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Sechs Schritte zu einer datengetriebenen Unternehmenskultur

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Daten gehören zum wertvollsten Kapital eines Unternehmens. Das gezielte Analysieren von Daten gilt mittlerweile vielerorts als unverzichtbar für den Betrieb. Die Folge: Immer mehr Unternehmen investieren in die Erfassung und Auswertung von Daten und schaffen neue Positionen, um noch besser davon zu profitieren. Gefragt sind vor allem so genannte Datenwissenschaftler, die die Bits&Bytes in umsetzbare Erkenntnisse mit geschäftlichem Nutzen verwandeln.

Für die strategischen und unternehmensweiten Fragestellungen sind solche Spezialisten unabdingbar. Wenn die gesamten Daten eines Unternehmens in den Händen einiger weniger Experten konzentriert, liegt ein großer Teil des Potenzials dieser Daten allerdings brach. Um den vollen Nutzen daraus zu ziehen, sollten möglichst viele Mitarbeiter in der Lage sein, auf die Daten zuzugreifen und sie täglich in die eigenen Entscheidungen einzubeziehen. Auf diese Weise können Daten Wissen demokratisieren und vervielfachen. Sie sind nützlich für jede Branche, für Unternehmen jeder Größe und für Mitarbeiter auf jeder Hierarchieebene.

Möglichst viele Mitarbeiter zu befähigen, ihre Daten tiefgehend zu erkunden, bedeutet mehr als die Bereitstellung von Technologie oder der Zugriff auf Informationen. Vielmehr geht es darum, eine Kultur der Datenanalysen zu leben. Ich zum Beispiel habe das Glück, in einem Unternehmen zu arbeiten, das nicht nur die Tools für die einfache und anschauliche Aufbereitung von Daten entwickelt, sondern diese auch in allen Teams und auf allen Ebenen zur Entscheidungsfindung nutzt. Dabei lassen sich sechs grundlegende Schritte herauskristallisieren, die für den Wandel zu einer datengetriebenen Unternehmenskultur nötig sind.

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1: Geben Sie Ihren Mitarbeitern Zugriff auf die Daten
Das Erschaffen einer Analysekultur beginnt mit dem „Empowerment". Das heißt, die Mitarbeiter werden befähigt, für sie relevante Daten zu erkunden und ihre eigenen Fragen zu beantworten. Früher lagen Datenanalysen in den Händen einiger weniger Experten. Das können sich die Unternehmen heute aber nicht mehr leisten. Das Management sollte vielmehr eine Kultur fördern, in der die Mitarbeiter selbst Zugriff auf Daten haben und die technischen Werkzeuge nutzen können. Eine wichtige Voraussetzung, damit der Wandel zu einer datengetriebenen Unternehmenskultur gelingt: Die Mitarbeiter übernehmen mehr Verantwortung und das Unternehmen kann sich weiterentwickeln.

2: Trainieren Sie auch das Gehirn, nicht nur den Computer
Damit alle Anwender datengetrieben arbeiten können, sind in den meisten Fällen Schulungen erforderlich. Einige davon erfolgen über das Tool selbst- in Form von Fallbeispielen, Online-Videos und dergleichen. Schulungen konzentrieren sich vorwiegend auf den Umgang mit technischen Tools und Analyse-Methoden. Wichtig bei der Arbeit mit Daten sind aber auch ein gewisses Maß an kritischem Denken und analytische Neugier. Es sollte daher eine Unternehmenskultur gefördert werden, in der sich solche Eigenschaften entfalten können.

3: Gehen Sie positiv mit Bedenken um
Das klingt für viele Unternehmen erst einmal gefährlich, vor allem im Hinblick auf sensible Daten. Wenn das Führungsteam es aber schafft, einen Mentalitätswandel - weg vom „Need-to-know-Prinzips" und hin zur datengetriebenen Kultur - herbeizuführen, sind solche Bedenken langfristig unbegründet. Trotzdem ist es wichtig, sie ernst zu nehmen und nach und nach Schritte einzuleiten, um den offenen Umgang mit Daten zur Normalität werden zu lassen.

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4: Stellen Sie die richtigen Leute ein
Eine wichtige Voraussetzung für den erfolgreichen Aufbau einer datengetriebenen Unternehmenskultur ist die fortlaufende Gewinnung und Entwicklung von Talenten. Dabei geht es natürlich um Data-Analytics-Skills. Allerdings nicht nur. Der ideale Kandidaten muss gar nicht unbedingt herausragende Kenntnisse der neuesten Technologien vorweisen. Wesentlich wichtiger ist das Fähigkeit, die Analyseergebnisse zu interpretieren und kritisch zu hinterfragen. Auch Neugierde und eigenständiges Arbeiten sind entscheidende Eigenschaften. Es empfiehlt sich daher, Tests zu entwickeln, in denen auch diese Kriterien abgefragt werden.

5: Ignorieren Sie das Bauchgefühl
Anstatt Meinungen der mittleren Management-Ebene einzuholen, sollte das Führungsteam auf datengestützten Empfehlungen bestehen und diese Vorgehensweise auch in den Teams etablieren. Das heißt: Anstatt Fragen mit den einleitenden Worten „Ich finde" zu beantworten, sollte jede Antwort in irgendeiner Form auf die Ergebnisse von Datenanalysen Bezug nehmen.

6: Seien Sie geduldig (aber nicht zu geduldig!)
Als Fazit lässt sich sagen: Wie gut Sie die sechs genannten Tipps umsetzen, hängt vor allem davon ab, wie gut das Management seine Führungsaufgabe wahrnimmt. Eine datengetriebene Kultur beginnt - wie edes Firmenethos - an der Spitze. Und: Um eine echte datengetriebene Analysekultur zu entwickeln, gilt es nicht nur, die richtigen Tools einzusetzen und die richtigen Leute einzustellen, sondern vor allem, die Daten im Unternehmen für alle zugänglich zu machen. Quasi jeder Anwender sollte in der Lage zu sein, Fragen zu stellen und datenbasierte Entscheidungen zu treffen. Es dauert allerdings seine Zeit, bis eine solche Kultur wirklich gelebt wird. Deshalb mein Tipp: Fangen Sie so bald wie möglich damit an, die Voraussetzungen dafür zu schaffen!

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