, die Besetzung war sehr vielversprechend (u.a. Anja Kling, Jörg Schüttauf und der charismatische Tom Schilling, der für mich immer ein Grund zum Einschalten ist).

Tom Schilling spielt Lars Weber, einen jungen Stasi-Romeo-Agenten, der in den Westen geschickt wird, um dort seinen ersten Auftrag auszuführen. Unter der Leitung von Ralf Müller (dieser schmierige, ständig fressende und saufende Kerl ist mit Ben Becker absolut top besetzt) soll er die britische Analystin Lauren Faber (Sofia Helin aus der Serie die „Die Brücke") bezirzen.

Lauren arbeitet für den britischen Geheimdienst. Durch sie soll Lars an sensible Informationen gelangen. Was Lars nicht weiß: Seine totgeglaubte Mutter sowie seine Zwillingsschwester leben noch und zwar im Umfeld von Lauren. Es kommt wie es kommen muss: Lars trifft auf seine Zwillingsschwester, sie wird zu seiner Zielperson, die beiden verlieben sich.

Parallel wird die Geschichte der Familie von Lars Onkel Conrad erzählt. Seine Tochter Klara wird in den Schwimm-Kader (Stephanie Amarell) der DDR für die olympischen Spiele ausgewählt und nun muss er zusehen, wie sich seine Tochter durch Dopingmittel und Testosteron körperlich verändert.

Ein dritter Handlungsstrang erzählt die Geschichte eines schwulen Lehrers, der sich in einen Wessi verliebt und von der Flucht träumt. Zufällig erfährt er von einem Tunnelbau in einer Bäckerei.

ZDF!! Euer Ernst?

Nachdem ich den ersten Teil am Donnerstag praktisch verschlungen habe, habe ich mich den ganzen Freitag auf meinen Fernsehabend mit dem zweiten und dem letzten dritten Teil gefreut. Ich fand die Geschichte spannend, interessant und kurzweilig erzählt, das Setting prima. Gegen Ende des dritten Teils habe ich zwar etwas gestutzt („Wie um Himmels Willen wollen die in so kurzer Zeit noch alle Handlungsstränge zu Ende erzählen?") aber war noch guter Dinge. Und dann kam das Ende! Das dicke Ende!

ZDF!! Euer Ernst? Ihr lasst einfach ein paar Untertitel laufen und das soll es gewesen sein? Die Drehbuchautorin muss an ihrem Schreibtisch gesessen haben, als das Telefon klingelte und man ihr mitteilte: "Morgen ist Abgabetermin, egal wie weit du bist, der Scheiß muss heute noch fertig werden."

Sie wird ihren Satz beendet, das Wörtchen "Ende" unter das verdammte Manuskript gesetzt haben und dann wird sie ins Bett gegangen sein. Anders kann ich mir dieses unbefriedigende Ende einfach nicht erklären!

Ich bitte Euch, nein, ich verlange von Euch, einen vierten Teil mit anständigem Ende! Die Geschichte hat doch noch so viel Potential! Bitte erzählt sie weiter!

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