BLOG

Warum der Mensch nur in seiner Gesamtheit funktioniert

04/11/2015 11:30 CET | Aktualisiert 03/11/2016 10:12 CET
Angela Remete

Begierde

"Wenn das Leben sich langweilt", schreibt der zeitweilige Surrealist Jacques Prévert, "ist der Tod sein Zeitvertreib".

Eine Feststellung, für die jahrhundertelange blutige Auseinandersetzungen, menschenverachtende Kolonialismen, zwei Weltkriege in neuerer Zeit und zahllose andere von der westlichen Zivilisation produzierte, gesellschaftliche Katastrophen eine erdrückende Beweislast liefern.

Determinierung

Für die Surrealisten ist diese Zivilisation letztlich eine für den Menschen und die von ihm bewohnte Welt eine zerstörerische Fehlentwicklung, und ihr Hauptanliegen ist die Beseitigung aller im "christlichen Abendland" entstandenen Ordnungsgefüge, seien diese nun politisch-sozialer oder ökonomischer, künstlerischer, psychologischer und moralischer Natur: Ziel ist eine alle Bereiche des Wirklichen umfassende Revolution. Nach Ansicht der Surrealisten gründet die Destruktivität der abendländisch-christlichen Kultur, in der alles übrige determinierenden Wirklichkeitsauffassung des westlichen Menschen.

Weltbild

Dieses Weltbild ist, im Gegensatz etwa zu fernöstlichen Weltvorstellungen, die das Wirkliche als Kontinuum, als unteilbare Ganzheit sehen, ein dualistisches, ein Denken in unüberbrückbaren Gegensätzen und unaufhebbaren Antinomien, ein Denken, das fortwährend Mauern errichtet.

Es spaltet das Wirkliche, indem es Mensch und Welt, Materie und Geist, Natur und Kultur, Traum und Wachsein, Bewusstsein und Unbewusstes, Reales und Imaginäres usw. scharf trennt und einander entgegensetzt.

Dadurch, dass es weite Bereiche des auf diese Weise künstlich und willkürlich voneinander Geschiedenen aus seiner Welt ausgrenzt und für nicht-wirklich erklärt, reduziert und verdunkelt es das Wirkliche und beraubt damit auch den Menschen in seiner Ganzheit.

Wegen dieser in letzter Konsequenz stets den Tod hervorbringenden Enge und Einseitigkeit der abendländisch-christlichen Weltsicht, sprach André Breton schon früh von der "Niedrigkeit des westlichen Denkens".

Meine Design Art Skulptur "archeros" soll uns vor Augen führen, dass wir nur in der Ganzheit voll funktionsfähig sind.

2015-11-04-1446632295-6568774-100_0934.JPG

Beeindruckende Zauberkunst: Sagenhafte Schwebekraft: So trickst ein blinder Zauberer New Yorker Passanten aus

Video: Tierquälerei oder Kunst? Das passiert, wenn man flüssiges Aluminium in einen Ameisenhügel schüttet

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite