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Gedanken zum Aufstellungsparteitag der AfD Bayern

02/04/2017 10:42 CEST | Aktualisiert 02/04/2017 10:42 CEST
dpa

Am letzten Sonntag, dem 26.03.2017, fand der erste Aufstellungsparteitag der AfD-Bayern statt. Nach langen Diskussionen über das Prozedere fand die Abstimmung zum Spitzenplatz der AfD-Bayern kurz nach Mittag statt.

Es gab drei Kandidaten, der bayrische Landesvorsitzende und Favorit Petr Bystron, Martin Hebner und Thomas Thiel.

Nach dem ersten Wahlgang gab es folgendes Abstimmungsergebnis:

Martin Hebner 243 Stimmen

Petr Bystron 190

Thomas Thiel 10

Hebner ist somit der Spitzenkandidat für Bayern und hat Bystron eindrucksvoll geschlagen.

Nun hört man in der Presse viel über die Auswirkungen und die Außenwirkung dieser Wahl.

Gehen wir das Ganze mal sachlich nüchtern und politisch delikat zugleich durch:

Bystron hat verloren, er hat die schwächere Rede im Gegensatz zu Hebner gehalten und wird dies sicher überleben.

Hebner und Bystron sind beide seit 2013 in der Partei aktiv, beide sind im Landesvorstand aktiv und können also "miteinander".

Bystron ist Direktkandidat für München-Nord, der dortige CSU-Direktkandidat 2013 Singhammer tritt nicht mehr an und den Nachfolger kennt niemand. Die Chancen für ein Direktmandat sind also gut. Der erste Listenplatz wäre somit eher symbolisch und eine Stärkung für Bystron.

Der Erfolg für Hebner ist eine Stärkung der Basisdemokratie, da in Greding Mitglieder und keine Delegierte abstimmen. Starnberg scheint eher an die CSU als Direktkandidat zu gehen.

Ist die Situation für die Basis jetzt gefährlich?

Nein, erstens war dies sogar ein Vorschlag von Bystron selber, dass ein Anderer das Gesicht Bayerns in Berlin sein soll, damit Bystron das Gesicht Bayerns in Bayern bleibt.

Weder Hebner noch Bystron stehen für einen weiteren Rechtsruck, sondern stehen für konservative Werte und Positionen.

Auf den zweiten Platz wurde Peter Boehringer gewählt, ein ausgewiesender Wirtschaftsfachmann, der seit Jahren publizistisch erfolgreich aktiv ist. Auch hier stehen Fachwissen und konservative Werte vor einfachen Parolen.

Der dritte Platz ging in einer Stichwahl an Corinna Miazga, die ebenfalls viel Arbeit in den Aufbau der AfD gesteckt hat und bei der Europawahl für 9,1% in ihrem Stimmbezirk sorgte. Sie ist also keine Unbekannte in der AfD, sondern "kann" auch Wahlkampf.

Das Fazit nach dem ersten Aufstellungsparteitag lautet:

Wer auf die vorderen Plätze kommen will, muss viel für die Partei oder viel als Experte geleistet und eine fulminante Rede gehalten haben, sonst wird das nichts als Listenkandidat bei der AfD. Proporz, Bekanntheit oder ein nettes Gesicht reichen nicht.

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