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Höcke kommt nicht zum Bundesparteitag und das ist gut so

Veröffentlicht: Aktualisiert:
BJOERN HOECKE
HENDRIK SCHMIDT via Getty Images
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Auf der Seite der "Huffington Post" gibt es einen Artikel mit dem Titel
Höcke kommt nicht zum AfD-Parteitag - seine Begründung muss auf Petry wie Hohn wirken.

Leider verkennt der Blogger-Kollege die Internas der Partei total. Dies ist sehr schade, da dem geneigten Leser ein vollkommen falsches Bild und eine vollkommen falsche Argumentation dargestellt wird, die mit der Realität leider nichts zu tun hat.

In vollkommener Unwissenheit, anders kann ich das nicht bezeichnen, behauptet der Autor: "Gegen ihn läuft ein Parteiausschlussverfahren, nachdem er in einer Rede zur deutschen Vergangenheitsbewältigung unter anderem eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" verlangt hatte".

Dies ist falsch, eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" hat genau gar nichts mit dem Parteiausschlussverfahren zu tun. Hier sind ganz andere Argumente wichtiger.

So stellt das Wahlprogramm klar, "Die aktuelle Verengung der deutschen Erinnerungskultur auf die Zeit des Nationalsozialismus ist zugunsten einer erweiterten Geschichtsbetrachtung aufzubrechen, die auch die positiv identitätsstiftenden Aspekte deutscher Geschichte mit umfasst."

Parteipolitisch auch sehr viel schlimmer ist das Diskreditieren der Parteifreunde und der Partei, der Pathos sowie der Zusammenhang.

Hausverbot

Das Thema Hausverbot stellt der Autor leider auch vollkommen falsch dar. Auf einem Parteitag hat die Partei das Hausrecht, nicht der Vermieter.

Oder warum akkreditieren sich die Journalisten bei der Partei und nicht beim Vermieter. Höcke hätte unbeschränkt Zugang und das Recht sich frei zu bewegen und zu reden, egal was man von ihm hält, da er Delegierter ist. Die Polizei wäre sogar berechtigt, dies durchzusetzen!

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Die Begründung mit dem Team stellt eine (Kampf?)Ansage gegen Petry dar, aber nicht gegen den Bundesvorstand.

Höcke stellt lediglich dar, dass aus seiner Sicht die Parteimitglieder ein Team wollen und er auch und das dieses Team harmonisch zusammen arbeiten soll, da er sich als Delegierter ausgenommen hat, werten das viele Parteifreunde als Friedensangebot.

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